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Blutgruppendiät – 7 Gründe, warum man lieber die Finger davon lassen sollte

Schnell abnehmenNicht geeignet
Gesund abnehmenNicht geeignet
AlltagstauglichkeitWeniger alltagstauglich
DisziplinDisziplin benötigt
KostenSehr teuer
JoJo-GefahrGering

Die Blutgruppendiät wurde von dem amerikanischen Naturheilkundler Peter J. D’Adamo ins Leben gerufen. Er ist davon überzeugt, dass die Blutgruppe bei der Ernährung eine wichtige Rolle spielt: sie entscheidet darüber, ob wir bestimmte Lebensmittel vertragen oder eben nicht.

D’Adamo beruft sich dabei auf die Evolution des Menschen in Urzeiten. Seine vier Ernährungskonzepte sind jeweils speziell auf die ganz individuelle Blutgruppe zugeschnitten und man sollte seinen Empfehlungen am Besten ein Leben lang folgen, im krassen Gegensatz zu Speed-Diäten wie der 24-Stunden-Diät.

Dafür wird man belohnt, indem man

  • angeblich spielend abnimmt,
  • langsamer alt wird und
  • das Risiko für viele Krankheiten senkt.

Und so lautet auch der Titel seines jüngsten Buches:

„Die GenoTyp-Diät: Ändern Sie Ihr genetisches Schicksal, um das längste, erfüllteste und gesündeste Leben zu leben“

Kuriose Theorien über die Blutgruppendiät

Blutgruppendiät
D’Adamo geht davon aus, dass Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen auf Proteine aus der Nahrung (Lektine) unterschiedlich reagieren. Er behauptet, dass Lektine, die mit dem Antigen der eigenen Blutgruppe unverträglich sind, zu Verklumpungen der roten Blutkörperchen und somit zu Krankheiten führen können.

Jede Blutgruppe muss sich daher streng an seine Einteilung der Lebensmittel in 3 Kategorien halten:

  • sehr bekömmlich
  • neutral
  • zu vermeiden

Menschheitsgeschichte neu geschrieben

Blutgruppe 0 ist nach D’Adamo die älteste aller Blutgruppen. Sie entstand zu einer Zeit, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Demzufolge vertragen Menschen mit dieser Blutgruppe Fleisch sehr gut. Da es aber damals weder Ackerbau noch Viehzucht gab, sind Getreide und Milchprodukte für sie weniger bekömmlich.

Als die Menschen sich dann niederließen und Bauern wurden, entstand nach D’Adamo Blutgruppe A. Ihnen bekommt vor allem Gemüse und Getreide. Nach seiner Auffassung haben diese Bauern keine Tiere gehalten, daher vertragen sie kein Fleisch und keine Milch.

Blutgruppe B hat sich demnach in Asien entwickelt. Für Menschen mit dieser Blutgruppe sind Milch, bestimmte Fleisch- und Getreidesorten geeignet.

Die Blutgruppe AB ist erst später entstanden und genetisch vor allem auf den Verzehr von Obst und Gemüse programmiert.

Willkürlich festgelegte Ernährungstypen

BlutgruppeTypErnährungs-EmpfehlungUnverträglichkeiten
0Jäger – FleischesserTierisches Eiweiß, Obst, GemüseHülsenfrüchte, Getreide, Milch und Milchprodukte
ALandwirt – VegetarierGemüse, GetreideFleisch, Milchprodukte, Bohnen und Weizen
BNomade – AllesesserFleisch, Milch, KäseRoggen, Weizen, Schwein, Huhn
ABder Rätselhafte – MischköstlerMilch, Eier, Getreide

Vollständige Liste der Nahrungsmittel zur Blutgruppendiät nach Dr. D’Adamo

Eine Menge Rezepte sind in D’Adamos 4 Blutgruppen – Das große Kochbuch: 150 einfache Rezepte für ein gesundes Leben enthalten. Eine sehr ausführliche Abhandlung zur Blutgruppen-Diät kannst Du als PDF downloaden. Darin wird auch Sport empfohlen, aber auch da gehen die Bedürfnisse je nach Blutgruppe weit auseinander.

4 Blutgruppen – Das Kochbuch für ein gesundes Leben: Mit Rezepten

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  • Gesund kochen und essen.
  • Zahlreiche schmackhafte Rezepte.
  • Mit ausführlichen Speiseplänen.

Mehr Erfahren

Ziel der Ernährung nach der Blutgruppen-Diät ist nicht in erster Linie die Gewichtsabnahme, sondern eine gesunde Ernährung. Deswegen werden auch keine Kalorien gezählt. Der Abnehmerfolg stellt sich nach D’Adamo automatisch ein, wenn die Ernährung auf die Blutgruppe eingestellt wird.

Wenn Du einen Versuch mit der Blutgruppen-Diät riskieren möchtest, legen wir Dir dennoch ans Herz, die Kalorien zumindest pauschal mit unserem Rechner im Auge zu behalten. Hier kannst du deinen Kalorienbedarf berechnen.

Keine wissenschaftlichen Belege

Es ist bis heute nicht wissenschaftlich geklärt, welche Blutgruppe die älteste ist. Molekularbiologische Untersuchungen lassen aber darauf schließen, dass die Blutgruppe 0 sich aus der Blutgruppe A entwickelt hat. Die von D’Adamo zugrunde gelegte Theorie, dass die Evolution Blutgruppen etwas mit der Weiterentwicklung der Wirtschaftsformen vom Jagen zum Ackerbau zu tun haben ist unwahrscheinlich.

Auch Menschenaffen haben die Blutgruppen 0, A und B, ohne dass sie je wirtschaftliche Aktivitäten entwickelt hätten. Seine, die Blutgruppe A sei in der Kaukasus-Region und B in der Himalaya-Region entstanden, entsprechen schlicht nicht den Tatsachen.

Es ist möglicherweise tatsächlich so, dass bestimmte Blutgruppen anfälliger für bestimmte Krankheitserreger sind als andere, da sie jeweils spezifische Antikörper und Antigene haben, aber die Aussagen dazu sind nicht einheitlich und die Ursachen noch ungeklärt.

Die Stiftung Warentest kam schon 2005 zu dem Ergebnis:

„Da wir trotz jahrhundertelanger Verstöße gegen diese Regeln immer noch am Leben sind, stellt sich die Frage nach dem Sinn und Unsinn der Diät. (…) Die Rolle der Lektine in der Nahrung wird von D’Adamo erheblich überschätzt, und seine blutgruppenspezifische Ernährung entbehrt jeder Grundlage.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) beurteilt die meisten pflanzlichen Lektine als unbedenklich (dass man grüne Bohnen beziehungsweise Fisolen roh nicht in größeren Mengen essen darf, ist inzwischen hinlänglich bekannt). Eine Verklumpung von Blutzellen wurde bisher in keinem einzigen Fall festgestellt. Und Belege dafür, dass Erkrankungen durch die Blutgruppendiät positiv beeinflusst werden, fehlen ebenfalls.

Eine Metastudie kam 2013 zu dem Ergebnis, dass es keine Beweise für die Gesundheitsvorteile der Blutgruppendiät gibt. D’Adamos Thesen beruhen teilweise schlicht auf fehlerhaften Annahmen und auf falschen Interpretationen wissenschaftlicher Grundlagen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt, dass

„die beworbenen gesundheitlichen Effekte reine Theorie und wissenschaftlich nicht bewiesen“

sind. Es gebe

„Hinweise, dass die Blutgruppe mit dem Risiko für verschiedene Krankheiten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und Herzinfarkt zusammenhängt“.

Dies

„als Basis für blutgruppenspezifische Ernährung zur Gesundheitsförderung zu nehmen, entbehrt jedoch jeder Grundlage“.

Die Blutgruppendiät: Aufwändig, nicht alltagstauglich und kostspielig

D’Adamo empfiehlt einen sogenannten „Sekretor-Status“. Der ist selbstverständlich kostenpflichtig, soll aber dafür konkretere Angaben möglich machen. Und natürlich bietet er ein umfassendes Sortiment an ergänzenden Produkten an, die nur in ganz speziellen Online-Shops erworben werden können.

Die Kosten sind hoch, der Nutzen ist nicht belegt. Die Beschaffung der empfohlenen Lebensmittel ist zudem teilweise nicht ganz einfach bzw. ebenfalls mit zusätzlichen Kosten verbunden: Yams-Wurzel, Okra, Wildreismehl und Essener Brot gehören nicht unbedingt zur Grundausstattung deutscher Supermärkte.

Auch die Zubereitung ist teilweise recht aufwändig und führt unter Umständen zu einer echten Küchenschlacht. Nämlich dann, wenn Familienmitglieder andere Blutgruppen haben. Beim Essen in der Kantine oder im Restaurant dürfte die Wahl nicht leicht fallen und nur wenige Speisen können zur Arbeit mitgenommen werden.

Mit Risiken behaftet

Der empfohlene Eiweißanteil in der Nahrung ist bei den Blutgruppen 0 und B zu hoch. Das kann längerfristig Gicht oder die Bildung von Harnsteinen verursachen. Die Gruppe der „Jäger“ dagegen nimmt auf Dauer zu wenig Kohlenhydrate und Ballaststoffe auf.

Verführerisch einfach und trotzdem schlicht falsch

D’Adamos Einsichten über Jäger, Bauern und Viehzüchter klingen erst einmal so verblüffend einfach wie überzeugend. Doch es handelt sich dabei um – wie man heute sagen würde – Fake News: Ungesicherte Fakten und sogar nachweislich falsche Informationen, die ihren Zwecke erfüllen. Denn genau das sollen sie ja: verführerisch einfach klingen.

Wissenschaftliche Belege für seinen wilden Theorien wie zum Beispiel die, dass Lektine ein Risiko darstellen, gibt es nicht. Gleichzeitig weckt er Hoffnungen bei potentiellen Interessenten, ohne sich aber jemals konkret festzulegen. Wir können davon aufgrund der Faktenlage leider nur abraten. Andere Diäten, wie das Intervallfasten, halten wir für viel sinnvoller.

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