Startseite » Tee » Frauenmanteltee – Nicht nur bei Frauenleiden hilfreich
Tee

Frauenmanteltee – Nicht nur bei Frauenleiden hilfreich

Wissenschaftlicher Name: Alchemilla
Frauenmanteltee
Volkstümlicher Name
  • Allerfrauenheil
  • Sinntau
  • Sinau
  • Taubecher
  • Taublatt
  • Frauenhilf
  • Immertau
  • Marienkraut
  • Mutterkraut
Anwendungsgebiete

  • Kinderwunsch
  • Menstruations-beschwerden
  • Geburtsvorbereitung
  • Entzündungen und Wunden
Wichtigste Inhaltsstoffe
  • Phytosterine
  • Gerbstoffe
  • Bitterstoffe

Der Name des Frauenmantels (Alchemilla) kommt nicht von ungefähr. Schon im Altertum kannte man die Pflanze als wichtiges Heilkraut gegen klassische Frauenleiden.

Vor allem bei Menstruationsbeschwerden und Kinderwunsch galt Frauenmanteltee als Geheimrezept erfahrener Kräuterkundiger.

Was Alchemilla außerdem für Deine Gesundheit tun kann und welche Inhaltsstoffe dem Frauenheilkraut seine medizinische Wirkung verleihen, erfährst Du hier.

Die vielseitigen Talente der kleinen Alchemistin

Frauenmanteltee
Frauenmantel gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist an seinen auffallend gelben, zierlichen Blütenständen zu erkennen, in denen die leuchtenden Doldenblüten rispenförmig beieinander stehen.

Die gelappten Fächerblätter der Alchemilla sind ebenfalls sehr auffällig. Sie besitzen einen deutlich gezähnten Blattrand und sind in der Mitte leicht vertieft, wodurch sich Tau- und Regenwasser leicht im Blattkelch ansammeln kann.

Die Beschaffenheit der Frauenmantelblätter verlieh dem Heilkraut diverse Beinamen wie Immertau, Taubecher, Taublatt, Sinntau oder dessen Kurzfassung Sinau.

Das im Blattkelch gesammelte Wasser inspirierte darüber hinaus Alchemisten und Mediziner, den Pflanzentau der Alchemilla, wie auch deren alkoholische Destillate medizinisch zu nutzen. Als besonders wirksam taten sich dabei die Extrakte folgender Frauenmantelarten hervor:

  • Alpen-Frauenmantel (Alchemilla alpina)
  • Gelbgrüner Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora)
  • Gewöhnlicher Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Der deutsche Wundarzt Hieronymus Brunschwig empfahl in seinem „Kleinen Destilierbuch“ Wurzel- und Krautauszüge der Alchemilla vulgaris gegen entzündete Wunden.

Zudem lobte Brunschwig die gute Eignung von Frauenmantel zur Bruststraffung und Behandlung innerer Wunden. Mediziner und Botaniker, wie Otto von Brunfels und Jacobus Theodorus bestätigten Brunschwigs Empfehlungen wenig später.

„Das Wasser von Frauenmantel ist gut zu Wunden, damit gewaschen und Tüchlin darin genetzt. Dann es löschet zugleich und heilet. Ein Tüchlein genetzt welche Frau weiche Brüst hat und in die Badstub gaht und im Ausgang das naß Tüchlin überleget, so werden ihre Brüst hart und straff.“

Otto von Brunfels – Botaniker und Mediziner

Durch gut ein Dutzend ähnlicher Empfehlungen kräuterkundiger Mediziner aus dem Altertum, ergab sich im Laufe der Zeit ein breites Spektrum von Anwendungsgebieten der Alchemilla. Zu ihnen zählen

  • Atemwegserkrankungen,
  • Entzündungen im Mundraum,
  • Geburtskomplikationen und Zyklusstörungen,
  • geschwächtes Bindegewebe (z.B. Schwangerschaftsstreifen),
  • gestörte Sekretbildung (z.B. während der Stillzeit),
  • innere Unruhe (z.B. durch Depressionen oder Schlafstörungen),
  • Verdauungsbeschwerden (z.B. Bauchschmerzen oder Durchfall)
  • Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden,
  • Wunden, Ekzeme und Geschwüre.

Wissenswert: Heimisch ist der Frauenmantel in ganz Nordeuropa. Im nordischen Volksbrauchtum war die Pflanze dabei der nordischen Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht, was schon andeutet, wie sehr die Heilkräfte von Alchemilla seit jeher mit Kinderwunsch und Schwangerschaft verbunden sind. Diverse altertümliche Fruchtbarkeitsriten, Liebeszauber und Rezepturen für Aphrodisiaka nennen Frauenmantel deshalb als wichtige Zutat.

Wirkung von Frauenmantel beruht auf interessanten Inhaltsstoffen

Im Frauenmantel bzw. Frauenmanteltee sind, neben Gerb- und Bitterstoffen vor allem pflanzliche Hormone (Phytosterine) für die Heilwirkung verantwortlich. Diese haben gerade auf den weiblichen Hormonhaushalt eine faszinierende Wirkung. Einzelheiten hierzu sowie zu weiteren Inhaltsstoffen der Alchemilla kannst Du der nachstehenden Übersicht entnehmen.

Frauenmantel ist ein natürliches Hormonpräparat

Die besonderen Phasen im Leben einer Frau werden maßgeblich vom weiblichen Hormonhaushalt gesteuert.

Aus diesem Grund sind auch typische Frauenleiden häufig hormonell bedingt. Dabei kann entweder ein zu niedriger Östrogen- oder Progesteronwert für die Probleme verantwortlich sein.

Östrogen steuert hierbei die „aktiven“ Prozesse im weiblichen Körper, wie etwa die Produktion von Eizellen und den Eisprung.

Die Wirkung von Progesteron wiederum setzt ein, sobald eine Eizelle die Eierstöcke verlassen hat. Das Hormon ist dann eher für die „beruhigenden“ und stabilisierenden Körperabläufe der Frau verantwortlich:

  • Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer Eizelle,
  • Erhalt der Schwangerschaft nach Einnistung der Eizelle,
  • Reifung der Milchdrüsen in der weiblichen Brust im Zuge der Schwangerschaft
  • und Entspannung bzw. Anpassung der Gebärmuttermuskulatur an das Baby.

Neben Fruchtbarkeitsproblemen, die entstehen, wenn eine geschwächte Gebärmutterschleimhaut die Einnistung der Eizelle erschwert, sorgen zu niedrige Progesteronwerte auch für

  • Unregelmäßigkeiten im Zyklus
  • ziehende und spannende Brüste
  • starke Regelschmerzen und Regelblutungen
  • Schlafstörungen und Gemütsschwankungen
  • Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme
  • erhöhtes Risiko an Früh- oder Fehlgeburten

Die im Frauenmanteltee enthaltenen Phytohormone wirken diesen Mangelerscheinungen entgegen. Genauer gesagt, ist es das Saponin Diosgenin, das die Funktion des körpereigenen Progesterons nachahmt und so dessen Aufgaben übernimmt.

  • In den Wechseljahren geht dem Östrogenmangel ein Progesteronmangel voraus. Er erfolgt bei Frauen mittleren Alters auf natürliche Weise und signalisiert in Folge auch den Östrogenrezeptoren, ihre Arbeit allmählich einzustellen.
    Frauenmanteltee kann hier wie ein wahrer Jungbrunnen wirken, und für einen verlangsamten Rückgang von Progesteron sorgen.
  • Auch für Bindegewebsschwächen ist ein gestörtes Wechselspiel zwischen Östrogen und Progesteron verantwortlich. Schwangerschaftsstreifen oder Dehnungsstreifen in den Wechseljahren lassen sich durch eine gezielte Zufuhr an Diosgenin darum sehr gut behandeln.

Gerb- und Bitterstoffe im Frauenmantel sind pflanzliche Desinfektionsmittel

Unterstützt wird die Heilwirkung der pflanzlichen Hormone durch die

  • antioxidative,
  • desinfizierende,
  • entwässernde,
  • entzündungshemmende,
  • gefäßschützende,
  • krampflösende,
  • schmerzlindernde,
  • und wundstillende

Wirkung der in Alchemilla enthaltenen Gerbstoffe und Bitterstoffe. Es handelt sich hier um verschiedene Pflanzensäuren, die vielen Heilkräutern nicht nur ihren herb-bitteren Geschmack, sondern auch ihre heilsamen Effekte gegen

  • Blutungen
  • Durchfall
  • Entzündungen
  • Infektionen
  • Schmerzen
  • und Krämpfe

verleihen. Alchemilla ist darum nicht nur gegen Frauenleiden ein echter Gewinn, sondern kann auch bei anderen Wehwehchen zuverlässige Hilfe bieten.

Gerb- und Bitterstoffe sind auch für ihre entgiftende Wirkung bekannt. Sie helfen zum Beispiel bei der Reinigung der Gebärmutter, wenn Schlackenablagerungen den Eisprung und damit die Fruchtbarkeit der Frau beeinträchtigen.

Wirksame Inhaltsstoffe in Frauenmantel

Phytosterine

Diosgenin

übernimmt als pflanzliches Progesteron die Aufgaben des Sexualhormons und beugt so Zyklus-, Schwangerschafts- und Wechseljahrsbeschwerden vor
Carbonsäuren
Gerbstoffe und Bitterstoffe
wirken antioxidativ, desinfizierend, entwässernd, entgiftend, entzündungshemmend, gefäßschützend, krampflösend, schmerzstillend und wundstillend

„Zwei Drittel aller Frauenoperationen würden bei frühzeitiger und längerer Verwendung von Frauenmantel gänzlich überflüssig, denn Frauenmantel heilt alle Unterleibsentzündungen, Fieber, Brand, Eiterung, Geschwüre und selbst Brüche. Jede Kindbetterin sollte 8 bis 10 Tage fleißig recht viel Frauenmanteltee trinken, manche Kinder hätten dann noch ihre Mutter und mancher geschlagene Witwer seine Frau, wenn sie diese Gottesgabe gekannt hätten. […]“

Johann Künzle – Schweizer Naturarzt und Pfarrer

Anwendung und Dosierung des Frauenmanteltees

Als Richtwert für die Tagesdosis gilt bei Frauenmanteltee eine relativ großzügige Menge von 5 bis 10 Teelöffeln des Krautes.

Alchemilla ist ein äußerst sanftes Heilkraut, weshalb gerade schwangere Frauen es außerordentlich zu schätzen wissen.

Es darf aber nicht vergessen werden, dass auch ein Übermaß an pflanzlichen Hormonen seine Tücken für einen geregelten Hormonhaushalt bedeutet. Zudem sind medikamentöse Wirkstoffe grundsätzlich nur in gesunder Dosierung anzuwenden. Hier einige Hinweise zur Einnahme:

Frauenmanteltee bei Menstruationsbeschwerden und Kinderwunsch

Progesterone, wie auch das Phytoprogesteron Diosgenin, entfalten ihre Wirkung im weiblichen Körper erst nach dem Eisprung.

Dementsprechend sollte Frauenmanteltee bei Kinderwunsch erst in der 2. Zyklushälfte getrunken werden.

Menstruationsbeschwerden wie Regelschmerzen oder spannende Brüste, die als Frauenleiden unmittelbar vor oder während der Regelblutung auftreten, lassen sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls mit einem Tee aus Frauenmantelkraut behandeln.

Achtung: Nach der zweiten Zyklushälfte muss Frauenmanteltee bis zum nächsten Eisprung ausgesetzt werden. Der Progesteronspiegel muss jetzt auf natürlichem Wege absinken, damit das körpereigene Östrogen erneut mit der Produktion von Eizellen beginnen kann. Nur ein harmonisches Wechselspiel der beiden weiblichen Hormone überführt das Zyklusgeschehen langfristig in einen gesunden Rhythmus!

Frauenmanteltee zur Progesteron-Kur in den Wechseljahren

Frauen in der Menopause könnte man nun sagen: Trinkt so viel Frauenmanteltee, wie ihr wollt. Denn ein Zuviel an Progesteron gibt es in dieser Lebensphase augenscheinlich gar nicht. Augenscheinlich. Denn wer in den Wechseljahren seinen Hormonhaushalt in Balance halten möchte, sollte nach wie vor die verschiedenen Zyklusphasen beachten.

Es kommt immer auf ein ausgeglichenes Wechselspiel von Östrogen und Progesteron an, weshalb man sich trotz abnehmender Fruchtbarkeit weiterhin am Menstruationszyklus orientieren sollte. Dies bedeutet: Frauenmantel nur in der (gedachten) 2. Zyklushälfte einnehmen und danach für etwa 2 Wochen aussetzen.

Frauenmanteltee während und nach der Schwangerschaft

Zur Reduzierung von Abgängen und Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft werden täglich 2 Tassen des Frauenmanteltees getrunken.

Tipp: Hebammen empfehlen, den Tee hier nicht länger als 12 Wochen am Stück einzunehmen.

Zur Geburtsvorbereitung, Stimulation der Milchbildung oder um die Rückbildung von Geburtswunden in der Gebärmutter zu unterstützen, sind ebenfalls 2 Tassen Frauenmanteltee pro Tag empfohlen. Hier liegt die maximale Anwendungsdauer bei 3 bis 4 Monaten.

Nebenwirkungen bei Frauenmanteltee

Lasse Frauenmanteltee nur etwa 5 – 10 Minuten ziehen. Zieht der Tee zu lange durch, werden vermehrt Gerbstoffe freigesetzt, deren entwässernde Wirkung zu Verstopfung führen kann. Ratsam ist die verlängerte Ziehzeit deshalb nur bei Durchfall.

Auch für die Leber sind große Mengen an Gerbstoffen auf Dauer belastend. Eine mögliche Nebenwirkung könnte hier Leberinsuffizienz sein. Halte Dich darum bitte an die empfohlene Anwendungsdauer und Dosierung von Frauenmanteltee.

Damals wie heute – Positive Erfahrungen mit Frauenmanteltee

Am Beispiel des Frauenmantel kann man sehr schön beobachten, dass die Wurzeln der heutigen Schulmedizin eigentlich in der Kräuterkunde liegen.

Als wegweisend für die medizinische Anwendung von Alchemilla in der Neuzeit gelten dabei die Kräuterbücher der sogenannten „Väter der Botanik“, zu denen neben dem anfangs erwähnten Otto von Brunfels auch die Kräuterfachmänner Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs gehören.

Zahlreiche Mitbegründer der modernen Medizin, darunter Dioskurides und Paracelsus, teilten damals die Meinung der Botaniker über Frauenmantel.

„Hier haben wir ein sehr trefflich Kraut (allerhand Brüch im Leib und ausserhalb zu heilen) von Gott beschaffen, sein complexion und natur ist zu kühlen geneigt.“

Hieronymus Bock – Arzt und Botaniker

Auch die große Hildegard von Bingen wusste gutes über die heilsamen Effekte zu berichten, die der Alchemilla zugeschrieben wurden. Sie schrieb in ihrer „Physika“ und anderen Werken, dass das Marienkraut stets einen besonderen Platz in ihrem Klostergarten habe und sie es traditionell gegen Frauenleiden einsetze.

In der Moderne bestätigen zahlreiche Beiträge über Frauenmantel in Online-Foren die Aussagen der weisen Kräuterkundigen aus dem Mittelalter.

Die Alchemilla macht hier bei werdenden Müttern und Frauen mit Wechseljahrs oder Menstruationsbeschwerden gleichermaßen die Runde. Und selbst Patienten mit Rachenentzündung oder Wundleiden berichten über positive Erfahrungen mit dem Heilkraut, das nicht nur in der Frauenheilkunde ein Begriff ist.

Heute sind viele Wirkungen des Frauenmantel bestätigt, dazu zählen:

  • Stimulierung der Progesteronausschüttung
  • Zyklusregulierung
  • Linderung von Menstruationsbeschwerden
  • Geburtsvorbereitung
  • Bruststraffung
  • Unterstützung der Milchbildung
  • Unterstützung der Wundheilung
  • entzündungshemmende Wirkung
  • stopfende Wirkung bei Durchfall

Frauenmanteltee kaufen – Apotheke, Dm oder Online

Frauenmantel gibt es nicht nur als Tee. Ebenso gibt es pflanzliche Urtinkturen, Globuli und Hormonkapseln, die auf die Wirkung der Alchemilla setzen.

Des Weiteren wird Frauenmantel in Teemischungen bei Kinderwunsch und anderen Anlässen der Frauenheilkunde gerne mit anderen Frauenkräutern gemischt, wie etwa dem Storchschnabel oder Himbeerblättern. Nachstehend eine kleine Produktauswahl:

Fazit

Frauenmantel ist zu Recht ein altes Frauenheilkraut, denn er hilft nicht nur bei Kinderwunsch und Zyklusproblemen, sondern kann gleichzeitig auch Geburtskomplikationen verringern.

Zudem zeigt Alchemilla bei der Entzündungs- und Wundbehandlung gute Wirkung. Zu verdanken hat das Kraut mit den vielsagenden Beinamen seine Wirkung dem reichen Gehalt an Gerb- und Bitterstoffen.

Gerade für die Heilwirkung bei Frauenleiden sind auch die pflanzlichen Progesterone des Mutterkrauts von großer Bedeutung.

Größere Risiken ergeben sich bei längerer Einnahme von Frauenmanteltee und anderen Produkten aus Frauenmantel dabei nicht. Die Dosierungs- und Anwendungshinweisen sollte man dennoch beachten, um den heilsamen Effekt von Alchemilla so gut wie möglich nutzen zu können.

Hat der Artikel dir gefallen? Gib hier deine Stimme ab:
Frauenmanteltee – Nicht nur bei Frauenleiden hilfreich
4.3 aus 3 Stimmen

Kommentar schreiben

Klicke hier, um einen Kommentar zu schreiben

Seit Jahren bekannt

meinbauch bauch tipps bekannt aus

Folge Uns auf Facebook

Unsere neuesten Beiträge