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Heilpflanzen

Kalmuswurzel bei Magen-Darm-Beschwerden

Wissenschaftlicher Name: Acorus calamus
kalmus wurzel wirkung
Volkstümlicher Name
  • Ackerwurz
  • Magenwurz
  • Karmsen
  • deutscher Ingwer
  • Kalmuswürze
Anwendungsgebiete

  • Magen-Darm Beschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Rheuma
  • Erschöpfung
Wichtigste Inhaltsstoffe
  • ätherische Öle
  • Gerbstoffe
  • Methylamine
  • Cholin

Kalmus (oder Calmus) wird seit dem Altertum als Heilpflanze genutzt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Pflanze von Ostasien über den gesamten Globus verbreitet und in verschiedene Unterarten differenziert. Dabei hat Kalmus nicht überall seine wohltuende Wirkung behalten.

Je nach Herkunft kann Kalmus eine Konzentration des Inhaltsstoffes Asaron enthalten, der entweder krebserregend, halluzinogen oder aber heilsam sein kann.

Kalmus findet man auch unter den Namen Deutscher Ingwer, Acker-, Brust- oder Magenwurz oder Schwanenbrot. Die Wurzel wird hauptsächlich in der alternativen Medizin zu therapeutischen Zwecken angewandt. Bei uns wurde sie bisher nicht offiziell als Heilpflanze anerkannt.

Inhaltsstoffe der Kalmuswurzel

Kalmuswurzel

Die Kalmuswurzel enthält hauptsächlich:

  • ätherische Öle
  • Schleimstoffe
  • Cholin
  • aromatische Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Methylamine

Wirkung der Kalmuswurzel

Der aktive Wirkstoff der Kalmuspflanze ist, wie auch bei Ginseng, in der Wurzel enthalten.
In der Erfahrungsheilkunde soll Kalmus u.a. gegen:

  • Magersucht (Anorexia nervosa) und Appetitlosigkeit (stomachisch)
  • Reizmagen, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfe und Verdauungsstörungen
  • Blutunterdruck (Hypotonie)
  • Rheuma, Zahnfleisch-, Haut- und Halsentzündungen (Desinfektion)
  • Infektionskrankheiten als Stärkungs- und Belebungsmittel
  • Nikotinabusus, zur Raucherentwöhnung aufgrund der auswurffördernden und tonisierenden Wirkung und
  • gegen Kopfschmerzen und Erschöpfung helfen.

Die Kalmuswurzel wird hauptsächlich in der Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden (wie z.B. Reizmagen und Appetitlosigkeit) eingesetzt. Man vermutet, dass die Bitter- und Schleimstoffe sowie die ätherischen Öle in der Kalmuswurzel für die positive Wirkung auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes verantwortlich sind.

Die Schleimstoffe der Wurzel legen einen schützenden Film über die Schleimhäute und sorgen so dafür, dass sie vor aggressiven Reizungen geschützt und insgesamt unempfindlicher wird.

Unter dem Einfluss der durchblutungsfördernden ätherischen Öle entkrampft sich die Magenschleimhaut, die Bitterstoffe regen die Bildung von Speichel im Mund und Verdauungssäften im Magen, in der Leber und der Bauchspeicheldrüse an und sorgen dafür, dass Nahrungsbestandteile schneller zersetzt und der Magen-Darm-Trakt schneller geleert/entlastet wird.

Außerdem wird vermehrt das Verdauungshormon Gastrin freigesetzt, das die Muskulatur im Magen-Darm-Bereich anregt, die Verdauung insgesamt erleichtert und ein Hungergefühl fördert. Das macht die Kalmuswurzel zusätzlich zu einem der wenigen begleitenden Phytotherapeutika im Rahmen der Behandlung von Magersucht.

Anwendungsmöglichkeiten für Kalmuswurzeln

kalmuswurzel tee
Die Kalmuswurzel kann u.a. als

  • Tee
  • Tinktur
  • Pulver
  • Spülung
  • Creme
  • Zahnpasta
  • Mundspülung
  • Kräuterlikör
  • Magenbitter
  • Badezusatz
  • und Räucherwerk

    verarbeitet oder gekauft werden.

Den verschiedenen Darreichungsformen werden zugleich auch unterschiedliche Wirkungen nachgesagt.

Kaltaufguss
soll besonders gut gegen Gallenkoliken und Blähungen helfen
Räucherwerk
soll die Konzentration fördern, gegen seelische Erschöpfung helfen und die Nerven stärken.
Kalmus-Cremes
werden gegen unreine und müde Haut angeboten und das Pulver der Kalmuswurzel sogar als Insektenvernichtungsmittel eingesetzt.

Tipp: Hier findest Du Kalmus-Rezepte für die eigene Zubereitung.

In unseren Breiten wird die Kalmuswurzel gerne als Tee zubereitet. Aufgrund ihres Ingwer-ähnlichen, brennend-aromatischen Geschmacks kann sie aber auch als Speisewürze oder, in Ölen gelöst, bei der Zubereitung von Salaten genutzt werden.

Kalmusprodukte werden am häufigsten in der:

  • Esoterik
  • Phytotherapie
  • Homöopathie

genutzt.

Allerdings hat Kalmus keine Monographie von der Kommission E (wissenschaftliche Sachverständigenkommission für die Zulassung pflanzlicher Arzneimittel), ist damit also nicht offiziell als Heilpflanze anerkannt.

So ist die Wirksamkeit der Kalmuswurzel bis heute auch nicht wissenschaftlich belegt.

Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Bei Durchfallerkrankungen sollte sie generell nicht eingenommen werden. Auch Kindern, Schwangeren und stillenden Frauen wird vom Gebrauch der Wurzel abgeraten.

Beim Kauf der Wurzeln muss unbedingt auf die Herkunft geachtet werden, da insbesondere die indischen Arten hohe Konzentrationen von Beta-Asaron enthalten, das sich in Tierversuchen als krebserregend erwiesen hat.

Tipp: Arten aus Nordamerika dagegen enthalten Beta-Asaron-freies ätherisches Öl.

Hinweis

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind keine Nebenwirkungen der Kalmuswurzel bekannt. Es wird jedoch davor gewarnt, die Kalmuswurzel oder deren Zubereitungen länger als einen Monat einzunehmen.

Eine Überdosierung (mehr als 500 g/Tag) soll:

  • Krampfanfälle
  • Brechreiz
  • Durchfall
  • Nierenschäden

verursachen können.

Weiterhin kann eine Überdosierung unter Umständen eine psychoaktive, stark euphorisierende, im Extremfall halluzinogene Wirkung haben.

Kalmuswurzel- oder Kalmustee?

Kalmus(wurzel-)tee kann auf verschiedene Weise zubereitet werden. Der Tee wird meist zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden und zur Appetitsteigerung angewendet:

  • 1 bis 2 Teelöffel (entspricht 1,0 bis 1,5 g getrockneter Wurzelstock) mit 150 ml gekochtem Wasser überbrühen. Nach 5 Minuten Ziehzeit kann der Tee bis zu 3 mal täglich und vor den Mahlzeiten getrunken werden.
  • Eine Prise geriebener Kalmuswurzel zum Kräutertee geben, den man 2 mal täglich und als Kur über 8 Wochen einnimmt.
  • Für einen Kaltauszug übergießt man kleingeschnittene Kalmuswurzel mit kaltem Wasser und lässt den Auszug über 8 Stunden stehen. Von diesem Sud kann man dann jeweils einen Teelöffel mit einer Tasse lauwarmen Wassers aufgießen.

Kalmuswurzel gegen Rauchen

Die Kalmuswurzel soll ein wirksames Entwöhnungsmittel für Raucher sein. Wenn man die Wurzel vor dem Rauchen kaut, soll das Rauchen Übelkeit hervorrufen.

Kalmuswurzel zum Abnehmen

Kalmuswurzel soll nicht nur den Appetit regulieren, sondern auch die Fettverbrennung fördern. Diese Eigenschaften, zusammen mit ihrer guten Wirkung auf eine geregelte Verdauung, machen die Wurzel als Kaltaufguss und/oder als Tee zum abnehmen einem hervorragenden Begleiter bei einer Diät.

Wo kann man die Kalmuswurzeln sammeln?

Bei uns wächst die Kalmuspflanze wild und bevorzugt an Orten mit Staunässe, z.B. an stehenden oder langsam fließenden Gewässern, im Schilf und an Tümpeln und Teichen.

Die bis zu 1 Meter lange Wurzel wächst waagerecht und sollte nach dem Ausgraben gewaschen, von Nebenwurzeln befreit, zerkleinert und getrocknet werden. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Wurzel trocken aufbewahrt wird, da sie sonst schnell verdirbt.

Wo kann man Kalmuswurzeln kaufen?

Kalmus wird in allen möglichen Formen zu verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und in einer breiten Preisspanne angeboten. Leider ist nicht bei jedem Anbieter erkennbar, welcher Herkunft das Produkt ist.

Erhältlich ist Kalmuswurzel zum Beispiel hier:

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Fazit – Die Kalmuswurzel im Überblick

Die über die Jahrhunderte gemachten Erfahrungen verschiedener Völker haben die positive Wirkung der Kalmuswurzel auf den Verdauungstrakt belegt. Da sich die Nebenwirkungen auf die schädlichen Wirkungen einer Überdosierung beschränken, schadet sicher der Versuch bei Magen-Darm-Problemen nicht.

Im Zweifel und bei ernsthaften Erkrankungen sollte allerdings ein Arzt in die Entscheidung einbezogen werden.

Magersucht (Anorexia), gegen die die Kalmuswurzel helfen soll, ist eine ernstzunehmende Erkrankung und sollte auf keinen Fall mit der Kalmuswurzel alleine behandelt werden!

Ein Einkauf der Wurzel ist nur dann ratsam, wenn eindeutig deklariert ist, welche Herkunft die Pflanze hat. Da insbesondere die indischen Arten (im Gegensatz zu den Nordamerikanischen) eine karzinogene Konzentration an Beta-Asaron haben können und im Eigengebrauch die Dosierung nicht überwacht werden kann, ist die Anwendung nicht immer unkritisch.

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