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Bauchschmerzen

Luft im Bauch

Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, aber auch leichte bis kolikartige Bauchschmerzen sind Symptome, die unangenehm sein können. Ein anderes unschönes aber ähnliches Gefühl kommt auf, wenn man zu viel Luft im Bauch hat.

Doch was steckt dahinter und was kannst Du gegen Luft im Bauch tun? In diesem Artikel wollen wir Euch zeigen, woher die Luft kommt und was man langfristig tun kann, um die Luft abzulassen.

Luft im Bauch - das Hilft

Beschwerden durch Luft im Bauch: was tun?

Wenn Dir ständig Luft im Bauch Probleme bereitet, ist der wichtigste, aber auch schwerste Schritt, die Ursachen festzustellen. Es spielen dabei sehr viele Faktoren zusammen. Daher solltest Du vor allem darauf achten, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

Das zweitwichtigste bei Beschwerden durch Luft im Bauch ist, auf Symptome sofort zu reagieren. Helfen können spezielle Medikamente, aber auch Naturheilmittel wie zum Beispiel Kräutertees für Magen und Darm oder verschiedene Gewürze, außerdem Hausmittel wie ein Magenbitter oder ein Klarer mit frisch gemahlenem Pfeffer, aber höchstens einmal am Tag.

Von selbst verschwinden die Probleme in der Regel nicht so schnell, Du gewöhnst Dich nur daran, hast aber mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit zu kämpfen.

Leider gibt es kein Patentrezept gegen Luft im Bauch. Was Dir heute hilft, kann morgen nutzlos sein. Das beste ist, verschiedene Dinge zu probieren und aufzuschreiben, was in welcher Situation geholfen hat.

Sehr hilfreich ist es, wenn Du ein Ernährungstagebuch führst. Darin trägst Du ein, wann Du welche Nahrungsmittel, Snacks und Getränke zu Dir nimmst, und welche Wirkungen oder Symptome auftreten. Damit kannst Du nachvollziehen, ob bestimmte Lebensmittel, Gewürze oder Kombinationen regelmäßig Beschwerden hervorrufen.

Tipp: Das Tagebuch hilft Dir auch, wenn Du Deine Luft im Bauch Symptome mit einem Arzt klären willst. Zu oft nehmen Mediziner derartige Probleme nicht ernst genug.

Woher kommt die Luft im Bauchraum?

Luft gelangt auf zwei Wegen in Deinen Bauch. Einen Teil nimmst Du mit der Nahrung auf. Beschwerden bereiten vor allem Gase, die erst die Verdauung im Darm erzeugt. Sie nehmen viel mehr Raum ein als die Nahrung, aus der sie entstanden sind.

Warum entsteht Luft im Bauch?

Die Bildung von Gasen im Verdauungstrakt ist an sich normal. Zum Beispiel entsteht CO², wenn Kohlenstoff oxidiert, also eine chemische Verbindung mit Sauerstoff eingeht. Dieser Prozess setzt Energie frei.

Wie bei der Verbrennung von Holz, Kohle, Öl und Gas entsteht Kohlendioxid also auch beim Energiestoffwechsel in Deinem Körper. Dieses wird aber vorwiegend über das Blut in die Lungen transportiert und beim Ausatmen mit der Atemluft abgegeben. Bei der Verdauung im Darm ist das anders.

Die kleinen Helfer im Darm

Die Verdauung ist zum Teil ein chemischer Prozess, bei dem die Nahrung durch verschiedene Flüssigkeiten zersetzt wird. Das sind zum Beispiel Enzyme, die als biologisch aktive Substanzen jeweils bestimmte chemische Reaktionen auslösen und fördern.

Gerade der Darm ist aber auch von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt, die sich als eigenständige biologische Organismen an der Verdauung beteiligen. Sie spalten zum Teil auch Substanzen auf, die Dein eigener Organismus gar nicht verwerten kann, sogenannte Ballaststoffe.

Diese Mikroorganismen haben ihren eigenen Stoffwechsel und produzieren bei der Zersetzung der Nahrungsbestandteile insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO²) oder kurz Kohlendioxid sowie die brennbaren Gase Methan und Wasserstoff. Sie entweichen meist unbemerkt über den hinteren Darmausgang.

Tipp: Nur wenn sie sich in Blasen sammeln oder übelriechende Gase entstehen, machen sie sich beim Abgang als Blähungen bemerkbar. Beides deutet auf eine nicht optimale Verdauung hin, eine Verdauungsstörung. Welche Ursachen dafür verantwortlich sein können, damit befassen sich die folgenden Abschnitte jeweils im Detail.

Ernährungstipps für weniger Luft im Bauch

Vorbeugen gegen Luft im Bauch
Wie schon erwähnt werden Gase bei der Verdauung vor allem durch Mikroorganismen, die sogenannte Darmflora produziert. Deren Zusammensetzung und ihre Nahrungsgrundlage haben daher einen entscheidenden Einfluss auf die Art und Menge der entstehenden Gase. Über Deine Ernährung kannst Du daher einige Ursachen für zu viel Luft im Bauch abstellen.

  • Meide Nahrungsmittel, die bekanntermaßen Blähungen verursachen, oder kombiniere sie mit anderen, die der Gasbildung entgegenwirken. Ein Beispiel sind Hülsenfrüchte und die Kombination mit Anis, Kümmel, Kreuzkümmel (Cumin), Koriander, Fenchel oder Getreideprodukten
  • gezielt „gutartige“ Mikroorganismen zuführen (Probiotika)
  • Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungen wählen, die „gutartige“ Mikroorganismen unterstützen (Präbiotika)
  • mit einer durchdachten Zusammenstellung Deiner Ernährung dafür sorgen, dass deine Darmflora im Gleichgewicht bleibt.

Wie das Ökosystem in einem Teich bei Überdüngung umkippen kann, weil einzelne Lebensformen übermäßig im Wachstum gefördert werden, so kann auch das Gleichgewicht der Organismen in Deinem Darm, zum Beispiel durch eine überhöhte Zufuhr leicht verwertbarer Energieträger wie Einfachzucker, gestört werden. Das führt dann zu Beschwerden wie Luft im Bauch.

Zu viel Luft im Bauch durch kohlensäurehaltige Getränke?

Was die Luft im Bauch betrifft, sind kohlensäurehaltige Getränke eine Ausnahme. Mit ihnen kannst Du Kohlenstoffdioxid in Mengen aufnehmen, die sich unangenehm bemerkbar machen können. Im Wasser gelöst nimmt es fast keinen Raum ein. Wird es wieder freigesetzt, vergrößert es sein Volumen erheblich.

Wichtig: Ein durchschnittlicher Sprudel enthält ungefähr fünf Gramm CO² pro Liter. Das Volumen des Wassers nimmt dadurch nur um etwa 3 ml zu. Gasförmig benötigt dieselbe Menge Kohlenstoffdioxid bei normalem Druck dagegen rund 2,5 l Raum.

Das heißt, wenn Du ein Glas Mineralwasser trinkst, können sich diese 0,2 l in Deinem Magen theoretisch auf bis zu 0,7 l ausdehnen. Wenn kohlensäurehaltige Getränke daher die Ursache Deiner Probleme mit Luft im Bauch sind, Du aber nicht auf Sprudel, Cola & Co verzichten möchtest, achte darauf, langsam und in kleinen Schlucken zu trinken. So kann das Kohlendioxid bereits im Mund weitgehend entweichen und nur dort wirkt sich die Kohlensäure schließlich auch auf den Geschmack aus.

Ständig Luft im Bauch durch Ballaststoffe?

Das charakteristische Merkmal von Ballaststoffen ist, dass Dein Organismus sie nicht verdauen kann. Trotzdem können sie im Darm zersetzt werden. Das geschieht durch Mikroorganismen in den hinteren Darmabschnitten, dem Dickdarm.

Bei der Zersetzung von Ballaststoffen entstehende Gase können daher auch für Blähungen verantwortlich sein.

Trotzdem ist ein Verzicht auf Ballaststoffe wegen ihrer positiven Wirkung kaum zu empfehlen.

Flüssige Ballaststoffe wie Inulin und die damit verwandte Oligofructose fördern zum Beispiel Milchsäure- und Bifidobakterien, die zu den vorteilhaften und erwünschten Bestandteilen der Darmflora zählen.

Wenn Dir Lebensmittel mit sehr hohem Inulingehalt, wie Topinambur und Chicoree beziehungsweise Zichorie, oder solche mit überdurchschnittlichem Inulinanteil, wie Knoblauch, Zwiebeln und Spargel Beschwerden bereiten, dann kann das auf einen zu geringen Anteil der Milchsäure- und Bifidusflora hindeuten.

Tipp: Statt auf die ballaststoffreichen Nahrungsmittel zu verzichten, könntest Du diese mit probiotischen Milchprodukten oder durch Milchsäuregärung hergestellte Sauergemüse wie Saure Gurken, Silberzwiebeln, Sauerkraut, Rote Beete und dergleichen kombinieren.

Blähungen und Darmbeschwerden durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Laktose

Eine Laktoseunverträglichkeit ist in Europa vergleichsweise selten. Anders als beispielsweise in asiatischen Ländern betrifft sie nur etwa 10 bis 15 Prozent der einheimischen Bevölkerung. Die Ursache ist ein Mangel des Enzyms Laktase, das der Körper zur Verdauung der Laktose benötigt.

Problematischer ist der Fall einer echten Nahrungsmittelunverträglichkeit. Dabei verursachen bestimmte Nahrungsbestandteile Allergien, die ebenfalls Blähungen und das Gefühl von Luft im Bauch als Symptome hervorrufen können.

In dieser Hinsicht bekannt sind insbesondere das Gluten, beziehungsweise dessen alkohollöslicher Bestandteil Gliadin, und der Milchzucker, die Laktose.

Beschwerden aufgrund einer Laktoseunverträglichkeit lassen sich relativ einfach auch mit Laktase auch in Tablettenform, die es sogar rezeptfrei in Drogerien und im Discounter zu kaufen gibt.

Gluten

Eine Glutenunverträglichkeit ist besonders schwer selbst zu diagnostizieren, da zum einen der überwiegende Teil aller verarbeiteten Lebensmittel Weizenmehl und damit Gluten enthält. Zum anderen können die üblichen Allergietests beim Arzt oder als Gluten-Selbsttest aus der Apotheke nur die klassischen Fälle der Zöliakie oder einheimischen Sprue zweifelsfrei nachweisen.

Ist die Luft im Bauch das Symptom einer Glutenallergie, lässt sich das Problem nicht so leicht lösen. Gluten ist vor allem im Weizen enthalten, aber auch in den anderen einheimischen Getreidearten wie Gerste, Roggen oder Dinkel, ausgenommen Hafer.

Eine Glutenunverträglichkeit produziert nicht nur Luft im Bauch. Sie schädigt die Darmschleimhaut langfristig und dauerhaft. Außerdem führt sie zu diversen Mangelerscheinungen, weil Eisen, Vitamine sowie andere wichtige Nährstoffe nur noch eingeschränkt aus der Nahrung aufgenommen werden.

Wichtig: Daher ist eine Glutenallergie nicht nur unangenehm, sondern wirklich gefährlich und sollte durch einen Arzt behandelt werden.

Wer „nur“ an einer Weizenunverträglichkeit leidet und mit Gluten kein Problem hat, der kann und sollte Kamutmehl ausprobieren!

Fazit

Beschwerden durch Luft im Bauchraum sind oft harmlos, können aber auch Symptome ernsthafter Gesundheitsprobleme sein, beispielsweise bei Nahrungsmittelallergien.

Du solltest sie daher beobachten und Dir am besten notieren, wann und in welchem Zusammenhang die Probleme auftreten.

Stellt sich dabei ein bestimmtes Muster heraus, hast Du eine gute Grundlage, um die Problematik mit einem Arzt abzuklären.

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