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So funktioniert die Rohkostdiät

Weg von tierischen Fetten und ungesundem Zucker, hin zu pflanzlichen Ballaststoffen. Anders als zum Beispiel bei der Low-Carb-Ernährung wird bei der Rohkostdiät wird der Speiseplan komplett auf unverarbeitetes Obst, Salat und Gemüse, Nüsse und Kerne umgestellt.

Wichtige Nährstoffe sollen durch diese Form der Nicht-Verarbeitung erhalten bleiben und der Körper von Schlackenstoffen und überflüssigen Fetten befreit werden.

Die Diät sollte idealerweise als selbstkonzipierte Kur über eine Woche durchgeführt und mehrmals im Jahr wiederholt werden. Mit wenigen Mitteln ist sie einfach und gesund und verspricht, schlank, stressresistent und fit zu machen.

Gemüse für die Rohkostdiät

Was ist Rohkost

Rohkost ist alles, was nicht in irgendeiner Form erhitzt, gekocht oder gebacken wurde. Alle Nahrungsmittel werden in rohem Zustand genossen, das heißt, sie dürfen nicht über 42°C erwärmt worden sein. Ob Rohkost jedoch ausschließlich pflanzlichen Ursprungs sein darf, wird unterschiedlich gehandhabt.

Wichtig: Sicher ist jedoch, dass Fleisch im rohen Zustand aufgrund von Keimen gesundheitsgefährdend sein kann und daher gemieden werden soll.

Milch und Milchprodukte sind in der Regel industriell erhitzt worden und damit ebenfalls tabu. Als Fettspender sind ausschließlich Nüsse, Kerne und Olivenöl erlaubt.

Obst, Salat, Gemüse, Nüsse, Kerne, Samen und Trockenfrüchte sind bei der Rohkostdiät in unbegrenzter Menge erlaubt, ohne dass dabei Kalorienzählen notwendig würde. Da Nüsse sehr viel Fett enthalten, empfehlen Dir unseren Artikel zum Themea wie viel Fett am Tag gut für Dich ist zu lesen.

Tipp: Täglich sollten mindestens 5 verschiedene Obst- und Gemüsesorten auf Deinem Speiseplan stehen.

Man könnte also theoretisch Hungergefühle vermeiden, wenn man quasi kontinuierlich isst. Um die Quell- und Sättigungs-Eigenschaft der vielen Ballaststoffe zu unterstützen, muss jedoch zusätzlich viel Wasser getrunken werden. 2-3 Liter Mineralwasser sind das Minimum, um Verstopfungen zu vermeiden.

Abnehmen und Entgiften mit der Rohkostdiät

Das primäre Ziel der Rohkostdiät ist die Gewichtsreduktion. Wer mit dieser Diät abnehmen möchte, fragt sich wahrscheinlich dabei in erster Linie, wie viel er damit abnehmen kann.

Auf jeden Fall ist mit der Rohkostdiät ein Abnehmen garantiert.

Durch den Verzicht auf industriell verarbeitete Nahrungsmittel und die geringe Kalorienmenge stehen alle Zeichen auf Fettverbrennung!

So werden insgesamt weniger Kalorien und vor allem weniger „schlechte/leere“ Kalorien, wie sie zum Beispiel in

  • Weißmehlprodukte wie Brot und Brötchen
  • Süßigkeiten und Desserts oder
  • frittierte und fettgebackene Produkte

enthalten sind, gegessen. Dadurch sinkt die gesamte Kalorienbilanz. Möchtest Du wissen, wie hoch Dein persönlicher durchschnittlicher Kalorienumsatz ist? Mithilfe unseres Rechners lässt er sich ganz einfach ermitteln. Trage einfach Deine Werte unten ein und klicke anschließend auf „JETZT BERECHNEN“. Beachte allerdings, dass das Ergebnis keinen Anspruch auf exakte Genauigkeit hat, sondern lediglich einen Richtwert darstellt, an dem Du Dich orientieren kannst.




Außerdem wirken viele Obst- und Gemüsesorten stark entwässernd, z.B. Spargel, Fenchel, Rhabarber oder Sauerkraut. Eine länge Liste gibt es hier.

Daher können erfahrungsgemäß bei dieser Diätform in der ersten Woche bis zu 5 Kilogramm abgenommen werden.

Aber nicht nur die schnelle Gewichtsreduktion ist ein Vorteil der Rohkostdiät, sondern auch die Entgiftung. Durch den Mangel an tierischen Fetten und Kohlenhydraten werden Fettreserven des Körpers gelöst und zur Energiegewinnung herangezogen. Mit den Fetten werden auch Schlackenstoffe (Gifte) des Körpers frei, die bei ausreichend Flüssigkeitszufuhr ausgeschwemmt werden.

Interessant: Daher können zu Beginn der Diät auch Hautunreinheiten auftreten, die ein Zeichen für die Entgiftung sind.

Rohkost Ernährungsplan

Ein Vorteil der Rohkostdiät ist unter anderem, dass sie so viele Variationsmöglichkeiten im Rahmen der erlaubten Nahrungsmittel bietet. Da auch die Kalorienzahl nicht begrenzt ist, ist eigentlich kein Ernährungsplan notwendig. Beispielhaft könnte ein Tag mit Rohkost aber so aussehen:

Tageszeit Mahlzeit
Morgens Smoothie aus Obst oder Gemüse, Obstsalat
Vormittags Trockenfrüchte, Nüsse, Gemüsesaft
Mittags Tomatensalat mit Avocado, Essig und Olivenöl
Nachmittags Obst
Abends Kalte Gemüsesuppe, Gemüsespieß oder Gemüsesmoothie

Menschen mit besonderen Ernährungsformen

Die Rohkost-Diät ist geeignet für alle, die Gewicht reduzieren möchten und in einem stabilen Gesundheitszustand sind. Sie ist insbesondere auch für Veganer, Vegetarier und glutenintolerante Menschen geeignet.

Aufpassen! Für Diabetiker ist die Rohkostdiät allerdings nicht geeignet, da sie häufig auf Obst verzichten müssen und damit einer der wesentlichen Bestandteile wegfiele.

Tipps zur Rohkost-Diät

Tipp:

Die Rohkostdiät sollte zu Beginn nicht länger als eine Woche durchgeführt werden (Rohkost-Einstieg), damit der Körper nicht in ein Defizit an lebenswichtigen Nährstoffen gerät und sich erst einmal an die neue Nahrung gewöhnt.

Langfristig wirst Du durch die Diät ein neues Ernährungsbewusstsein bekommen und kannst immer mal wieder einen Rohkost-Tag durchführen. Das ist nachhaltiger für die Gewichtsreduktion und Gesundheit, als längere Zeit am Stück zu fasten.

Für die Gestaltung der Diät ist es am gesündesten, regionale Obst- und Gemüsesorten einzukaufen, idealerweise aus kontrolliert biologischem Anbau. Die Vielfalt richtet sich nach den saisonalen Angeboten. Rund um die Sommermonate wird Dein Speiseplan wahrscheinlich mehr Beerenfrüchte und Salate enthalten, in der kälteren Jahreszeit mehr Äpfel und Birnen sowie Kohlgemüse.
Saisonale, heimische Produkte:

Jahreszeit Obst Gemüse
Frühling Erdbeeren
Birnen
Äpfel
Kopfsalat
Feldsalat
Chicoree
Karotten
Radiesschen
Rote Beete
Sommer Blaubeeren
Himbeeren
Brombeeren
Johannisbeeren
Pflaumen
Kirschen
Erdbeeren
Aprikosen
Blumenkohl
Bohnen
Eisbergsalat
Erbsen
Fenchel
Spargel
Kohlrabi
Kopfsalat
Rucola
Gurke
Herbst Äpfel
Trauben
Birnen
Blumenkohl
Bohnen
Endiviensalat
Feldsalat
Kohlrabi
Kopfsalat
Kürbis
Karotten
Rosenkohl
Rucola
Gurke
Tomaten
Winter Äpfel Feldsalat
Karotten
Rosenkohl

Quelle: Nestle Ernährungstudio

In manchen Gegenden werden sogenannte Grüne Kisten oder Gemüsekisten angeboten, wo eine Auswahl frischer Obst- und Gemüsesorten aus der Region in regelmäßigem Turnus bis vor Deine Haustüre geliefert wird.

Tipp: Da die Ballaststoffe den Körper lange beschäftigen und schwer zu verdauen sind, sollte man die letzte Mahlzeit nicht nach 19 Uhr einnehmen. Sonst droht eventuell eine unruhige Nacht, in der man schlecht schlafen kann.

Begleiterscheinungen und Risiken der Rohkostdiät

Durch die extreme Nahrungsumstellung können, besonders zu Beginn der Diät, Kopfschmerzen, Hautunreinheiten und Kältegefühle auftreten.

Anfangs ist die Diät auch häufig begleitet von einem starken Bedürfnis nach gekochten oder gebackenen Mahlzeiten. Wer die ersten beiden Tage aber durchgestanden hat, wird in den nachfolgenden Tagen feststellen, dass der Körper sich an die Rohkost gewöhnt. Er braucht immer eine gewisse Zeit, sich auf neue Gewohnheiten einzustellen.

Tipp: Ganz wichtig ist, genügend Mineralwasser zu trinken, sonst drohen massive Verstopfungen, die auf Dauer gefährlich für die Gesundheit werden können. Umgekehrt können die vielen Ballaststoffe der Nahrungsmittel zu Blähungen und Durchfall führen.

Manche Gemüsearten sind im rohen Zustand giftig. Nicht ungekocht gegessen werden dürfen:

  • Rhabarber
  • Auberginen
  • Bohnen
  • Hülsenfrüchte (wie Bohnen, Sojabohnen, Kichererbsen)
  • Wildpilze
  • grüne (unreife) Tomaten
  • bitter schmeckende Kürbisse und Zucchini
  • Holunder
  • Spinat
  • Blattstiele, äußere Blätter, Rippen von Salat, Feldsalat, Rucola
  • Kerne von Aprikosen, Kirschen und Äpfeln
  • Kartoffeln

Grüner Spargel zur Rohkostdiät

Wichtig:

Die Diät bedarf einer bewussten Planung. Grünes Gemüse enthält zum Beispiel viele essentielle Aminosäuren, Nüsse und Kerne gesunde Fette.

Auch gerät, wer nicht genügend Eiweiß, Mineralstoffe und Spurenelemente zu sich nimmt, schnell in einen Mangelzustand, der gesundheitsgefährdend sein kann. Im schlimmsten Fall geht die Diät dann mit einem Abbau der Muskelmasse einher.

Daher sollte sich jeder, der sich mit Rohkost ernähren möchte, im Vorfeld genau informieren, ob er mit seinem individuellen Essensplan den Bedarf seines Körpers an Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien decken kann.

Vorteile der Rohkost-Diät

Die Rohkostdiät hat viele Vorteile: Man kann mit ihr schnell abnehmen, obwohl man den ganzen Tag essen kann. Sie ist günstig, abwechslungsreich und einfach. Zeitintensives Kochen entfällt und im Rohzustand bleiben alle Nährstoffe in den Nahrungsmitteln erhalten.

Tipp: Da wir uns normalerweise so ernähren, dass der Körper schnell übersäuert, tut die Diät mit den vorwiegend basischen Nahrungsmitteln dem Organismus besonders gut.

Der Stuhlgang wird regelmäßiger, Allergien können zurückgehen. Sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralien sind außerdem wichtige Antioxidantien und schützen Zellen und Immunsystem. Insgesamt schenkt die Rohkostdiät Energie und macht resistenter gegen Stress.

Nachteile der Rohkost-Diät

Die Umstellungsphase kann schwer und demotivierend sein. Man kann nicht einfach wahllos irgendwelche Obst- und Gemüsesorten knabbern, sondern sollte sehr genau darauf achten, dass der Körper genügend Nährstoffe, vor allem Proteine, bekommt.

Die Rohkostdiät ist eine extreme Diätform, an die sich der Körper erst gewöhnen muss.

Obwohl man bei der Rohkost-Diät eine unbegrenzte Menge an Obst und Gemüse essen darf, kann es dennoch schwer sein, ein befriedigendes Sättigungsgefühl zu erlangen.

Achtung: Das Verlangen nach warmen Mahlzeiten und gewohnter zucker-, kohlenhydrat- und fettreicher Kost kann längere Zeit anhalten und das Durchhalten der Diät erschweren.

Nach der Diät könnte dann, aufgrund der unverminderten Lust auf deftiges, gekochtes Essen oder süßes Gebäck schnell ein Jo-Jo-Effekt auftreten. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, sollte darum auch nach der Diät der Ernährungsplan entsprechend umgestellt und immer wieder ein Rohkosttag eingefügt werden.

Erfahrungen mit der Rohkost-Diät?

Einige, die die Diät ausprobiert haben, berichten von Motivationseinbrüchen ab dem zweiten Tag. Das kalte Essen vermittelt dem Körper ein Kältegefühl, so dass das Bedürfnis nach warmen Mahlzeiten sehr groß werden kann.

Tipp: Häufig wird die Haut, besonders im Bereich des Gesichtes, anfangs etwas unrein. Allen gemein ist aber, dass man tatsächlich mit der Rohkostdiät spür- und sichtbar Gewicht verlieren kann.

Fazit

Es schadet nicht, eine Rohkosternährung einmal auszuprobieren. Wer schnell einige Kilogramm abnehmen möchte, findet in ihr einen einfachen und gangbaren Weg.

Auch wenn es zeitweise schwer fällt, durchzuhalten, lohnt es sich, eine Woche lang einmal ganz bewusst die Vielfalt und Kombinationsmöglichkeiten von Obst, Salaten, Gemüse und Kernen auszuprobieren. Vielleicht fällt es dann nach der Diät auch leichter, langfristig so manche belastenden Nahrungsmittel durch rohe, gesunde Lebensmittel zu ersetzen.

Um nicht in ein körperliches Defizit zu geraten, sollte man vor Beginn der Diät jedoch eine stabile Gesundheit mitbringen und sich gut über den Nährstoffgehalt der Lebensmittel informieren.

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