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Borretsch – sanfte Linderung durch Gurkenkraut

Wissenschaftlicher Name: Borago officinalis
Borrago officinalis L 209x300 - Borretsch – sanfte Linderung durch Gurkenkraut
Volkstümlicher Name
  • Gurkenkraut
  • Salatkraut
  • Sternblümchen
  • Wohlgemütsblume
  • Blausternchen
Anwendungsgebiete

  • Unruhezustände
  • Hautprobleme
  • Entzündungen
Wichtigste Inhaltsstoffe
  • Saponine
  • Schleimstoffe
  • Omega-6-Fettsäuren
Borretsch oder Boretsch (Borago officinalis) war bereits vor über 500 Jahren für seine beruhigende Wirkung bekannt und wurde aus diesem Grund häufig in Wein eingelegt getrunken, um Kummer und Sorgen zu vertreiben.

Doch die Heilpflanze kann nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich für Linderung sorgen – so zum Beispiel bei Hautproblemen. Erfahre in diesem Beitrag, was Borretsch sonst noch kann, welche Inhaltsstoffe ihn zu einem wunderbaren Heilkraut machen und wie man diesen am besten anwenden kann.

Die heilsame Salatpflanze

borretsch - Borretsch – sanfte Linderung durch Gurkenkraut
Der Borretsch zählt zur Gattung der Raublattgewächse (Boraginacae). Seinen berühmten Beinamen „Gurkenkraut“ erhielt er aufgrund seines an Gurken erinnernden Geschmacks.

Sowohl Borretschblüten als auch Borretschblätter werden dabei traditionell als Salatgemüse verwendet. Daneben eignet sich die Pflanze auch zum Würzen von Suppen, Kräutersoßen und Kaltgetränken sowie als Spinatersatz.

Tipp: Borretsch ist eines der sieben Kräuter in der berühmten Frankfurter Grünen Soße. Deren Zubereitung haben wir im Abschnitt zur Anwendung des Borretsch für Dich festgehalten.

Neben der Verwendung als Küchenkraut ist ‘Borago officinalis’ auch in der Heilkräuterkunde seit jeher ein Begriff.

Bereits Hildegard von Bingen erwähnte die Pflanze in ihren Rezepten und wies auf deren gute Wirkung bei innerer Unruhe und Gemütsschwankungen hin.

Doch es gibt noch zahlreiche andere Gesundheitsprobleme, bei denen Borretsch in der Volksheilkunde verwendet wurde, hier ein kleiner Überblick:

  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Stressbelastung
  • Nervosität und Nervenschwäche
  • Menstruationsbeschwerden
  • Fieber und Erkältungen
  • Husten und Heiserkeit
  • Neurodermitis
  • Ekzeme
  • Hautausschläge
  • gestörte Wundheilung
  • Bluthochdruck
  • nervöse Herzbeschwerden
  • nervöser Darm
  • Rheuma
  • Gicht

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Wirkung von Borretsch – Inhaltsstoffe im Überblick

Im Borretsch stecken nicht nur beruhigende und stressmindernde Wirkstoffe. Die Heilpflanze hat daneben auch einen antibakteriellen und entzündungshemmenden Effekt, der vor allem bei entzündlichen Infektionen sehr gut hilft.

Welche wichtigen Inhaltsstoffe hier im Einzelnen zum Tragen kommen, erklären wir Dir nachstehend.

Saponine im Borretsch wirken beruhigend

Schon vor einigen Jahrhunderten genoss Borretsch den Ruf, beruhigend auf das Gemüt zu wirken. Verantwortlich gemacht wird hierfür die Eigenschaft des Borretsch, die Produktion des Hormons Serotonin zu erhöhen.

Pharmakologisch nachgewiesen ist diese Wirkung bis heute nicht. Allerdings enthält Borretsch nennenswerte Mengen an Saponin, einem hormonähnlichen Pflanzenstoff, der auch als

  • beruhigend
  • schleimlösend
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • stärkend
  • Cholesterin-senkend

gilt.

Zahlreiche Anwendungsgebiete des Borretsch lassen sich durch diese Wirkungen von Saponin erklären. Dabei sind Saponine gerade bei

  • Erkältungskrankheiten
  • Hautirritationen
  • Unruhezuständen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Zyklusbeschwerden
  • sowie Herz- und Kreislaufproblemen

zu empfehlen.

Borretsch bei Atemwegsbeschwerden und Hauterkrankungen

Borretschöl ist eine der wichtigsten Quellen für Gamma-Linolensäure und Linolsäure.

Das Öl der Pflanze mit gut 28 % bis 38 % den größten bekannten Anteil dieser Omega-6-Fettsäuren, deren Wirkung jener von Saponinen sehr ähnlich ist. So besitzen Linolen- und Gamma-Linolensäure beispielsweise eine

  • beruhigende,
  • entzündungshemmende,
  • blutdrucksenkende,
  • hautschützende und
  • nervenstimulierende

Wirkung.

Neben Bluthochdruck und Nervenbeschwerden wirkt Borretsch dank des hohen Anteils an Gamma-Linolensäure vor allem bei

  • entzündlichen Atemwegserkrankungen,
  • Haut- und Schleimhautentzündungen,
  • infektiösen Wunden,
  • Hautausschlägen und Ekzemen,
  • geschwächter Hautbarriere,
  • trockener und sensibler Haut,
  • allergischen Haut- und Atemwegsreaktionen.

Mit etwa 38 Prozent enthalten Borretschsamen den höchsten Anteil an Gamma-Linolensäure. Käufliches Borretschöl wird darum meist aus den Samen der Pflanze hergestellt.

Schleimstoffe verstärken beruhigende und entzündungshemmende Wirkung

Der dritte, wichtige Inhaltsstoff in der Borago officinalis sind Schleimstoffe. Die Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Mehrfachzucker sind für ihre

  • schleimhautberuhigenden,
  • blutzuckersenkenden,
  • immunstärkenden,
  • entgiftenden,
  • entschlackenden,
  • entwässernden,
  • verdauungsfördernden
  • und entzündungshemmenden

Eigenschaften bekannt, was sie zu einer wunderbaren Hilfe bei

  • Magen-Darm-Entzündungen,
  • Entzündungen,
  • Harnwegsinfekten,
  • Schleimhautreizungen
  • und allgemeinen Immunschwächen

macht.

Insgesamt unterstützen Schleimstoffe die Heilwirkung bei Entzündungskrankheiten und Infektionen jedweder Art.

Gemeinsam mit Saponinen und Omega-6-Fettsäuren können sie einem geschwächtem Immunsystem schnell wieder auf die Sprünge helfen.

Vorsicht: Neben all seinen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen enthält Borretsch auch giftige Pyrrolizidinalkaloide. Aus diesem Grund sollte Boragina officinalis anders als Blattgemüse wie Spinat oder Mangold nicht täglich verzehrt werden. Ein gelegentlicher und maßvoller Verzehr ist jedoch unbedenklich.

InhaltsstoffeWirkung
Saponinewirken beruhigend, schleimlösend, entzündungshemmend, harntreibend, stärkend und cholesterinsenkend
Omega-6-Fettsäurenbesitzen beruhigende, entzündungshemmende, blutdrucksenkende, hautschützende und nervenstimulierende Eigenschaften
Schleimstoffehaben schleimhautberuhigende, blutzuckersenkende, immunstärkende, entgiftende, entschlackende, entwässernde, verdauungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung

Anwendung von Borretsch – bitte nur in Maßen

Heutzutage wird Borretsch aufgrund seiner wunderschönen blauen Blüten oftmals als reine Zierpflanze verkannt. Dabei hat die Herstellung von Borretschöl eigentlich lange Tradition und ließe sich problemlos zuhause durchführen.

Auch die Verwendung von Borretschblüten und -blättern als Küchenkraut ist seit jeher üblich. Mit Blick auf die giftigen Pyrrolizidinalkaloide sollte man bei der Dosierung allerdings vorsichtig sein.

Borretschöl nicht nur zur äußeren Anwendung

Borretschsamenöl eignet sich wunderbar zur Behandlung von Hautproblemen.

Allerdings ist es kaum möglich, das Öl zu Hause aus Samen zu pressen. Stattdessen verwendet man hier die Pflanzenteile des Borretsch.

Zutaten:

  • 2 – 3 Handvoll Borretschblüten, -stängel und -blätter (geschnitten)
  • 2 kaltgepresstes Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl)
  • 1 große Flasche mit weitem Hals

Gib die Borretschkräuter in die Flasche und befülle diese mit dem Planzenöl. Die Pflanzenteile sollten abschließend vollständig mit Öl bedeckt sein.

Lasse das Borretschöl ca. 4 Wochen lang im Sonnenlicht auf der Fensterbank reifen. Danach werden die Pflanzenteile abgesiebt und das Öl in einer dunklen Flasche aufbewahrt

Das Öl kann auch zur Zubereitung von Salat genutzt werden. Alternativ gibt es aus dem Borretschsamenöl hergestellte Kapseln zur inneren Anwendung.

Kräutertee aus Borretschblüten und -blättern

Wenn Du einen Tee aus Borretsch ansetzen möchtest, brauchst du nicht viel:

Zutaten:

  • nimm 1 – 2 TL frische Borretschblüten oder Blätter,
  • übergieße sie mit 200 ml kochendem Wasser,
  • lasse das Ganze etwa 2,5 Minuten ziehen und
  • trinke davon jeweils morgens und abends eine Tasse

Ein Borretschtee ist empfehlenswert bei Unruhe, Erschöpfungszuständen, oder fiebrigen Infekten. Auch zum Gurgeln bei Entzündungen der Mund- oder Rachenschleimhaut kann der abgekühlte Tee verwendet werden. Umschläge oder Bäder mit dem Kräutersud, zum Beispiel um Neurodermitis oder andere Hautbeschwerden zu lindern, ist ebenfalls denkbar.

Wichtig: Bei der oralen Einnahme des Tees sollte nach spätestens 4 bis 6 Wochen eine Anwendungspause von derselben Zeitspanne eingelegt werden!

Frankfurter Grüne Soße mit Borretsch

In der Küche lässt sich Borretsch besonders vielseitig einsetzen. Ein Spezial-Tipp ist hier die berühmte Grüne Soße, in der Borretsch gemeinsam mit anderen Kräutern zu einem leckeren und gleichsam gesunden Extra für kulinarische Spezialitäten wird.

Gib Dickmilch und Sauerrahm in eine große Schüssel und vermenge sie mit der Milch. Danach mit Pfeffer, Salz, Zucker, Senf, Öl und Essig abschmecken.

Als nächstes reinigst du die Kräuter, hackst sie fein und rührst sie mit einem Kochlöffel unter die Soße. Selbes machst du mit den Eiern, die zuvor gepellt und klein gewürfelt werden.

Die Grüne Soße wird vor dem Verzehr für ein paar Stunden zugedeckt in den Kühlschrank gestellt und kalt serviert. Traditionell werden dazu Salzkartoffeln und Spinat serviert.

Nebenwirkungen von Borretsch:

Die Pyrrolizidinalkaloide im Borretsch können bei Überdosierung zu Leberschäden führen. Es ist deshalb sehr wichtig, Borrago officinalis nur in Maßen zu verzehren.

Bei Schwangeren können die giftigen Pyrrolizidinalkaloide über den Stoffwechsel auf das ungeborene Kind übergehen. Ähnlich sieht es bei stillenden Müttern aus, hier werden die Pflanzengifte über die Muttermilch weitergegeben. In beiden Fällen ist deshalb von einer Einnahme des Borretsch abzusehen.

Ebenfalls nicht angewendet werden sollten Borretsch oder Borretschsamenöl, wenn Du blutgerinnungshemmende Medikamente oder Arzneimittel einnimmst, die die Krampfschwelle herabsetzen. Personen, die an Epilepsie leiden, wird in diesem Zusammenhang ebenfalls von dem Verzehr von Borretsch abgeraten.

Positive Erfahrungen mit Borretsch

WirkungWissenschaftlich belegt?
Wirkung bei Entzündungenja
Wirkung bei Infektionenteilweise
Wirkung bei Hautproblemenja
Wirkung bei innerer Unruhenein

Positive Berichte über den Einsatz von Borretsch in der Medizin gibt es viele.

Beispielsweise schrieb der Arzt und Botaniker John Gerard 1597 in seinem Werk The Herall, or Generall Historie of Plantes:

Heute tun die Menschen die Blüten in den Salat, um sich fröhlich zu stimmen und die Laune zu verbessern. Vieles kann man aus der Pflanze machen, was das Herz erleichtert, die Sorgen vertreibt und den Geist erhebt. Die Blätter des Borretsch, im Wein zu sich genommen, machen Männer und Frauen froh und glücklich, vertreiben Trauer, Langeweile und Melancholie, das haben bereits Dioskurides und Plinius bestätigt. Sirup aus Borretschblüten ist gut für das Herz, lässt die Melancholie vergehen und beruhigt die Verrückten.

Leider liegen gerade zu dieser seelisch beruhigenden Wirkung von Borretsch noch keine ausreichenden Forschungsergebnisse vor.

Neuere Forschungsergebnisse kommen jedoch zu positiven Ergebnissen.

So bestätigte eine neuseeländische Studie im Jahre 2010 zum Beispiel die Heilwirkung gegen atopische Dermatitis, die besser unter dem Namen Neurodermitis bekannt ist.

Eine französische Kombinationsstudie mit Fischöl konnte ferner die heilsame Wirkung von Borretsch gegen Entzündungen nachweisen. Und auch eine erste Bestätigung zur Wirksamkeit von Borago officinalis bei Infektionen ist vorhanden.

Es lässt sich also sagen, dass die Heilwirkung von Borretsch in weiten Teilen erwiesen ist.

Borretsch kaufen – Kräuterhandel, Apotheke oder Online

Borretsch kann man sowohl frisch als auch getrocknet oder zu speziellen Präparaten weiterverarbeitet kaufen. Welches Produkt im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet die zugrundeliegende Gesundheitsbeschwerde.

Fazit

Der auch als Gurkenkraut bekannte Borretsch ist tatsächlich ein medizinisch wertvolles Küchenkraut, dessen heilsame Inhaltsstoffe vor allem bei Unruhezuständen, Entzündungskrankheiten und Hauterkrankungen helfen.

Wichtig ist aber, das Kraut nur in Maßen einzusetzen, denn neben gesunden Saponinen, Omega-6-Fettsäuren und Schleimstoffen enthält Borretsch auch Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden, die bei Überdosierung leberschädigend sind.

Bei moderatem Einsatz ist Borretsch jedoch unbedenklich und kann sowohl als Heil- als auch als Küchenkraut verwendet werden.

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Über den Autor

Anonymous

Robert Weidner

Robert ist ein richtiges Fitness-Multitalent. Er ist ausgebildeter Ernährungsberater, Fitness Trainer (A und B Lizenz), Trainer für Gesundheits und Rehasport und Trainer für EMS Training. Er ist Personal Trainer und schreibt leidenschaftlich gerne über sein liebstes Hobby, um sein Wissen mit der Welt zu teilen.

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