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Magenverkleinerung: Wann zahlt die Krankenkasse?

Fettleibigkeit und Adipositas sind längst keine Seltenheiten mehr. Die Weltgesundheitsorganisation und das Bundessozialgericht haben Adipositas aufgrund der zahlreichen, schweren Folgeerkrankungen mittlerweile als Krankheit angesehen.

Heute gelten mehr als die Hälfte der Deutschen als übergewichtig und einige von ihnen sind so stark betroffen, dass nur noch die Magenverkleinerung in Frage kommt. Doch wann zahlt die Krankenkasse diese kostspielige Operation und welche Maßnahmen erhöhen die Chancen auf eine Kostenübernahme?

Der folgende Artikel gibt Dir die Antwort!

Kurz und knapp: Was ist eine Magenverkleinerung?

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Die Magenverkleinerung ist oft der letzte Ausweg aus der Fettleibigkeit. Wenn konservative Methoden versagen, der Körper bei jeder Diät streikt und der Jojo-Effekt Dein treuester Begleiter ist, kommt die radikale Methode der Magenverkleinerung ins Spiel.

Bei dieser Operation wird die Nahrungsaufnahme auf chirurgischem Wege gedrosselt mittels

  • Magenballon,
  • Magenband,
  • Gastroplastiken,
  • oder Magenbypass.

Diese chirurgischen Methoden sind, wie jede Operation, nicht gänzlich frei von gesundheitlichen Risiken, aber eine hocheffektive Waffe gegen schwere Fälle von Adipositas.

Jährlich legen sich in Deutschland mehr als 3000 Leute unters Messer, um die gesundheitsgefährdenden Pfunde für immer los zu werden.

Die ganze Sache hat jedoch zwei kleine Haken.

  • Punkt 1 Magenverkleinerungen sind extrem kostspielig. Je nach Operationstechnik sind mehrere Tausend Euro fällig, die nicht jeder Patient aufbringen kann.
  • Punkt 2 Die Anforderungen für diese letzte Maßnahme sind hoch. Erst wenn wirklich alle Therapien versagt haben, legt der Chirurg das Messer an und die Krankenkasse kommt für die Kosten auf.

Kostenproblem Magenverkleinerung

Da sich die Kosten einer Magenverkleinerung teilweise im hohen vierstelligen Bereich einpendeln, hoffen viele Patienten auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Das Problem: Die Krankenkasse zahlt nicht bei jeder Magenverkleinerung, sondern fällt die Entscheidung im Einzelfall.

Möchtest Du die Magen-OP von der Krankenkasse bezahlen lassen, musst Du Dich mit vielen Anträgen und Sachbearbeitern rumschlagen. Doch der Aufwand kann sich lohnen!

Tipp: Wichtig ist, dass Du Dich vor der Antragstellung genau informierst, welche Bedingungen für eine Kostenübernahme erfüllt werden müssen.

Bedingungen für eine Kostenübernahme

Damit die Krankenkasse die hohen Kosten auf sich nimmt, muss Deine Bereitschaft für den Einstieg in ein neues, gesundes Leben erkennbar sein. Krankenkassen entscheiden im Einzelfall, weshalb auch der persönliche Eindruck im Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter zählt.

Weiterhin müssen einige Punkte definitiv erfüllt werden, damit eine Kostenübernahme der Krankenkasse überhaupt in Frage kommt:

  • BMI von mindestens 35 (bei schweren Erkrankungen, bedingt durch das Übergewicht, kann auch bei niedrigeren BMI-Werten eine Kostenübernahme gestattet werden)
  • Alter zwischen 18 und 65 Jahren
  • mindestens zwei bereits gescheiterte Diäten oder Kuren (am besten unter ärztlicher Aufsicht)
  • keine vorliegende Schwangerschaft oder bestehende Stoffwechselerkrankungen

Treffen alle Punkte zu, folgt der zweite Schritt: Die Antragstellung.

Antrag zur Kostenübernahme

Der entsprechende Antrag wird von der jeweiligen Krankenkasse zugeschickt und muss gewissenhaft ausgefüllt werden. Unter anderem behandelt der Antrag folgende Punkte:

  • Körpermaße, berufliche Tätigkeit, Familiensituation
  • Welche Diäten wurden bereits durchgeführt?
  • Wie lange wurden entsprechende Diäten durchgeführt und wie hat sich das Körpergewicht geändert?
  • Welche Bewegungstherapien wurden bereits durchgeführt?
  • Angaben zum Essverhalten
  • Angaben zu Vorerkrankungen

In dem mehrere Seiten langen Antrag möchte die Krankenkasse wirklich alle Details zu bisherigen Versuchen der Gewichtsreduktion erfahren.

Deshalb: Fülle den Antrag gewissenhaft und ausführlich aus, um Deine Bereitschaft zu einer Veränderung zu verdeutlichen.

Magenverkleinerung: Welche Krankenkasse zahlt?

Welche Krankenkasse zeigt am meisten Kulanz bei der Kostenübernahme einer Magenverkleinerung?

Den Erfahrungen der Patienten nach macht es wenig Unterschied, ob Du bei der Techniker, der AOK oder anderen Krankenkassen versichert bist.

Da die Entscheidung im Einzelfall gefällt wird, zeigt keine Krankenkasse mehr Zahlungsbereitschaft bei Magen-OPs, als andere.

Dennoch: Einige Ausnahmen gibt es. Beispielsweise geht die AOK Hessen einen neuen Weg, indem sie Patienten, die an einem besonderen Adipositas-Programm teilnehmen und an der Gewichtsabnahme scheitern, eine Magenbypass-Operation ohne aufwändige Anträge gewähren.

Tipp: Bevor Du einen Antrag zur Magenverkleinerung stellst, vergewissere Dich, ob Deine Krankenkasse keine ähnlichen Programme bietet und den Weg zur Magen-OP so erleichtert.

Fazit und abschließende Tipps

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass eine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen bei einer Adipositas-OP nur als “Ultima ratio” in Frage kommt.

Vor allem wegen der hohen Folgekosten, die solch eine OP verursacht, sträuben sich die Krankenkassen meist vor der Kostenübernahme.

Unsere Tipps zum Weg aus der Fettleibigkeit:

  • Punkt 1 Probiere zunächst wirklich alle konservativen Methoden zur Gewichtsreduktion. Hast du es beispielsweise mal mit dem Fasten probiert? Bei der riesigen Auswahl aktueller Diäten, sollte jeder eine Methoden finden, mit der er oder sie erfolgreich an Körperfett verliert.
  • Punkt 2 Bewege Dich mehr! Du musst nicht direkt mit dem Leistungssport beginnen. Schon regelmäßige, lange Spaziergänge und leichte Workouts regen den Stoffwechsel an und fördern die Gewichtsreduktion.
  • Punkt 3 Hilft alles nichts? Setze Dich in Ruhe mit dem Antrag zur Magen-OP auseinander und prüfe, ob Du alle Voraussetzungen erfüllst.
  • Punkt 3 Treffen alle Punkte zu und du scheinst der geeignete Kandidat für eine Magenverkleinerung zu sein, solltest Du einen Termin mit Deiner Krankenkasse machen, um die Kostenübernahme zu diskutieren.
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