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Heilpflanzen

Kampfer – die Geheimwaffe gegen Muskel- und Gelenkbeschwerden

Wissenschaftlicher Name: Cinnamomum camphora
Volkstümlicher Name
  • Kampferlorbeer
  • Campherbaum
  • Gaffer
  • Kaphoura
  • Karpura
Anwendungsgebiete

  • Atemwegserkrankungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Herzbeschwerden
Wichtigste Inhaltsstoffe
  • Cineol
  • Eugenol
  • Carvacrol
Bei Kampfer oder Campher handelt es sich um einen sehr berühmten medizinischen Wirkstoff, der seinen Namen dem Kampferbaum (Cinnamomum camphora) verdankt und in dieser Pflanze besonders üppig vorkommt.

Zwar besitzen auch diverse andere Heilkräuter nennenswerte Mengen des scharf riechenden Naturstoffs, für die gezielte Herstellung an kampferhaltigen Produkten werden jedoch meist das Öl des Kampferbaums genutzt.

Besonders gerne wird Kampfer zur Behandlung von Muskel- und Gelenkbeschwerden, aber auch bei Atemwegserkrankungen angewendet. Erfahren in diesem Beitrag, warum.

Der Sonderling unter den Zimtbäumen

kampfer wirkung
Der Kampferbaum wird gemeinhin auch Kampferlorbeer genannt und gehört folgerichtig zu den Loorbeergewächsen (Lauraceae). Sein wissenschaftliche Name „Cinnamomum camphora“ erinnert dabei nicht ohne Grund an Zimt. Tatsächlich stellt die Gattung Cinnamomum nämlich die Gruppe der Zimtbäume, deren Rinde ähnlich aromatisch duftet, wie die der Kampferbäume.

Im Gegensatz zu seinen zimtigen Artgenossen ist der Kampferbaum jedoch kein süßlich duftendes Küchengewürz, sondern ein scharf nach Eukalyptus riechender und äußerst starker medizinischer Wirkstoff.

Zurückzuführen ist der abweichende Geruch, wie auch die außergewöhnliche Heilwirkung des Kampfers auf seine hochdosierten Inhaltsstoffe, die vorrangig in der Therapie folgender Gesundheitsbeschwerden Anwendung finden:

Beheimatet ist der Kampferbaum wie die ihm anverwandten Zimtbäume ursprünglich in Ostasien. Genauer gesagt, stammt er aus dem Himalaja, wobei inzwischen diverse andere Anbaugebiete, so zum Beispiel in Japan, Sri Lanka und Ostafrika existieren.

In seiner Blütezeit im April und Mai trägt er gelbe und grüne Blätter, was ihn bereits recht außergewöhnlich macht. Zudem können Kampferbäume bei günstigen Standortbedingungen bis zu 1000 Jahre alt werden, womit der Baum definitiv Ausnahmetalenten unter den Gehölzen gehört.

Der Begriff „Kampfer“ bzw. „Campher“ stiftet hierbei häufig Verwirrung, denn er beschreibt zum einen den Kampferbaum selbst, zum anderen aber auch das Harz des Kampferbaums, welches aus der Baumrinde des Gehölzes gewonnen wird und sehr reich an medizinisch wertvollen ätherischen Ölen ist.

Wissenswertes: Um die ätherischen Öle des Kampferbaums nutzen zu können, müssen sie nach der Harzgewinnung in einer komplizierten Wasserdampfdestillation extrahiert werden. Bäume, die für eine Harzgewinnung in Frage kommen, müssen mindestens ein halbes Jahrhundert alt sein, denn es gilt: je älter der Baum, desto mehr des ätherischen Öls lässt sich aus dem Holz gewinnen.

Der heilpflanzliche Einsatz des Kampfer-Öls hat vor allem in Indien lange Tradition. Von dort stammt auch der Name Kampfer, welcher sich aus dem Sanskrit ableitet. Karpura bedeutet hier „weiß“ und nimmt auf die weißliche Färbung des getrockneten Kampferharzes Bezug.

Genutzt wird es unter anderem zur Phytotherapie bei Erkrankungen der Atemwege und Bronchien sowie zur Herstellung von Salben und Cremes, die auf die Heilwirkung von Kampfer setzen.

Neben der medizinischen Anwendung wird natürlicher Kampfer auch gerne zur Herstellung von Pflegeprodukten und Reinigungsmitteln genutzt. Der wohlriechende Duft des ätherischen Öls erinnert stark an Eukalyptus und wird deswegen als erfrischende Note in der Körper- und Raumpflege sehr geschätzt.

Gemeinsam mit Cajeput und Pfefferminzöl gehört Kampfer zu den wichtigsten Inhaltsstoffen des berühmten Tigerbalms. Eine besonders scharfe Salbe, die wahre Wunder bei Atemwegs-, Muskel- und Gelenkbeschwerden wirkt!

Inhaltsstoffe von Kampfer – Drei Aromen mit heilender Wirkung

Kampferöl enthält vor allem drei wichtige Inhaltsstoffe, die dem ätherischen Öl des Kampferbaums seine

  • antibakterielle,
  • antivirale,
  • entzündungshemmende,
  • durchblutungsfördernde,
  • und schmerzlindernde

Wirkung verleihen. Es handelt sich hierbei um die bereits zu Beginn erwähnten Pflanzenstoffe

  • Carvacrol,
  • Cineol,
  • und Eugenol.

Eine äußerst aromatische Wirkstoffkombination, deren genaue Wirkung auf die Gesundheit wir Dir nachstehend genauer erläutern.

Cineol befreit die Atemwege

Cineol verleiht nicht nur dem Kampfer, sondern auch dem Eukalyptus seinen markanten Geruch. Der Inhaltsstoff gehört zu den Terpenen, eine Gruppe aromatischer Pflanzenstoffe, die den Hauptbestandteil ätherischer Öle bilden.

Gleichzeitig sind Terpene dafür bekannt sind, eine besondere Reizwirkung auf Haut- und Schleimhäute haben. Überdosierungen führen hier schnell zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Krämpfen sowie Haut- bzw. Schleimhautverätzungen.

Wohl dosiert sind Terpene jedoch hochgeschätzte Wirkstoffe in der Medizin. Cineol im Speziellen wird hier standardmäßig zur Befreiung der Atemwege bei vorliegender Atemwegserkrankung angewendet.

Da sie die Schleimhäute von Bronchien und Co. reizen, stimulieren Sie eine vermehrte Schleimbildung in den Atemwegen. Produziert der Körper mehr Schleim, können auf diese Weise mehr Krankheitserreger abtransportiert werden.

Daneben wirkt Cineol auch

  • desinfizierend,
  • entzündungshemmend
  • und durchblutungsfördernd,

weshalb es als medizinischer Wirkstoff nicht nur in so manchem Erkältungsmittel und Bronchikum (Medikamente gegen Bronchialerkrankungen) zu finden ist, sondern mitunter auch zur Behandlung von Herzbeschwerden und Gefäßerkrankungen genutzt wird.

Besonders häufig findet Cineol Anwendung bei

  • Schnupfen,
  • Husten,
  • Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Mittelohrentzündung,
  • Herzrhythmusbeschwerden
  • Durchblutungsstörungen
  • und niedrigem Blutdruck.

In manchen Fällen kann Cineol sogar dabei helfen, die Atemfunktion bei vorliegendem Asthma zu verbessern. Eine derartige Anwendung sollte aber nur unter ärztlicher Anwendung erfolgen, da Cineol wie bereits erwähnt zu den aggressiven Terpenen gehört.

Carvacrol lindert Muskel- und Gelenkbeschwerden

Auch Carvacrol gehört zur Gruppe der Terpene, wobei der Geruch des Pflanzenstoffes etwas von dem des Cineols abweicht. Es besitzt ein eher nach Thymian oder Menthol riechendes Aroma. Und auch die Wirkung von Carvacrol ist nicht gänzlich mit der von Cineol identisch. Neben einer

  • schleimlösenden,
  • antimikrobiellen,
  • antiviralen
  • und durchblutungsfördernden

Wirkung, die so gut wie allen Terpenen gemeinsam ist, vermag es Carvacrol vor allem Entzündungen zu lindern, und dies insbesondere im Muskel- und Gelenkbereich.

Der Inhaltsstoff ist also Grund dafür, dass Kampfer ein sehr beliebter Zusatz für Cremes und Salben ist, die therapeutisch gegen

eingesetzt werden.

Carvacrol ist aufgrund seiner starken antimikrobiellen Wirkung auch als Antipilzmittel (Antimykotikum) und Entwurmungsmittel (Anthelminthikum) von medizinischer Bedeutung.

Eugenol wirkt schmerzlindernd

Der dritte wichtige Wirkstoff im Kampfer ist Eugenol. Er gehört nicht wie Cineol und Carvacrol zu den Terpenen, sondern zu den sogenannten Phenylpropanoiden. Sie stellen gemeinsam mit Terpenen einen essentiellen Bestandteil in ätherischen Pflanzenölen und sind somit ebenfalls pflanzliche Naturstoffe.

Ähnlich den Terpenen wirken Phenylpropanoide auch medizinisch, wobei Eugenol für seine

  • desinfizierenden,
  • entzündungshemmenden
  • und schmerzstillenden

Eigenschaften bekannt ist. Die Wirkung von Cineol und Carvacrol wird durch Eugenol also hervorragend unterstützt und ergänzt sie sogar noch durch einen schmerzlindernden Effekt.

  • Gelenkschmerzen,
  • Muskelschmerzen
  • und Rückenschmerzen

haben somit keine Chance mehr.

In Sachen Geruch findet sich in Eugenol die Verbindung zwischen Kampfer- und Zimtgeruch. Denn das Aroma des Phenylpropanoids ist dem von Vanille ähnlich und stellt eine wichtige Komponente für das klassische Zimtaroma

InhaltsstoffWirkung
Cineolwirkt antibakteriell, atemwegsbefreiend, durchblutungsfördernd und schleimlösend
Carvacrolbesitzt antimikrobielle, schleimlösende, durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkung
Eugenolwirkt antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzlindernd

Anwendung von Kampfer – Vorsicht ist geboten

In Kampfer offenbart sich einmal mehr die kritische Grenze zwischen Heilwirkung und Giftwirkung. Denn die Terpene in Kampfer-Öl haben bei Überdosierung oder falscher Anwendung eine stark ätzende Wirkung, die nicht unterschätzt werden sollte. Hier einige Hinweise:

Kampfer ist hauptsächlich zur äußeren Anwendung gedacht

Der scharfe Geruch von Kampfer verrät bereits, dass Cremes und Salben aus Kampfer besser nicht oral eingenommen werden. Und selbst hier sollten die Körperstellen zum Einreiben mit Bedacht gewählt werden.

Schon der direkte Kontakt mit der empfindlichen Haut der Lippen oder den Augen kann hier für schwerwiegende Verätzungen sorgen. Selbst bei Beschwerden wie niedrigem Blutdruck kommt Kampfer-Öl darum nur äußerlich zur Anwendung.

Anwendung kampferhaltiger Cremes und Salben:

    Ø nutze Kampfer-Öl nur in geringen Mengen
    Ø bei Atemwegs-, Herz- und Gefäßbeschwerden reibt man die Cremes und Salben sparsam auf den Brustkorb
    Ø bei Muskel- und Gelenkbeschwerden werden hingegen die betroffenen Körperstellen direkt mit den Kampfer-Produkten eingerieben
    Ø das Einreiben kann bis zu 4 x täglich erfolgen
    Ø dabei darf das Kampfer-Öl niemals mit offenen Haut- oder Körperstellen in Berührung kommen!

Tipp: Alternativ zu Cremes und Salben ist zur äußerlichen Anwendung auch eine alkoholische Lösung aus Kampfer erhältlich. Im Falle einer sehr sensiblen Haut sollte diese Lösung mit etwas Wasser verdünnt werden. Die Anwendung erfolgt dann wie bei Cremes und Salben.

Tropfen aus Kampfer zur innerlichen Anwendung

Die innere Anwendung von Kampfer ist nur in Ausnahmefällen, etwa bei extrem niedrigem Blutdruck, akutem Herzrasen oder starken Kreislaufbeschwerden empfohlen. Hierfür gibt es spezielle Kampfertropfen, die aber ähnlich wie Präparate zur äußerlichen Anwendung sehr genau dosiert werden müssen.

Einnahme von Kampfer-Tropfen:

    Ø gib 5 – 10 Tropfen Kampferöl auf ein Stück Würfelzucker
    Ø Diabetiker können auch ein Stück Brot dafür nutzen
    Ø die Einnahme sollte nicht öfter als 2 x täglich erfolgen

Tipp: Wer seine Atemwegserkrankung innerlich mit Kampfer behandeln will, dem empfehlen wir die Phytotherapie. Dazu verwendet man das reine Räucherharz oder das ätherische Öl des Kampfers als Räucherwerk zum Inhalieren.

Nebenwirkungen von Kampfer

Die aggressiven Terpene im Kampfer können bei Überdosierung oder unsachgemäßer Handhabe schnell zu Nebenwirkungen wie Haut- und Schleimhautverätzungen, Brennen im Mund, Herzklopfen, Schwindel und Übelkeit führen. In solchen Fällen ist bitte Umgehend ein Arzt aufzusuchen!

Auch wenn Kampfer gerne bei Atembeschwerden zum Einsatz kommt, sollten Personen mit chronischer Atemwegserkrankung wie Asthma und Patienten mit schwerer Lungenentzündung oder Bronchitis vor dem Gebrauch des Naturheilmittels einen Arzt oder Apotheker konsultieren. Eine falsche Anwendung könnte hier Verkrampfungen der bereits vorgeschwächten Atemmuskulatur zur Folge haben.

Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder sollten vollständig auf die Anwendung von Kampfer verzichten. Etwaige Nebenwirkungen stellen sich bei einem sensiblen Organismus deutlich schneller ein und schon 2 Gramm Kampfer genügen, um bei besonderer Sensibilität erste Anzeichen einer Überdosierung auszulösen.

Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Kampfer sind bislang nicht bekannt.

Erfahrungen mit Kampfer

Bereits im Mittelalter wussten namhafte Heilkundige wie Hildegard von Bingen Positives über Kampfer zu berichten. Neuere Studien sprechen eine ähnliche Sprache. Interessant ist diesbezüglich unter anderem eine Studie, die sich mit der Wirkung von Kampfer bei Muskelbeschwerden und Durchblutungsstörungen beschäftigt hat.

Ebenso konnten Wissenschaftler die desinfizierende und atemwegsbefreiende Wirkung von Kampfer belegen. Ein gutes Beispiel sind hier Forschungsergebnisse aus Russland, die eine gute Wirkung von Kampfer gegen Grippeviren bestätigen.

Auch in Bezug auf den heilsamen Effekt von Kampfer bei Gelenkbeschwerden gibt es positive Studienbelege. Untersucht wurde hier die Heilwirkung einer kampferhaltigen Creme bei Arthrose. Sowohl die Gelenkschmerzen als auch der Gesundheitszustand der getesteten Patienten verbesserten sich laut Studie binnen vier Wochen.

Bezüglich seiner entzündungshemmenden Eigenschaften wurde Kampfer ebenfalls erfolgreich getestet, hier allerdings anhand von Kampferauszügen des Salbeis. Das Ergebnis kann jedoch als Basis für die Beurteilung jedweder pflanzlicher Kampferquellen gesehen werden, so auch für den Kampferbaum selbst, der gemeinhin die höchste Konzentration an Kampferessenzen enthält.

Kampfer kaufen – Apotheke, Kräuterhandel oder Online

Produkte aus Kampfer sind eigentlich überall erhältlich. Auch online kann man sie kaufen, weshalb wir abschließend noch unsere Top Empfehlung für Dich festgehalten haben:

Räucherwerk – Reiner Kampfer

  • Stammt ausschließlich von Kampferpflanzen aus der Himalayaregion
  • Hervorragende Qualität
  • Befreiende, klärende Wirkung auf unsere Umgebung

Mehr Erfahren

Fazit

Kampfer ist nicht nur bei Muskel- und Gelenkbeschwerden eine Empfehlung wert, sondern auch bei Atemwegsproblemen und Durchblutungsstörungen. Allerdings sei vor den äußerst aggressiven Wirkstoffen des Kampfers gewarnt, die auf keinen Fall überdosiert oder mit empfindlichen Körperstellen in Kontakt kommen dürfen.

Es empfiehlt sich also eine maßvolle Dosierung und Anwendung von Kampferharz. Wird beides jedoch befolgt, sind die Essenzen des Kampferbaums jedoch eine echte Wunderwaffe gegen so manches Gesundheitsproblem.

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