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Darmgrippe – meist nur von kurzer Dauer, dafür aber heftig

Eine Darmgrippe ist im Grunde genau das gleiche wie Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis).

Die meisten Menschen verwenden nur gerne den Begriff „Darmgrippe“, wenn ihnen die Erkrankung nicht so sehr auf den Magen, sondern eher auf den Darm schlägt.

Auch wenn sie meistens recht harmlos ist, gehört eine akute Darmgrippe mit zu den lästigsten Krankheiten überhaupt.

Das liegt vor allem daran, dass sie den Betroffenen zwingt, sich nicht allzu weit von der nächstgelegenen Toilette entfernt aufzuhalten.

Die Darmgrippe kann von sehr kurzer Dauer sein, wenn sie durch Viren oder Bakterien verursacht wird.

Sie kann allerdings auch chronisch werden, zum Beispiel bei Nahrungsmittelallergien.

Wir geben hier einen systematischen Überblick über die verschiedenen Ursachen und Symptome einer Darmgrippe sowie über die Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen der Darmgrippe sind meistens Viren

Darmgrippe
Ursache einer Darmgrippe ist fast immer eine Ansteckung. Dabei werden die Darmgrippe-Erreger von Mensch zu Mensch übertragen.

Schuld ist meist mangelnde Hygiene nach dem Besuch der Toilette, denn die Übertragung erfolgt in der Regel auf fäkal-oralem Weg durch Schmierinfektion.

Dabei gelangen winzige Spuren von ansteckenden Stuhlresten über die Hände in den Mund. So werden vor allem Erreger wie Noroviren oder Rotaviren, aber auch Bakterien weitergereicht:

  • Die Erreger, die eine Darmgrippe verursachen, verbreiten sich durch den Kontakt mit infizierten Personen.
  • Neben der fäkal-oralen Übertragung spielt der Verzehr kontaminierter Lebensmittel eine wichtige Rolle bei der Infektion.
  • Es reicht dabei schon, wenn man die gleichen Nahrungsmitteln, das Besteck oder andere mit Viren verseuchte Gegenstände anfasst.

Menschen, die im gleichen Haushalt mit einem erkrankten Menschen leben, haben daher das größte Risiko, selbst ebenfalls an einer Darmgrippe zu erkranken. Gegen beides hilft nur gründliche Hygiene.

Hygienemaßnahmen bei Darmgrippe

Der effektivste Weg, eine Verbreitung von Viren zu stoppen und eine Infektion zu vermeiden besteht darin, die Hände möglichst oft mit Seife und Wasser zu waschen.

Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein sollte, dann sollte man ein Handdesinfektionsmittel verwenden, um den Keimen den Garaus zu machen.

Außerdem ist es wichtig, alles zu desinfizieren, womit Personen, die an Darmgrippe leiden, in Berührung kommen.

Das gilt natürlich in besonderer Weise für eine mögliche Kontamination durch Ausscheidungsprodukte nach Erbrechen oder Durchfall.

Noroviren können über Monate auf Flächen wie zum Beispiel Fließen und anderen Gegenständen überleben, wenn diese nicht ausreichend desinfiziert wurden. Deswegen sollte man gründlichst reinigen und dabei wie auch beim Wäschewaschen immer Einweghandschuhe tragen und möglichst starke Reinigungsmittel wie Bleichlösung verwenden.

Hygienetipps gegen Darmgrippe

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), infektionsschutz.de, https://www.infektionsschutz.de/fileadmin/infektionsschutz.de/Bilder/Infografiken/vorschau_10_hygienetipps_piktogramme.png, CC BY-NC-ND

Darmgrippe – Ursachen, Dauer und Verlauf

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die bei einer Darmgrippe zwischen der Ansteckung des Körpers und dem Ausbrechen der Krankheit vergeht, kann nur wenige Tage, aber auch zwei Wochen oder sogar länger dauern.

Das hängt ganz davon ab, welcher Erreger die Darmgrippe verursacht:

Bakterien

Eine bakterielle Darmgrippe, mit der man sich in Deutschland angesteckt hat, klingt vielfach sehr schnell wieder ab. Mit den Symptomen schwindet dann auch das Risiko einer Ansteckung in wenigen Tagen.

Als Auslöser kommen folgende Erreger in Frage:

  • Escherichia coli (E. Coli, EHEC, Kolibakterien),
  • Campylobacter,
  • Shigellen,
  • Salmonellen.

Viren

Zu den häufigsten Darmgrippe-Erregern unter den Viren gehören:

Inkubationszeit Norovirus Rotavirus
Inkubationszeit bei einer viralen Darmgrippe nach Erregern, Angaben in Stunden. Quelle 1, Quelle 2

Meistens sind Viren Auslöser einer Darmgrippe. Über die Hälfte der Erkrankungen ist darauf zurückzuführen. Das liegt auch daran, dass die verantwortlichen Viren hoch ansteckend sind.

Außerdem verbreiten sie sich außerordentlich schnell, wenn Betroffene oder ihr Umfeld die Hygiene bei der Toiletten-Nutzung vernachlässigen.

Man kann es salopp ungefähr auf diese Formel bringen:

Eine Ansteckungsgefahr ist so lange gegeben, so lange Betroffene sich krank fühlen.

Die ersten Symptome treten meist innerhalb von ein bis zwei Tagen nach einem Kontakt mit den Viren auf.

Aber auch dann, wenn man sich wieder besser fühlt, was meistens schon nach wenigen Tagen der Fall ist, bleibt man für andere auch nach der Genesung noch ansteckend.

Das kann bei einer leichten Darmgrippe nur ein bis zwei Tage, manchmal aber auch bis zu zwei Wochen oder sogar noch länger dauern.

Kinder sollten daher unbedingt mindestens 48 Stunden nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall abwarten, bis sie wieder in die Schule oder Kinderbetreuung gehen.

Der Hauptverursacher einer viralen Darmgrippe bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Rotavirus.

Hier treten die Beschwerden in der Regel ein bis drei Tage nach einem Kontakt mit den Erregern auf. Das Tückische daran ist jedoch, dass man bereits eine Gefahr für andere ist, wenn man selbst noch gar nichts davon merkt.

Und: man bleibt auch bis zu zwei Wochen, nachdem man genesen ist, noch ansteckend.

Parasiten

Giardien und Kryptosporidien sind beim Menschen eher die Ausnahme. Eine Amöbenruhr durch verunreinigtes Wasser kommt dagegen häufiger vor. Sie kann einen schweren Verlauf nehmen.

Deswegen wird Reisenden in Risiko-Ländern empfohlen, ausschließlich in Flaschen abgefülltes Wasser zu trinken.

Lebensmittel

Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder Allergien können ebenfalls Symptome einer Darmgrippe verursachen.

Die häufigsten Symptome der Darmgrippe

Die klassischen Symptome einer Darmgrippe hängen von der jeweiligen Ursache ab:

Ursache der Darm-GrippeDie häufigsten Symptome
VirusDurchfall
Übelkeit
Erbrechen
BakterienFieber
(blutiger) Durchfall
ParasitenDurchfall
starke Austrocknung
Nahrungsmittelallergienerhöhte Eosinophile (eine Art von weißen Blutkörperchen) im Blut

Auch Fieber oder sehr großer Durst können Anzeichen einer Darmgrippe sein, die im Übrigen auch ganz ohne Erbrechen auftreten kann.

Neben den oben genannten Hauptursachen können auch Drogen, giftige Stoffe oder bestimmte Medikamenten als Ursachen für eine Darmgrippe in Frage kommen.

Darmgrippe: Hausmittel oft wirksamer als Medikamente

Der behandelnde Arzt stellt die Diagnose „Darmgrippe“ in der Regel aufgrund der vorliegenden Symptome. Spezielle Tests sind meist nicht unbedingt notwendig, können aber helfen, die exakte Ursache festzustellen.

Bei einer viralen Darmgrippe muss normalerweise keine Behandlung erfolgen.

Es gibt faktisch auch gar keine wirkungsvolle Therapie dagegen außer Ruhe und eine leichte Diät: Essen sollte man bei Darmgrippe zunächst einmal nur Lebensmittel, die Magen und Darm schonen. Siehe dazu auch Was sollte man bei Durchfall essen?

Geeignet für die Ernährung bei Darmgrippe sind

  • Bananen,
  • Reis,
  • Apfelmus,
  • Zwieback oder Weißbrot.

Außerdem sollte man sehr viel klare Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Verlust wieder auszugleichen. Das gilt im Wesentlichen auch bei einer leichten bakteriellen Darmgrippe.

Bei schwereren Verläufen kann es vorkommen, dass eine Antibiotika-Therapie gegen den Erreger verordnet wird.

Mitunter werden bei einer Darmgrippe außerdem Medikamente zur Linderung von Symptomen wie Übelkeit oder Durchfall gegeben. Die Symptome der Darmgrippe werden oft auch mit bewährten Hausmittel bekämpft:

Reiswasser, also das Kochwasser von Vollkornreis, gilt als sehr wertvoll, denn es hat viele Elektrolyte.

Auch Tees aus frischem Ingwer (mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen) oder Pfefferminze und die Gewürze Zimt und Kurkuma können die Begleiterscheinungen einer Darmgrippe erfolgreich lindern.

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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.