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Was sollte man bei Durchfall essen?

Durchfall kann durch das Essen bestimmter Lebensmittel gelindert werden.

Das ist besonders dann angezeigt, wenn die Erkrankung über einen längeren Zeitraum anhält.

Dann kann es sein, dass der Betroffene viel Flüssigkeit verliert und nicht mehr zureichend mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird.

Infolgedessen kann es nicht nur zu einem ausgeprägten Krankheitsgefühl und körperlicher Schwäche, sondern auch zu einem starken Gewichtsverlust kommen.

Wir haben in diesem Beitrag einige wichtige Regeln für das Verhalten bei Durchfallerkrankungen zusammengestellt:

  • Was darf man bei Durchfall essen?
  • Gibt es Lebensmittel, die die Symptome lindern?
  • Und worauf sollte man besser verzichten?

Einen Arzt können diese Hinweise allerdings nicht ersetzen.

Den sollte man in jedem Falle dann aufsuchen, wenn der Gesundheitszustand sich rapide verschlechtert oder nicht innerhalb von drei Tagen besser wird. Und auch das gilt nur bei Erwachsenen.

Bei Kindern sollte schon nach spätestens 24 Stunden ein Arzt konsultiert werden und bei starken Beschwerden entsprechend früher.

Ernährungsregeln bei Durchfall: viel Trinken, kleine Portionen essen

Essen bei Durchfall
Bei Durchfall stellt sich oft ein starkes Krankheitsgefühl ein. Einige einfache Regeln können dabei helfen, das Allgemeinbefinden deutlich zu verbessern:

  • Trinken verhindert eine Dehydrierung und spült die Giftstoffe aus dem Körper. Deswegen sollte man täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit, am besten Wasser oder Kräutertees trinken.
  • Nach jedem Stuhlgang ein Glas oder eine große Tasse (¼ Liter) Flüssigkeit trinken.
  • Besser mehrere kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag verteilt essen als drei große Mahlzeiten.
  • Bei Durchfall verliert der Körper nicht nur Flüssigkeit (siehe dazu Wässriger Durchfall – Alarm im Darm?), sondern auch Elektrolyte, di ersetzt werden müssen: Salzige Lebensmittel wie Brezeln, Suppe und Sportgetränke liefern wertvolle Mineralstoffe und Elektrolyte. Andere Lebensmittel sind reich an Kalium wie Bananen, Kartoffeln und Fruchtsäfte.
  • Wenn der Durchfall mit Appetitlosigkeit einhergeht, empfiehlt sich eventuell die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels, zum Beispiel eines Multivitaminpräparats, um die Aufnahme der benötigten Nährstoffe sicherzustellen.

Essen bei Durchfall – Lebensmittel und Rezepte

Durchfall empfohlene Lebensmittel
Wenn man sich krank fühlt, ist der Appetit oft vermindert und das Essen schmeckt nicht mehr. Dennoch sollte man wenigstens ein bisschen Nahrung in kleinen Portionen zu sich nehmen, damit sich der Verdauungstrakt allmählich wieder beruhigen kann.

Die Speisen sollten mild, magenschonend und leicht verdaulich sein.

Außerdem sollten sie sich nach Möglichkeit mit dem Wasser im Stuhl gut verbinden, um ihm mehr Volumen zu geben.

Deswegen können Möhren, Banane und Apfel bei Durchfall sehr heilsam sein, weil das darin enthaltene Pektin Wasser bindet und Gele bildet.

Besonders gut eignen sich außerdem folgende Lebensmittel:

LebensmittelZubereitung
Eiergekocht
Mageres Fleisch: Rind, Schwein, Huhn, Pute, FischGaren oder mit sehr wenig Fett braten
Milchprodukte: Milch, Käse oder Joghurtfettarm
Getränke: Wasser, Tee, Gemüsebrühe, Brühe, Kokosnusswasser, Elektrolyt-Wasser, SportgetränkeOhne Zuckerzusatz oder künstliche Süßstoffe!
Brot, ToastNur Weißmehlprodukte
Nudeln, weißer Reis, Kartoffelngekocht
Haferflocken, Cornflakesz. B. als Haferschleimsuppe
Gemüse, z. B. Karotten, Kürbis, Zucchini etc.Geschält, frei von Kernen etc., bevorzugt gekocht
Obst: Banane, ApfelGeschält, frei von Kernen, gerieben oder püriert
Zwieback, Kekse, Cracker

Bei sehr schweren Durchfall sollte man auf einige Tage ganz auf Milchprodukte verzichten. Das gilt auch dann, wenn man das Gefühl hat, dass sie den Durchfall verschlimmern oder zu Gasbildung und Blähbauch oder Blähungen führen. Probiotika helfen bei der Verdauung, indem sie das Gleichgewicht von guten und schlechten Bakterien im Magen und im Darm verbessern.

Es ist aber leider so, dass Probiotische Nahrungsmittel wie Joghurt und Kefir bei einigen Menschen sehr hilfreich sind, bei anderen aber das Verdauungssystem noch mehr reizen können. Dann sollte man versuchen, ob sich eventuell bei anderen probiotischen Lebensmitteln wie zum Beispiel Sauerkraut oder Sojasoße eine Besserung einstellt.

Elektrolyt-Getränk – Rezept:

1 Liter Wasser,
¼ TL Kochsalz,
¼ TL Backpulver,
2 EL Zucker oder Honig,
½ Tasse Orangensaft (am besten frisch gepresst)

Alle Zutaten gut miteinander vermischen und über den Tag verteilt trinken.

Möhrensuppe nach Moro – so heilt Essen bei Durchfall

Professor Ernst Moro, ein Kinderarzt der Heidelberger Kinderklinik, gilt als Erfinder des wohl berühmtesten Rezepts gegen den Durchfall im Jahr 1908.

Die Moro-Möhrensuppe wurde den erkrankten Kindern in der Klinik verabreicht und ließ fortan die Sterbe- und Komplikationsraten infolge von Durchfallerkrankungen drastisch sinken.

Sie wurde danach lange erfolgreich auf vielen Kinderstationen eingesetzt, bis sie schließlich von Antibiotika verdrängt wurde.

Erst heute, wo viele Bakterienstämme Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln, erinnern sich auch Mediziner wieder an diese alte Rezeptur.

Man hat inzwischen herausgefunden, wie die Suppe wirkt:

Beim Kochen der Karotten entstehen Oligosaccharide (Zuckermoleküle). Sie sorgen dafür, dass die Erreger neutralisiert und wieder ausgeschieden werden.

Möhrensuppe – Rezept

500 Gramm Karotten schälen und würfeln.
In 1 Liter Wasser geben.
1 Stunde kochen.
Im Mixer pürieren.
Mit gekochtem Wasser wieder auf 1 Liter auffüllen.
1 TL Salz zugeben.

Essen, das man bei Durchfall meiden sollte

Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von Lebensmitteln, auf die man besser verzichten sollte, wenn man Durchfall hat.

Dazu gehören alle Produkte oder Speisen, die den Darm reizen können wie

  • sehr fettreiche und frittierte Lebensmittel,
  • würzige Speisen,
  • Fertiggerichte,
  • zuckerhaltige Lebensmittel und künstliche Süßstoffe,
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • ballaststoffreiche Lebensmittel,
  • Obst und Gemüse, die Luftbildung im Darm verursachen können, wie Zwiebel und Knoblauch, Brokkoli, Paprika, Bohnen, Erbsen, Beeren, Pflaumen, Kichererbsen, grünes Blattgemüse und Mais.
  • Zitrusfrüchte, Koffein, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke.

Ballaststoffe sind zwar normalerweise sehr gesund für den Darm, aber bei Durchfall können sie die Symptome verschlimmern, weil sie für mehr Aktivität im Verdauungssystem sorgen.

Deswegen sollte man Vollkornprodukte, Nüsse und Samen besser erst einmal meiden.

Zucker bindet Wasser und dadurch wird der Flüssigkeitsverlust noch verstärkt.

Zucker kann zudem, wenn er in den Dickdarm gelangt, Störungen der ohnehin hochsensiblen Bakterienkulturen verursachen und so den Durchfall weiter verschlimmern.

Das gilt auch für Obst mit hohem Zuckergehalt und für Fruchtsäfte.

Einige künstliche Süßstoffe können zudem abführende Wirkung haben. Auch Kohlensäurehaltige Getränke können das Verdauungssystem reizen und verschiedene Symptome wie Blähungen verstärken.

Cola trinken und Salzstangen essen? Nicht bei Durchfall!

Mitunter kursieren angeblich bewährte Heilmethoden im Netz wie zum Beispiel die Kombination aus Cola und Salzstangen.

Doch da ist wirklich Vorsicht geboten, denn Cola mit Salzstangen kann Durchfall sogar verschlimmern.

Vor Zucker haben wir oben schon gewarnt – Cola enthält jedoch sehr große Mengen an Zucker.

Außerdem ist Koffein enthalten und der führt in Verbindung mit dem Zucker zu einem Kalium-Verlust.

Salzstangen kann man zwar in kleinen Mengen bedenkenlos essen, man sollte sich aber auch keine Illusionen in Bezug auf einen Ausgleich des Mineralienhaushalts machen: sie enthalten vor allem Natrium, aber eben kein Kalium, das der Körper nun ebenfalls dringend benötigt.

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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.