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Bauchschmerzen

Luft im Bauch

Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, aber auch leichte bis kolikartige Bauchschmerzen sind Symptome, die unangenehm sein können. Ein anderes unschönes aber ähnliches Gefühl kommt auf, wenn man zu viel Luft im Bauch hat.

Doch was steckt dahinter und was kannst Du gegen Luft im Bauch tun? In diesem Artikel zeigen wir Euch, woher die Luft kommt und was man langfristig tun kann, um die Luft abzulassen.

Beschwerden durch Luft im Bauch: was tun?

Luft im Bauch - das Hilft

Hilfe durch Gewürze, Tee, Heilpflanzen und andere Hilfsmittel

Wenn Dir ständig Luft im Bauch Probleme bereitet, ist der wichtigste, aber auch schwerste Schritt, die Ursachen festzustellen. Es spielen dabei sehr viele Faktoren zusammen. Daher solltest Du vor allem darauf achten, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

Das zweitwichtigste bei Beschwerden durch Luft im Bauch ist, auf Symptome sofort zu reagieren.
Helfen können zum Beispiel:

  • Kräutertees:
    Folgende Teesorten entspannen die Muskulatur im Verdauungstrakt und lösen so Krämpfe und Blähungen:
    • Kümmeltee
    • Fencheltee
    • Anistee
    • Kamillentee
    • Pfefferminztee
  • Gewürze:
    Folgende Gewürze regen die Verdauung an und lindern dadurch Blähungen:
    • Basilikum
    • Majoran
    • Petersilie
    • Koriander
    • Rosmarin
    • Salbei
  • Heilpflanzen:
    Heilpflanzen können schonend Abhilfe schaffen:
  • Aktivkohle:
    Aktivkohle absorbiert Gase im Verdauungstrakt und bindet gasbildende Gifte. Es gibt:
    • Aktivkohletabletten
    • Aktivkohlepulver
  • Verdauungsspaziergang
BildProduktnamePreis
Fenchel anis kümmel TeeFenchel-Anis-Kümmel Teeca. 6,76 €
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AktivkohlepulverAktivkohlepulverca. 9,90 €
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Von selbst verschwinden die Probleme in der Regel nicht so schnell, Du gewöhnst Dich nur daran, hast aber mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit zu kämpfen.

Leider gibt es kein Patentrezept gegen Luft im Bauch, auch Blähbauch genannt. Was Dir heute hilft, kann morgen nutzlos sein. Das beste ist, verschiedene Dinge zu probieren und aufzuschreiben, was in welcher Situation geholfen hat.

Sehr hilfreich ist es, wenn Du ein Ernährungstagebuch führst. Darin trägst Du ein, wann Du welche Nahrungsmittel, Snacks und Getränke zu Dir nimmst, und welche Wirkungen oder Symptome auftreten. Damit kannst Du nachvollziehen, ob bestimmte Lebensmittel, Gewürze oder Kombinationen regelmäßig Beschwerden hervorrufen.

Tipp: Das Tagebuch hilft Dir auch, wenn Du Deine Luft im Bauch Symptome mit einem Arzt klären willst. Zu oft nehmen Mediziner derartige Probleme nicht ernst genug.

Schnelle Hilfe gegen austretende Gase

Die Luft im Bauch geht nicht weg? Hier ein paar praktische und einfach umzusetzende Tipps, um dem unangenehmen Austreten von Gasen („Pupsen“ oder „Furzen“) entgegenzuwirken.

  • Beim Essen weniger reden – Die verschluckte Luft will später wieder raus. Am besten wie es die Mutter einem beigebracht hat: Mit vollem Munde spricht man nicht.
  • Wenn Du merkst, es bilden sich Gase, den Bauch ca. 3 Zentimeter über dem Bauchnabel im Uhrzeigersinn massieren
  • Wenn es irgendwie geht Anis oder Kümmel zu Dir nehmen. Gerne in reiner Form oder in Form von Bonbons oder Tees
  • Wer hätte das gedacht: Ordentlich kauen hilft! Die Darmbakterien haben weniger zu tun und bilden so auch weniger Gase
  • Mineral- und Heilerde (im Internet erhältlich >>) 30 Minuten vor den Mahlzeiten hilft!

Woher kommt die Luft im Bauchraum?

luft im bauch was tun
Luft gelangt auf zwei Wegen in Deinen Bauch. Einen Teil nimmst Du mit der Nahrung auf. Beschwerden bereiten vor allem Gase, die erst die Verdauung im Darm erzeugt. Sie nehmen viel mehr Raum ein als die Nahrung, aus der sie entstanden sind.

Warum entsteht Luft im Bauch?

Die Bildung von Gasen im Verdauungstrakt ist an sich normal. Zum Beispiel entsteht CO², wenn Kohlenstoff oxidiert, also eine chemische Verbindung mit Sauerstoff eingeht. Dieser Prozess setzt Energie frei.

Wie bei der Verbrennung von Holz, Kohle, Öl und Gas entsteht Kohlendioxid also auch beim Energiestoffwechsel in Deinem Körper. Dieses wird aber vorwiegend über das Blut in die Lungen transportiert und beim Ausatmen mit der Atemluft abgegeben. Bei der Verdauung im Darm ist das anders.

Die kleinen Helfer im Darm

Die Verdauung ist zum Teil ein chemischer Prozess, bei dem die Nahrung durch verschiedene Flüssigkeiten zersetzt wird.
Gerade der Darm ist aber auch von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt, die sich als eigenständige biologische Organismen an der Verdauung beteiligen. Sie spalten zum Teil auch Substanzen auf, die Dein eigener Organismus gar nicht verwerten kann, sogenannte Ballaststoffe.

Diese Mikroorganismen haben ihren eigenen Stoffwechsel und produzieren bei der Zersetzung der Nahrungsbestandteile insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO²) oder kurz Kohlendioxid sowie die brennbaren Gase Methan und Wasserstoff. Sie entweichen meist unbemerkt über den hinteren Darmausgang.

Tipp: Nur wenn sie sich in Blasen sammeln oder übelriechende Gase entstehen, machen sie sich beim Abgang als Blähungen bemerkbar. Beides deutet auf eine nicht optimale Verdauung hin, eine Verdauungsstörung.

Weitere Ursachen

Eine weitere Ursache ist Luft im Bauch nach einer OP. Patienten einer laparoskopischen Untersuchung (Bauchspiegelung) klagen oft über Luft im Bauchraum.

Das liegt daran, dass während des Eingriffes Luft in die Bauchhöhle geblasen wird, um eine bessere Darstellung der Organe zu ermöglichen. Diese Luft wird schließlich vom Körper nach und nach resorbiert.

Wenn du also kurz nach einer Laparoskopie das Gefühl von Luft im Bauch verspürst, ist das ganz normal und sollte sich nach wenigen Wochen legen.

Ernährungstipps für weniger Luft im Bauch

Vorbeugen gegen Luft im Bauch
Wie schon erwähnt werden Gase bei der Verdauung vor allem durch Mikroorganismen, die sogenannte Darmflora, produziert. Deren Zusammensetzung und ihre Nahrungsgrundlage haben daher einen entscheidenden Einfluss auf die Art und Menge der entstehenden Gase. Über Deine Ernährung kannst Du daher einige Ursachen für zu viel Luft im Bauch abstellen.

  • Meide Nahrungsmittel, die bekanntermaßen Blähungen verursachen, wie zum Beispiel:
    • Kohl
    • Lauch
    • Mais
    • Unreifes Obst
    • Käse
    • Kohlensäurehaltige Getränke
    • Bier
    • Zucker
    • Hefe
    • Bohnen
    • Erbsen
  • Gezielt „gutartige“ Mikroorganismen zuführen, wie:
    • Joghurt
    • Kefir
    • Dickmilch
  • Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungen wählen, die „gutartige“ Mikroorganismen unterstützen (Präbiotika). Besipielsweise:
    • Pastinaken
    • Artischocken
    • Chicorée
    • Zwiebeln
  • Auf eine Balaststoffreiche Ernährung achten. Lebensmittel mit viel Ballaststoffen:
    • Leinsamen
    • Chia Samen
    • Linsen
    • Vollkornmehlprodukte
    • Wurzelgemüe
    • Pilze
    • Nüsse
    • Haferflocken

Wichtig: Zu viele Ballaststoffe können besonders anfangs zu Blähungen führen. Um das zu verhindern solltest du etwa 30 Gramm pro Tag zu dir nehmen. Zu Beginn empfehlen wir besonders Ballaststoffe aus Vollkornprodukten und eine Menge von 15 Gramm pro Tag.

Wie das Ökosystem in einem Teich bei Überdüngung umkippen kann, weil einzelne Lebensformen übermäßig im Wachstum gefördert werden, so kann auch das Gleichgewicht der Organismen in Deinem Darm, zum Beispiel durch eine überhöhte Zufuhr leicht verwertbarer Energieträger wie Einfachzucker, gestört werden. Das führt dann zu Beschwerden wie Luft im Bauch.

Zu viel Luft im Bauch durch kohlensäurehaltige Getränke?

Was die Luft im Bauch betrifft, sind kohlensäurehaltige Getränke eine Ausnahme. Mit ihnen kannst Du Kohlenstoffdioxid in Mengen aufnehmen, die sich unangenehm bemerkbar machen können. Im Wasser gelöst nimmt es fast keinen Raum ein. Wird es wieder freigesetzt, vergrößert es sein Volumen erheblich.
Ein durchschnittlicher Sprudel enthält ungefähr fünf Gramm CO² pro Liter. Das Volumen des Wassers nimmt dadurch nur um etwa 3 ml zu. Gasförmig benötigt dieselbe Menge Kohlenstoffdioxid bei normalem Druck dagegen rund 2,5 l Raum. Das heißt, wenn Du ein Glas Mineralwasser trinkst, können sich diese 0,2 l in Deinem Magen theoretisch auf bis zu 0,7 l ausdehnen.

Tipp: Wenn du nicht auf Cola und andere kohlensäurehalltige Getränke verzichten möchtest, achte darauf, langsam und in kleinen Schlucken zu trinken

So kann das Kohlendioxid bereits im Mund weitgehend entweichen und nur dort wirkt sich die Kohlensäure schließlich auch auf den Geschmack aus.

Blähungen und Darmbeschwerden durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Laktose

Eine Laktoseunverträglichkeit ist in Europa vergleichsweise selten. Anders als beispielsweise in asiatischen Ländern betrifft sie nur etwa 10 bis 15 Prozent der einheimischen Bevölkerung. Die Ursache ist ein Mangel des Enzyms Laktase, das der Körper zur Verdauung der Laktose benötigt.

Problematischer ist der Fall einer echten Nahrungsmittelunverträglichkeit. Dabei verursachen bestimmte Nahrungsbestandteile Allergien, die ebenfalls Blähungen und das Gefühl von Luft im Bauch als Symptome hervorrufen können.

In dieser Hinsicht bekannt sind insbesondere das Gluten, beziehungsweise dessen alkohollöslicher Bestandteil Gliadin, und der Milchzucker, die Laktose.

Beschwerden aufgrund einer Laktoseunverträglichkeit lassen sich relativ einfach auch mit Laktase auch in Tablettenform, die es sogar rezeptfrei in Drogerien und im Discounter zu kaufen gibt.

Gluten

Eine Glutenunverträglichkeit ist besonders schwer selbst zu diagnostizieren, da zum einen der überwiegende Teil aller verarbeiteten Lebensmittel Weizenmehl und damit Gluten enthält.

Ist die Luft im Bauch das Symptom einer Glutenallergie, lässt sich das Problem nicht so leicht lösen. Gluten ist vor allem im Weizen enthalten, aber auch in den anderen einheimischen Getreidearten wie Gerste, Roggen oder Dinkel, ausgenommen Hafer.

Eine Glutenunverträglichkeit produziert nicht nur Luft im Bauch. Sie schädigt die Darmschleimhaut langfristig und dauerhaft. Außerdem führt sie zu diversen Mangelerscheinungen, weil Eisen, Vitamine sowie andere wichtige Nährstoffe nur noch eingeschränkt aus der Nahrung aufgenommen werden.

Noch dazu können die üblichen Allergietests beim Arzt oder als Gluten-Selbsttest aus der Apotheke nur die klassischen Fälle der Zöliakie oder einheimischen Sprue zweifelsfrei nachweisen.

Wichtig: Daher ist eine Glutenallergie nicht nur unangenehm, sondern wirklich gefährlich und sollte durch einen Arzt behandelt werden.

Wer „nur“ an einer Weizenunverträglichkeit leidet und mit Gluten kein Problem hat, der kann und sollte Kamutmehl ausprobieren!

Fazit

Beschwerden durch Luft im Bauchraum sind oft harmlos, können aber auch Symptome ernsthafter Gesundheitsprobleme sein, beispielsweise bei Nahrungsmittelallergien. In diesen Fällen kann das richtige Medikament Abhilfe schaffen.

In einigen Fällen hat Luft im Bauch auch eine physische Ursache, da die Psyche und der Bauch eng miteinander verknüpft sind und Faktoren wie Stress auch Bauchprobleme auslösen können.

Du solltest sie daher beobachten und Dir am besten notieren, wann und in welchem Zusammenhang die Probleme auftreten.

Stellt sich dabei ein bestimmtes Muster heraus, hast Du eine gute Grundlage, um die Problematik mit einem Arzt abzuklären.

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2 Kommentare

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  • Bei Ultraschalluntersuchung wurde Luft im Bauch festgestellt. Gibt es Fachärzte für dieses Problem. Meine Ärztin ist noch im Urlaub sonst hätte ich diese gefragt. Was würdet Ihr empfehlen ???

  • vielen Dank für die zahlreichen Tipps! Ich leide schon viele Jahre an diesen Symptomen und nichts hat bisher geholfen. Auch Lefax Tabletten über einen längeren Zeitraum brachten nicht den gewünschten Erfolg. Es ist schon schwierig im Alltag und besonders im Beruf, wenn man mit vielen Menschen Kontakt hat mit diesen Beschwerden klar zu kommen. Aber ich werden zukünftig auch diese Tipps versuchen umzusetzen. Vielen Dank! P.W.

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