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Myrrhe – Ein desinfizierendes Räucherharz

Wissenschaftlicher Name: Commiphora myrrha
myrrhe wirkung
Volkstümlicher Name
  • Geschenk der Könige
  • die Bittere
Anwendungsgebiete

  • Atemwegserkrankungen
  • Entzündungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
Wichtigste Inhaltsstoffe
  • Terpene
  • Schleimstoffe
Neben Gold und Weihrauch zählt Myrrhe zu den legendären Segnungsgaben der Heiligen Drei Könige.

Die Essenz des gleichnamigen Myrrhe-Baums (Commiphora myrrha) hat aber nicht nur religiöse, sondern auch medizinische Bedeutung, denn sie ist als desinfizierendes und wundstillendes Heilmittel bekannt.

Was genau Myrrhe ist und wie es sich zur Krankheitsbehandlung nutzen lässt, erfährst Du hier.

Wissenswert: Der Name der Myrrhe leitet sich vom arabischen Wort murr für „bitter“ ab. Er nimmt Bezug auf das schwer süßlich-bittere Aroma des Räucherharzes.

Was ist Myrrhe?

myrrhe
Der Myrrhe-Baum gehört zu den Balsambaumgewächsen (Burseraceae), die gemeinhin als wichtige Lieferanten für hochwertige Balsamharze gelten. Neben Weihrauch und Styrax zählt Myrrhe dabei zu den wichtigsten Balsamen.

Das Gummiharz wird aus der Rinde des Myrrhe-Baums gewonnen und nach einem traditionellen Trocknungsprozess entweder direkt als Räucherharz verkauft oder zu Präparaten wie Myrrhetinktur oder Myrrhe-Kapseln weiterverarbeitet.

Wichtige Hinweise zur Bedeutung, Wirkung und Herkunft der Myrrhe liefert uns dabei die Bibelgeschichte selbst. Dargebracht wird Myrrhe dem Christuskind hier vom afrikanischen Weisen Caspar.

Der Balsam sollte das Neugeborene segnen und schützen und war zusammen mit der Weihrauchgabe des arabischen Weisen Balthasar Grund für Jesus Beinamen Messias, was übersetzt „Der Gesalbte“ bedeutete.

  • Der Myrrhe-Baum wächst ursprünglich nur in Ostafrika, genauer gesagt in Äthiopien, Djibouti, Kenia und Somalia.
  • Da Myrrhe-Harz damals sehr selten und seine Gewinnung äußerst aufwändig war, galt es als eines der teuersten Baumharze überhaupt.
  • Aus diesem Grund wurde als ehrerbietendes Präsent nur zu besonderen Anlässen oder an hohe Stammesführer (z.B. um diese zur Segnung zu salben) verschenkt.
  • Außerdem fand Myrrhe in Afrika und Arabien seiner Zeit ähnlich wie Weihrauch als effizientes Heilmittel gegen Infektionen, entzündliche Wunden und Verdauungsbeschwerden Verwendung.

Es lassen sich noch weitere heilpflanzliche Hinweise in der Bibel entdecken.

So bot man Jesus vor der Kreuzigung „Wein mit Myrrhe“ zur Betäubung seiner Schmerzen an, was dieser jedoch ablehnte.

Ferner spendete der Pharisäer Nikodemus zur Grabbeilegung Jesu „Aloe und Myrrhe, etwa hundert Pfund“ (Joh 19, 39), damit der Leichnam des Messias gemäß jüdischer Tradition in Leinen gehüllt werden konnte, das mit den Extrakten beider Heilpflanzen getränkt wurde.

  • Myrrhe war im Altertum ein wichtiges Schmerzmittel.
  • Der Brauch, Tote einzubalsamieren wurde von den Juden und Arabern aus dem alten Ägypten übernommen. Dort gehörten Aloe Vera und Myrrhe schon vor 3000 Jahren zu den wichtigsten Totenbalsamen.
  • Die desinfizierende Myrrhetinktur sollte dabei die übelriechenden Verwesungsbakterien vom Leichnam des Verstorbenen fernhalten, um sicherzustellen, dass dieser unbeschadet und wohlriechend ins Jenseits gelangte.
  • Die konservierende und antibakterielle Myrrhe ist also ein Hauptgrund dafür, dass ägyptische Mumien bis heute so gut erhalten sind.

Ableiten lässt sich aus den Lehren der alten Überlieferungen ein einschlägiges Heilspektrum von Myrrhe gegen

  • Entzündungen,
  • Infektionen,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Schmerzen
  • und Wunden.

Übrigens: Auch die griechische Mythologie kennt eine alte Legende um die Myrrhe. Die Mutter des Adonis soll sich nach dessen Geburt nämlich in einen Myrrhe-Baum verwandelt haben. Der Name der guten Dame war Smyrna, was auf griechisch Myrrhe bedeutet.

Inhaltsstoffe der Myrrhe – Qualität statt Quantität

Eigentlich besitzt die Myrrhe nur zwei, für ihre Heilwirkung relevante Inhaltsstoffe, nämlich Schleimstoffe und Terpene.

Die sind im gehaltvollen Harz des Myrrhe-Baums dafür aber umso höher konzentriert, was schon die zähflüssige Konsistenz des Gummiharzes an sich verrät.

Einzelheiten zu den Eigenschaften der beiden Harzsubstanzen erfährst Du nachstehend.

Terpene gegen Infektionen und Wundbrand

Die Basis der meisten Baumharze stellen terpenhaltige Harzsäuren. Terpene sind Naturstoffe, die in sehr hoher Konzentration eine klebrige Substanz ergeben. Sie sind in vielen Heilpflanzen wie Ginkgo oder Mönchspfeffer enthalten. Im Baumharz sind also besonders viele dieser Terpene enthalten.

Beim Myrrhe-Baum im Speziellen sind dies

  • Triterpene,
  • Sesquiterpene
  • und Furanosesquiterpene.

Für die Medizin sind diese pflanzlichen Inhaltsstoffe seit Langem sehr interessant. Denn als ätherische Öle verleihen sie Balsamen nicht nur ihr charakteristisches Aroma sowie ihre Konsistenz, sondern besitzen zudem auch stark:

  • antimikrobielle
  • krebshemmende
  • schmerzlindernde
  • wundstillende

Eigenschaften. Einige Triterpene sind dabei inzwischen sogar als natürliche Chemotherapeutika in der Krebstherapie zugelassen. Viele andere Terpene werden als natürliche Antibiotika und Wundmittel verwendet.

Tipp: Es hat seinen Grund, warum Terpene in Baumharz so hoch konzentriert sind. Immerhin muss das Harz die Baumrinde bei Verletzungen gezielt zur Wundheilung anregen. Das geht natürlich nur, wenn die Baumwunde zuvor ausreichend desinfiziert und von krankheitserregenden Keimen wie Pilzen, Bakterien oder Parasiten befreit wurde. Was den Wunden der Bäume gut tut, ist also auch für menschliche Verletzungen heilsam.

Schleimstoffe sind Balsam für die Schleimhäute

Entzündete Schleimhäute sind die Spezialität der in Myrrhe enthaltenen Schleimstoffe. Auch sie tragen zur zähflüssigen Konsistenz des Gummiharzes bei und verleihen ihm eine besondere Heilwirkung. Schleimstoffe sind auch in vielen Heilpflanzen wie beispielsweise Malve, Kalmuswurzel oder Beinwell enthalten.

Die aus Mehrfachzuckern (Polysacchariden) bestehenden Schleimstoffe sind nämlich dafür bekannt, dass sie gerade auf die körpereigenen Schleimhäute eine:

  • auswurffördernde
  • entgiftende
  • entzündungshemmende
  • reizmildernde

Wirkung haben. Sie sind also der Grund dafür, weshalb Myrrhe gerne zur Behandlung von schleimhautreizenden Gesundheitsbeschwerden wie

  • Zahnfleischentzündungen,
  • Entzündungen der Rachenschleimhaut,
  • Mandelentzündungen,
  • Candidose,
  • Erkältungen,
  • Grippe,
  • Bronchitis,
  • Halsschmerzen,
  • Magen-Darm-Grippe,
  • Blähungen,
  • Durchfall,
  • Magenkrämpfen

und sogar chronischen Magen-Darm-Krankheiten wie

  • Reizdarmsyndrom,
  • Colitis ulcerosa
  • oder Morbus Crohn

zum Einsatz kommt.

Wissenswert: “Kamille, Minze, Myrrhe und Salbei“ – Auch Zahncremes wie Dentagard setzen schon seit Jahrzehnten auf die entzündungshemmenden Eigenschaften der myrrheeigenen Schleimstoffe im Bereich der Mundschleimhäute. Gemeinsam mit den ebenfalls desinfizierenden Extrakten der Kamille, Minze und des Salbeis bildet Myrrhe hier ein unschlagbares Trio gegen Zahnfleischentzündungen und Co.

wirksame Inhaltsstoffe der Akelei im Überblick:
Terpene
Triterpene, Sesquiterpene, Furanosesquiterpene
  • stark antimikrobiell
  • desinfizierend
  • chmerzlindernd
  • wundstillend
  • krebshemmend
Schleimstoffe
  • reizmildernd
  • entzündungshemmend
  • entgiftend
  • auswurffördernd

Anwendung von Myrrhe – nicht nur als Räucherwerk

was ist myrrhe
Traditionell wird Myrrhe-Harz wie Weihrauch in der Inhalationstherapie verwendet. Die heilsamen Dämpfe wirken dann besonders gut gegen Atemwegserkrankungen wie Erkältung oder Grippe. Hierzu:

  • Gibt man ein paar Krümel getrocknetes Myrrhe-Harz
  • oder ein paar Tropfen Myrrhe-Öl
  • auf ein zuvor erhitztes Stück vorgeheizte Räucherkohle.

Am besten wird die Kohle in einem speziellen Räuchergefäß auf etwas Sand platziert.

Myrrhetinktur zum Gurgeln

Wer an einer entzündeten Rachenschleimhaut oder einer Pilzinfektion (meist Candidose) im Rachenbereich leidet, der kann auch Myrrhetinktur verwenden.

Gleiches gilt für andere Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, so zum Beispiel eine Zahnfleischentzündung.

  • Träufle 10 Tropfen Myrrhetinktur
  • auf 100 ml lauwarmes Wasser
  • und spüle damit die entzündete Rachenpartie gründlich aus.

Tipp: Alternativ kann man eine verdünnte Tinktur der Myrrhe auch mit einem Pinsel oder Wattestäbchen auf entzündetes Zahnfleisch tupfen.

Myrrhe-Tabletten zur inneren Anwendung

Bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden ist es oft hilfreich, konzentrierte Fertig-Präparate der Myrrhe, also Myrrhe-Kapseln oder Myrrhe-Tabletten zu nutzen.

Die Dosierungsrichtlinien sind hier von Präparat zu Präparat verschieden. Als Faustregel gilt jedoch:

  • 3 x täglich 1 Myrrhe-Kapsel
  • 3 x täglich 4 Myrrhe-Tabletten

Die Einnahmen sollten vor den Mahlzeiten erfolgen und in einem Mindestabstand von 3 Stunden erfolgen.

Nebenwirkungen der Myrrhe:

Tipp: Es sind keine Nebenwirkungen für Myrrhe bekannt.

Studien zur Myrrhe – Die Heilwirkung ist echt

Wirkung der Akeleiwissenschaftlich belegt?
desinfizierende Wirkungja
entzündungshemmende Wirkungja
schmerzlindernde Wirkungja
krebshemmende Wirkungja

Myrrhe wurde 2016 gemeinsam mit einigen anderen Heilpflanzen auf ihre antibakterielle Effizienz getestet. Dabei schnitt die Myrrhe unter allen Kräutern am besten ab.

Auch das entzündungshemmende Potential der Myrrhe wurde bereits in mehreren Studien positiv bewertet. Dabei half das Gummiharz sowohl gegen Organentzündungen wie Hepatitis, als auch bei entzündlichen Vergiftungen durch medikamentöse Wirkstoffe.

Ein Artverwandter der Commiphora myrrha, Commiphora mukul, lieferte in einer 2013 durchgeführten Studie interessante Ergebnisse zur Schmerzlinderung. Demnach ließen sich Nervenschmerzen langfristig erfolgreich behandeln, wenngleich spontane Schmerzsymptome unverändert blieben.

Es bleibt zu vermuten, ob Commiphora myrrha hier noch bessere Wirkung bei der Beruhigung von Nervenzellen erzielt hätte. Ihre Wirksamkeit bei Prostatakrebs spricht jedenfalls für ein ungeahntes Potential der Myrrhe bezüglich zellbasierter Beschwerden.

Myrrhe kaufen – Apotheke, Drogerie oder Online

Die meisten Präparate der Myrrhe sind rezeptfrei erhältlich, da sie keinerlei Risiken und Nebenwirkungen bergen. Dennoch sollte man beim Kauf auf die Reinheit und Qualität der Produkte achten.

Einige vertrauenswürdige Exemplare haben wir nachstehend für Dich aufgelistet:

Fazit

Myrrhe ist nicht ohne Grund eines der ältesten Räucherharze, das in vielen Religionen als heilige Gottesgabe gepriesen wird.

Die desinfizierende, entzündungshemmende, wie auch schmerzlindernde Wirkung des Baumharzes ist inzwischen nachweislich belegt und kann bei fast allen inneren Infektionen und Entzündungen, wie auch bei der Wundheilung eine gute Hilfe sein.

Neben der üblichen Inhalation der Myrrhe-Dämpfe lässt sich das Harz dabei auch in Kapsel- oder Tablettenform einnehmen. Beides ist für gewöhnlich rezeptfrei erhältlich, denn neben ihrer außergewöhnlichen Heilwirkung ist Myrrhe auch nahezu frei von Nebenwirkungen.

Zur Sicherheit ist aber dennoch eine wohldosierte Anwendung zu empfehlen.

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