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Magengeschwür – Anzeichen und Symptome richtig interpretieren

Das Magengeschwür ist eine jener Krankheiten, von denen der Magen-Darm-Trakt des Menschen am häufigsten geplagt wird. Die Ursachen für die Entstehung eines solchen Geschwürs im Magen können vielfältig sein.

Den Ausgangspunkt bildet jedoch so gut wie immer eine Situation, in das empfindliche Gleichgewicht zwischen der Magensäure und der Schutzfunktion der Magenschleimhaut gestört ist.

Dann kann sich die Schleimhaut im Magen nicht mehr selbst gegen die Säure schützen kann.

Dieser Fall kann zum Beispiel dann eintreten, wenn sich der Helicobacter pylori im Magen ansiedelt, eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) verursacht und die ganze Verdauung beeinträchtigt.

In diesem Beitrag erläutern wir, wie ein Magengeschwür entsteht, wie man es diagnostiziert und welche Behandlungsmethoden heute üblich sind.

Magengeschwür – was genau ist das eigentlich?

Magengeschwuer
Das Magengeschwür trägt in der Fachsprache die Bezeichnung „Ulcus ventriculi“ oder kurz „Ulkus“. Der Begriff „ulcus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Geschwür.

Wird ein Magengeschwür diagnostiziert, liegt immer eine Schädigung der Magenschleimhaut vor. Diese betrifft in aller Regel auch die tieferen Schichten der Magenwand.

Den Bereich der Entstehung von Geschwüren kann man eingrenzen: Meist sind kleine Kurvatur (Innenkrümmung des Magens) und Antrum (Magenausgang) betroffen.

So entstehen Magengeschwüre – Ursachenforschung

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit ist beim Vorliegen dieser Risikofaktoren gegeben:

  • Genetische Disposition zur Überproduktion von Magensäure und/oder genetische Disposition zu vermindertem Säureschutz der Magenschleimhaut.
  • Regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente über einen langen Zeitraum, beispielsweise Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), die zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) gehören, Antirheumatika, Kortisonhaltige Medikamente.
  • Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori als Auslöser einer (chronischen) Magenschleimhautentzündung.
  • Durchblutungsstörungen im Magengewebe und eine gestörte Magenbewegung (Peristaltik) sorgen für Rückfluss von Gallensäure.
  • Überproduktion von Magensäure als Auslöser einer (chronischen) Gastritis.
  • Jegliche Form von Stress setzt Hormone frei, die die Magenschleimhaut schädigen können.
  • Eine schwere, fettreiche Ernährung, Rauchen, Alkohol, übermäßiger Kaffeekonsum bewirken eine Übersäuerung des Magens können so Entzündungen verursachen.

Magengeschwüre – Zahlen und Fakten

Einem Magengeschwür geht fast immer eine chronische Magenschleimhautentzündung voraus. Man kann es also auch so formulieren: Die allerbeste Vorbeugung gegen ein Magengeschwür besteht darin, eine Gastritis möglichst rechtzeitig zu behandeln, bevor sie chronifiziert.

  • Eine chronische Magenschleimhautentzündung wird in 75 bis 80 Prozent vom Helicobacter pylori ausgelöst (s.a. Helicobacter Test – die Fahndung nach dem Übeltäter).
  • Jeder 10. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an einem Magengeschwür.
  • Jedes Jahr erkranken ungefähr 50 von 100.000 Menschen daran.
  • Die meisten Erkrankten sind über 50 Jahre alt und haben wiederkehrende Magengeschwüre: Man schätzt, dass 5 – 10 Prozent der über 50-Jährigen ein Magengeschwür haben oder hatten.
  • Besonders häufig sind Männer zwischen 30 und 50 Jahren betroffen (etwa viermal häufiger als Frauen).
  • Personen mit der Blutgruppe 0 haben ein höheres Risiko, ein Magengeschwür zu entwickeln.

Magengeschwür – die Symptome

Magengeschwuer Symptome
Ein Magengeschwür muss nicht zwingend mit erkennbaren Symptomen einhergehen und wird daher auch vielfach nur durch Zufall, zum Beispiel im Rahmen anderer Untersuchungen erkannt.

Das kommt häufig bei der Einnahme von Medikamenten wie ASS vor. Ansonsten können Magengeschwüre mit folgenden Symptomen einhergehen:

  • (schwache oder starke, stechende oder brennende) Schmerzen, meist im Oberbauch (häufig während der Nahrungsaufnahme bzw. danach)
  • Übelkeit mit/ohne Erbrechen,
  • Druck im Magen und/oder Völlegefühl
  • bestimmte Lebensmittel werden nicht mehr vertragen,
  • Appetitlosigkeit und infolgedessen Gewichtsverlust,
  • Magenblutungen und, damit einhergehend, schwarz gefärbter Stuhl.

Magengeschwür – Diagnose

Das Beschwerdebild, mit dem der Patient in die Praxis kommt, liefert meist schon erste Hinweise auf ein Magengeschwür. Häufig zeigt sich dann auch eine Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten.

Eine gesicherte Diagnose kann der Arzt allerdings nur mittels einer Magenspiegelung (Gastroskopie) stellen.

Dabei kann er auf dem Monitor das Geschwür sehen: Es hat in aller Regel eine rundliche Form und einen flachem Rand, der bei chronischen Geschwüren bereits durch Narbengewebe verdickt ist und somit Druck auf den Magen ausübt.

Bei der Magenspiegelung wird der Arzt gleichzeitig auch Gewebeproben entnehmen, damit später im Labor differenziert werden kann, ob

  • eine Magenschleimhautentzündung,
  • ein Magengeschwür,
  • Magenkrebs,
  • eine Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt.

Die Therapie – so wird das Magengeschwür behandelt

Magengeschwuer Behandlung
Magengeschwüre heilen häufig unbemerkt ganz von selbst ab. Wird ein Magengeschwür nicht behandelt, kann das allerdings auch zu Blutungen, zu einem Magendurchbruch und sogar zu Magenkrebs führen.

Bis vor nicht allzu langer Zeit hielt man daher eine Operation für unumgänglich.

Heute behandelt man ein Magengeschwür in aller Regel medikamentös.

Hier können je nach Ausprägung der Krankheit verschiedene Komponenten zum Einsatz kommen:

Magengeschwür – Medikamente und ihre Wirkungsweise
ArzneimittelWirkung
Säureblocker, Protonenpumpenhemmer, Histamin-Rezeptorenblockerschützen den Magen vor Säure, indem sie die Produktion drosseln. Die Magenschleimhaut kann regenerieren, Schmerzen werden gelinder
Antazidabinden und neutralisieren Magensäure
ProkinetikaRegen die Peristaltik an
Antibiotikatöten bei Helicobacter-Infektion das Bakterium ab

Die Erfolgsaussichten der Therapie liegen heute bei über 90 Prozent.

Klingt das Magengeschwür jedoch auch nach Behandlung mit diesen Medikamenten über einen längeren Zeitraum nicht ab oder treten Komplikationen auf, wird eine Operation erforderlich.

Magengeschwür – Ernährung, Lebensweise und Hausmittel

Es versteht sich von selbst, dass man erst einmal alles meiden sollte, was die Magenschleimhaut reizen oder gar schädigen könnte. Das betrifft

  • Stress,
  • die oben genannten Medikamente (in Absprache mit dem Arzt!),
  • Kaffee,
  • Alkohol,
  • Nikotin,
  • scharfe, schwere und fettige Speisen.

Der Heilpraktiker Alfred Vogel beschreibt in seinem Buch „Der kleine Doktor“ eine Therapieform aus der traditionellen Naturheilkunde – den „Roter Schneckensirup“.

Dabei wird die bei uns in Mitteleuropa sehr verbreitete rote Waldschnecke mit Zucker und Alkohol zu einem Sirup verarbeitet, der dann regelmäßig eingenommen werden soll.

Der von der Schnecke abgesonderte Schleim soll nach dem Prinzip der Homöopathie „Gleiches mit Gleichem heilen“ die Magenschleimhaut schützen. Das ist aber vermutlich nicht jedermanns Sache.

Ein anderes, ebenfalls sehr altes Hausmittel ist der Muskatellersalbei-Wein von Hildegard von Bingen. Er kommt unseren Geschmacksvorstellungen schon mehr entgegen:

Original-Rezeptur für den Muskatellersalbeiwein nach Hildegard von Bingen

3 Teile Muskateller-Salbei
1 Teil Polei-Minze
1 Teil Fenchelkörner

Alle Zutaten in gutem Wein mit etwas Honig abkochen, durch ein Tuch sieben und regelmäßig trinken. Die heilige Hildegard empfiehlt:

„2 x täglich 1 Likörglas (ca. 60 ml) nach dem Essen und zur Nacht. Sein Magen wird geheilt oder gereinigt werden und er wird zum Essen Lust haben. Das vertreibt nämlich alten und verhockten Schleim im Magen-Darm.“

Quelle

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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.