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Die Max-Planck-Diät – 6 Gründe, warum sie ein Treppenwitz in der Geschichte der Diäten ist

Schnell abnehmenMöglich
Gesund abnehmen Nicht möglich
Alltagstauglichkeit Nicht alltagstauglich
Disziplin Viel Disziplin notwendig
Kosten Keine zusätzlichen Kosten
JoJo-Gefahr Sehr hoch

Die Max-Planck-Diät beruft sich auf den Namen eines der berühmtesten deutschen Physikers: Der Diät-Plan wurde angeblich 1986 vom Max-Planck-Institut für Ernährung entwickelt.

Das Institut existiert nicht und Max Planck hat mit der Diät rein gar nichts zu tun. Es war vermutlich nur ein Aprilscherz – so die Max-Planck-Gesellschaft.

Real existierende Wissenschaftler sind angesichts der Ernährungs-Regeln, die der Max-Planck-Diät zugrunde liegen, eher entsetzt. Dennoch hält sich die Diät hartnäckig.

Das Verspricht die Max-Planck Diät

abnehmen Max-Planck-Diät

Die Hartnäckigkeit des Mythos liegt sicher vor allem an den versprochenen Erfolgen:

Es wird behauptet, dass man damit:

  • 9 Kilo innerhalb von nur 2 Wochen abnimmt
  • und

  • danach 3 Jahre lang immun gegen jede Gewichtszunahme ist.

Wir haben uns diese besondere Ernährungsform einmal genauer angesehen.

Das Max-Planck-Konzept – eine Fake-Diät

Es handelt sich bei der Max-Planck-Diät um eine Crash-Diät, die vorwiegend auf eiweißreiche Nahrung setzt.

Auch die Bezeichnung als „ketogene Diät“ ist nicht richtig, denn Fette sind genau wie Kohlenhydrate weitgehend verboten. Die Diät beruht also auf einer Kombination aus Low Carb und Low Fat, was sehr einseitig und ungesund ist.

Weitere Informationen zur Diät findet man nicht und die Urheber sind unbekannt.

Das mag daran liegen, dass die Diät nie ernsthaft als Schlankheits-Kur propagiert wurde. Der Max-Planck-Ernährungsplan geistert dennoch seit 30 Jahren durch die Welt.

Nach dem vorliegenden Plan ist die Diät 2 Wochen strikt nach Vorschrift zu befolgen. Abweichungen führen demnach zwangsläufig zum Scheitern.

Wer durchhält wird mit Erfolg gekrönt: Er nimmt nicht nur rapide ab, sondern die Ernährungsweise soll auch zur Folge haben, dass sich der Stoffwechsel insgesamt umstellt.

Deswegen ist man angeblich auch für 3 Jahre vor dem Jojo-Effekt sicher!

Der Ernährungsplan der Max-Planck-Diät: wenig Genuss, viel Verzicht

2 Mahlzeiten pro Tag sind optimal, 3 gehen gerade noch durch. Mehr darf es auf gar keinen Fall sein. Diese kann man aber den eigenen Gewohnheiten folgend beliebig zu jeder Tageszeit einnehmen

Zwischenmahlzeiten sind also streng tabu.

Wasser sollte man so viel wie möglich trinken, auch bei (ungesüßtem) Tee und Kaffee werden keine Grenzen gesetzt.

Die Kombinationsmöglichkeiten für den täglichen Speiseplan sind sehr überschaubar, da die Lebensmittelauswahl sehr begrenzt ist.

MahlzeitLebensmittel
FrühstückKaffee oder Tee (schwarz, ungesüßt), Brötchen, Karotte, Zitrone
Mittag- oder Abendessen Eines dieser Lebensmittel:

  • Joghurt (0,1 % Fett)
  • 1 -2 Eier (gekocht)
  • Huhn
  • Fisch
  • Steak
  • Schinken
  • Käse

Kombiniert mit einer dieser Beilagen:

  • Rohkost
  • Salat
  • Gemüse
  • Früchte

Im Unterschied zu anderen Diäten ist kein Kalorienzählen erforderlich.

Bei strikter Befolgung der Vorgaben wird man ohne große Anstrengung auf weniger als 800 kcal täglich kommen.

Das „Original“: Diätplan des Max-Planck-Instituts für Ernährung

Steak max planck diät

DiättagSpeiseplan
1Frühstück: Kaffee
Mittagessen: 2 gekochte Eier, Spinat
Abendessen: 1 großes gegrilltes Steak, Salat, Joghurt (0,1 % Fett)
2Frühstück: Kaffee, 1 Brötchen
Mittagessen: 1 großes gegrilltes Steak, Salat
Abendessen: gekochter Schinken in beliebiger Menge
3Frühstück: Kaffee, 1 Brötchen
Mittagessen: 2 gekochte Eier, Salat und Tomaten in beliebiger Menge
Abendessen: gekochter Schinken, Salat
4Frühstück: Kaffee, 1 Brötchen
Mittagessen: 1 gekochtes Ei, Möhren (gekocht oder roh) in beliebiger Menge und Schnittkäse (Gouda)
Abendessen: Früchte und Joghurt (0,1 % Fett)
5Frühstück: Kaffee, Karotten mit Zitrone
Mittagessen: Fisch (gedünstet in Wasser mit Möhren und Zwiebeln) und Tomaten
Abendessen: Steak und Salat
6Frühstück: Kaffee, 1 Brötchen
Mittagessen: 1/2 Huhn gegrillt
Abendessen: 2 gekochte Eier, Möhren
7Frühstück: Tee mit Zitrone
Mittagessen: Gegrilltes Steak, Früchte in beliebiger Menge
Abendessen: Freie Auswahl

Mit „Salat“ ist grüner Salat gemeint, z. B. Eisbergsalat.

Nach 7 Tagen beginnt man von vorne.

Die Lebensmittelauswahl der Max-Planck-Diät ist zu einseitig

Auf dem Speiseplan stehen eiweißreiche Kost wie Schinken, Steak, Huhn, Eier, Salat und Gemüse.

Kohlenhydrate sind bis auf das gelegentliche Frühstücks-Brötchen verboten. Auch auf Fett sollte weitestgehend verzichtet werden.

LebensmittelsorteErlaubtVerboten
Tierische ProdukteHuhn, Steak, Schinken, EierSehr fettiges Fleisch, z.B. Schwein
FischFlunder, Kabeljau, Seelachs, Schellfisch, Schleie, ZanderFettiger Fisch
ObstPraktisch alle Obstsorten
GemüsePraktisch alle Gemüsesorten
GetränkeWasser, Tee, KaffeeZuckerhaltige Getränke, Obstsäfte, Alkohol

Gesunde Ernährungspläne zum Abnehmen sehen ganz anders aus!

Wissenschaftliche Institute raten von der Max-Planck-Diät ab

Studien, die die Wirksamkeit belegen, gibt es nicht.

Die Max-Planck-Gesellschaft rät „entschieden davon ab, diese Diät anzuwenden“, da eine „medizinisch-wissenschaftliche Herleitung dieser Diät nicht erkennbar“ sei.

Auch Stiftung Warentest warnt:

„Finger weg! Die versprochene Gewichtsabnahme von 9 kg in 2 Wochen ist ein Ding der Unmöglichkeit.“

Die Max-Planck-Diät hat viele Risiken und Nebenwirkungen

Die veränderte Ernährung nach der Max-Planck-Diät soll eine Stoffwechselumstellung bewirken, die einen Jojo-Effekt verhindert.

Natürlich bewirkt eine derart extreme Crash-Diät, dass der Körper in den Hungerstoffwechsel geht. Damit ist bei einer Rückkehr zur normalen Ernährung ein Jojo-Effekt vorprogrammiert.

Den kannst Du nur vermeiden, indem Du aus eine moderate Kalorienreduktion mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise und regelmäßiger Bewegung setzt.

Wenn außerdem über einen längeren Zeitraum eine so geringe Menge an Kohlenhydraten verzehrt werden, gleichzeitig aber der Eiweißgehalt viel zu hoch ist, kann das sogar zu gesundheitlichen Schäden führen.

Es drohen zudem Mangelerscheinungen, da zu wenig Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden.

Der vermeintliche „Diätplan des Max-Planck-Instituts“ macht unhaltbare Versprechungen

Das Versprechen, dass man mit dieser Diät 9 Kilo in nur 2 Wochen verliert, ist zu schön, um wahr zu sein.

Frei erfunden ist auch die Behauptung, dass es zu einer „Stoffwechselveränderung“ kommt, die mehrere Jahre vor Übergewicht schützen soll.

Fazit

Alles in allem ist von der Max-Planck-Diät nur abzuraten.

Die Versprechungen sind nicht haltbar, die Vorgaben unsinnig und nicht unbedenklich. Der Diätplan ist zudem alles andere als alltagstauglich.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man angesichts dieser genussfeindlichen Hungerkur in alte Gewohnheiten zurückfällt.

Wer wirklich abnehmen und das Gewicht dann auch halten möchte, sollte lieber etwas mehr Geduld mitbringen und eine moderate Kalorienreduktion mit regelmäßiger Bewegung kombinieren.

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