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Wässriger Durchfall – Alarm im Darm?

Wässriger Durchfall ist nicht nur lästig. Er kann immer auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. An eine solche sollte man insbesondere dann denken, wenn er mit bestimmten Symptomen wie beispielsweise Bauchschmerzen, Erbrechen oder sogar Fieber einhergeht.

Die Dauer und die Intensität der Beschwerden sind in der Regel ausschlaggebend dafür, ob ein Arzt konsultiert werden sollte.

Mit einer Ausnahme: Tritt der wässrige Durchfall nach einer Fernreise auf, sollte man sicherheitshalber in jedem Fall sofort medizinischen Rat einholen.

Wir beschäftigen uns in diesem Beitrag vor allem mit akuten Fällen von wässrigem Durchfall, die für gewöhnlich innerhalb weniger Tage abklingen. Auslöser ist dann meist eine Infektion oder eine Lebensmittelvergiftung.

Wässriger Durchfall aufgrund infektiöser Erkrankungen

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Fast jeder kennt die Tortur und hat sie am eigenen Leib schon einmal schmerzlich durchlebt: Eine Magen-Darm-Grippe, umgangssprachlich auch als Brechdurchfall bekannt, kann einen von einem Augenblick auf den anderen völlig Schachmatt setzen.

Man wagt sich wegen des wässrigen Durchfalls gar nicht mehr aus dem Haus. Man fühlt sich nur noch in der Nähe einer Toilette sicher, ist körperlich entsetzlich schwach und ausgelaugt.

Wenn dann auch noch Fieber hinzu kommt, möchte man eigentlich nur noch die Bettdecke über den Kopf ziehen. Zum Glück ist der Spuk meistens so schnell wieder vorbei wie er kommt.

In der Fachsprache werden die durch Infekt verursachten Darm-Erkrankungen als „infektiöse Gastroenteritiden“ bezeichnet. Leitsymptom ist praktisch immer ein mehr oder weniger wässriger Durchfall. Verursacher sind meistens Bakterien oder Viren, selten Parasiten und noch viel seltener Pilze.

Wässriger Durchfall dank Lebensmittelvergiftung

Mindestens genauso schlimm wie ein Brechdurchfall, der durch einen Infekt ausgelöst wird, ist eine Lebensmittelvergiftung. Sie kann dem Beschwerdebild mitunter sogar noch ein I-Tüpfelchen oben drauf setzen.

Tipp: Im Unterschied zur infektiösen Erkrankung wird der (wässrige) Durchfall nicht unmittelbar durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht. Verantwortlich sind zwar auch Bakterien (insbesondere Staphylococus aureus, Bacillus cereus und Clostridium perfringens), aber der eigentliche Auslöser sind hier die Giftstoffe, die sie bilden.

Diese Toxine verspeist man dann zusammen mit der verdorbenen Nahrung. Man kann sich aber auch durch den Kontakt mit Personen infizieren, die mit dem betreffenden Nahrungsmittel in Berührung gekommen sind. Die Wirkung kann unmittelbar, aber auch erst ungefähr einen Tag später eintreten.

Typisch ist anfallsartiger wässriger Durchfall in Verbindung mit heftigem Erbrechen. Im Grunde sind die Symptome nach dem Genuss verdorbener Lebensmittel eine sehr gesunde Reaktion des Körpers. Denn der möchte die Giftstoffe, die durch bakteriellen Befall entstehen, natürlich so schnell wie möglich wieder loswerden.

Die allermeisten Menschen erholen sich von einer Lebensmittelvergiftung innerhalb weniger Tage.

Rota und Noro – diese Viren stehen bei wässrigem Durchfall an erster Stelle

Die Virale Gastroenteritis oder auf gut Deutsch „Virusbedingte Durchfallerkrankung“ gehört zu den häufigsten Ursachen wässriger Durchfälle.

Die berühmt-berüchtigten Rotaviren sind dabei für 70 Prozent aller Durchfälle bei Kindern verantwortlich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher eine Impfung schon bei Säuglingen. Aber auch die Noroviren sind Verursacher für viele Infektionen.

Wenn Bakterien für wässerigen Durchfall sorgen

Die Bakterielle Gastroenteritis ist zwar nicht ganz so häufig anzutreffen wie die Virale, hat aber umso schwerwiegendere Begleiterscheinungen. Hier unterscheidet man insbesondere zwischen drei Erregern:

  • Salmonellen
  • E. coli-Bakterien (EHEC)
  • enterotoxinbildenden E. coli-Bakterien (ETEC)

Salmonellen

Wird man in der warmen Jahreszeit von wässrigem Durchfall in Verbindung mit Erbrechen, Bauchkrämpfen und Fieber geplagt, so sollte man immer zuerst an Salmonellen denken.

Erstaunlicherweise wird die Erkrankung aber dennoch häufig nicht erkannt.

Die Infektion mit Salmonellen-Bakterien ist im Medizin-Jargon auch als Salmonellenenteritis, Salmonella-Gastroenteritis oder Salmonellose geläufig.

Salmonellen gehören bei uns zu den am weitesten verbreiteten Erregern. Erste Anzeichen treten meist wenige Stunden, manchmal aber auch erst einige Tage nach dem Essen auf. Auslöser sind Speisen, die mit Salmonellen infiziert waren. Folgende Lebensmittel gehören typischerweise dazu:

  • Eier (roh oder weich gekocht),
  • Eierspeisen (mit rohen oder weich gekochten Eiern),
  • Geflügel (roh oder ungenügend erhitzt),
  • Muscheln und
  • Hackfleisch.

Vorsicht Salmonellen: Nicht nur frische Waren, sondern auch Lebensmittel aus der Tiefkühltruhe können mit Salmonellen infiziert sein. Deswegen gilt insbesondere in der warmen Jahreszeit folgende Faustregel:

Lebensmittel wie Eier, Geflügel, Muscheln und Hackfleisch bei mindestens 70 °C erhitzen.

EHEC

Ebenfalls durch den Genuss von Lebensmitteln, die roh verzehrt werden, kann es zu Infektionen mit E. coli-Bakterien (EHEC) kommen.

Bei Erwachsenen kann eine Infektion beschwerdefrei verlaufen, so dass sie nicht erkannt wird. Wie bei der Lebensmittelvergiftung können die Bakterien aber dennoch durch den Kontakt mit infizierten Personen übertragen werden.

Bei Betroffenen kommt es oft zu wässrigen Durchfällen, bei denen mitunter auch Blut im Stuhl zu finden ist. In 5 Prozent aller Fälle kann es zu sehr schweren Verläufen kommen, die sogar tödlich enden.

Wässriger Durchfall nach Fernreisen: Insbesondere drei Typen von Infektionen treten häufig nach Fernreisen auf:

  • ETEC (enterotoxinbildende E. Coli-Bakterien)
  • Lamblien-Infektion (Lamblienenteritis)
  • Amöben-Ruhr

ETEC

Wenn (wässriger) Durchfall nach einer Fernreise auftritt, sind zu etwa 40 Prozent ETEC-Bakterien dafür verantwortlich. Enterotoxine sind Giftstoffe, die Langzeitschäden wie Nierenschäden und Bluthochdruck verursachen können. ETEC-Erreger gelten daher als besonders gefährlich.

Lamblien und Amöben

Lamblien und Amöben sind Parasiten. Ein Befall ist vermutlich auf verseuchtes Trinkwasser zurückzuführen.

Beide Erkrankungen treten vermehrt in warmen, tropischen Ländern auf und können akut oder chronisch vorkommen. Die Amöben-Ruhr ist nicht zwingend mit (wässrigen) Durchfällen verbunden. Man beobachtet aber fast immer den typischen, blutigen Schleim auf dem Stuhl, der ein wenig wie Himbeergelee aussieht.

Behandlung und Therapie bei wässrigem Durchfall

Insbesondere bei wässrigem Durchfall lautet die Empfehlung fast immer: Trinken, Trinken, Trinken! Im Hinblick auf den Flüssigkeitsverlust durch das Erbrechen und den wässrigen Durchfall kann es notwendig werden, nicht nur die verloren gegangene Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe zu ersetzen. Das gilt insbesondere für folgende Personengruppen :

  • Säuglinge,
  • Kleinkinder und
  • ältere Menschen.

Der starke Flüssigkeitsverlust kann bei allen Betroffenen zu Schwäche, Schwindel und Kreislaufstörungen bis hin zum Kollaps führen. Er verdickt zudem das Blut und erhöht so das Risiko für Thrombosen.

Wenn schwere Infektionen vorliegen oder zusätzlich Symptomen wie hohes Fieber, Blut oder Eiter im Stuhl auftreten, ist möglicherweise eine Gabe von Antibiotika unumgänglich. Hier muss jedoch immer der Arzt der Ansprechpartner sein.

Wässriger Durchfall: Welche Leitsymptome liegen vor?

Es handelt sich um wässrigen Durchfall, wenn

  • eine Entleerung des Darms mehrmals täglich erfolgt sowie
  • der Stuhl ungeformt und weich bis wässrig ist.

Tipp: Eine Durchfall-Erkrankung tritt selten isoliert auf. Deswegen sollte man auch den Begleitsymptomen Beachtung schenken.

Wässriger Durchfall – Checkliste Symptome

Wenn Sie oder ein Angehöriger unter wässrigem Durchfall leidet, kann nachfolgende Checkliste eine Entscheidungshilfe für die weitere Behandlung sein. Fragen Sie alle Punkte ab und legen Sie die Liste gegebenenfalls dem behandelnden Arzt vor.

Der wässrige Durchfall tritt auf

▢ mit Bauchschmerzen▢ ohne Bauchschmerzen
▢ mit Übelkeit▢ ohne Übelkeit
▢ mit Erbrechen▢ ohne Erbrechen
▢ mit Schwächegefühl und Schwindel▢ ohne Schwächegefühl und Schwindel
▢ mit Kollaps▢ ohne Kollaps
▢ mit Fieber▢ ohne Fieber
▢ mit Schleim im Stuhl▢ ohne Schleim im Stuhl
▢ mit Blut im Stuhl▢ ohne Blut im Stuhl
▢ mit Eiter im Stuhl▢ ohne Eiter im Stuhl

Wann sollte ich bei wässrigem Durchfall auf jeden Fall zum Arzt gehen?

  • bei ausgeprägtem Schwächegefühl und Schwindel, sowie Fieber, Blut oder Eiter im Stuhl
  • wenn er nach einer Fernreise auftritt
  • wenn der wässerige Durchfall länger als drei Tage andauert
  • wenn eine Frühschwangerschaft besteht

Tipp: Besteht der wässrige Durchfall länger als zwei Wochen am Stück oder tritt er in Abständen immer wieder auf? Dann sollte man sich auf Lebensmittel-Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz, Zöliakie, Reizdarm oder Morbus Crohn untersuchen lassen.

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