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Bei Blut im Stuhl immer zum Arzt – auch wenn es nur die Hämorrhoiden sind!

Blut im Stuhl ist für viele ein Alarmsignal. Die Betroffenen sehen im wahrsten Sinne des Wortes rot und denken dabei sofort an Magengeschwüre und Krebs.

Doch Blut im Stuhl ist meist auch auf recht harmlose Ursachen zurück zu führen.

Auf Hämorrhoiden zum Beispiel. Und davon ist schätzungsweise etwa die Hälfte aller über 50jährigen in Deutschland betroffen.

Damit Sie sich selbst ein erstes Bild machen können, haben wir hier alles Wissenswerte rund um das Thema Blut im Stuhl zusammengetragen.

Wir erläutern die gängigen Verfahren der Diagnose und geben eine grundlegende Übersicht über die möglichen Erkrankungen, die sich hinter dem Blut verbergen können.

Den Arzt können wir natürlich nicht ersetzen und bei Blut im Stuhl gilt generell:

Auch wenn die Ursachen für Blutungen im Darmbereich meistens gutartig sind sollten Sie dennoch umgehend einen Arzt aufsuchen und Sie die Gründe abklären lassen.

Denn immerhin kann es sich dabei tatsächlich um sehr schwerwiegende Erkrankungen handeln.

Die Diagnose bei Blut im Stuhl

Blut im Stuhl Diagnose
Wenn Sie mit der Symptomatik „Blut im Stuhl“ einen Arzt aufsuchen, wird der erst einmal ein ausführliches Gespräch (Anamnese) mit Ihnen führen.

Dabei wird er verschiedene Fragen abklären, um den Krankheitsursachen auf den Grund zu gehen:

Blut im Stuhl – Fragen, die bei der Diagnose helfen
VorerkrankungenSind bereits Hämorrhoiden, Magenentzündungen oder ähnliches aufgetreten?
StuhlgewohnheitenWie oft erfolgt die Darmentleerung?
Kommt es dabei zu Durchfall oder Verstopfung?
Gibt es Veränderungen zu früher?
Begleit-SymptomeLiegen andere Beschwerden vor wie
Schmerzen,
Völlegefühl,
Blähungen,
sonstiges?
ErnährungTrifft einer oder mehrere der folgenden Punkte zu?
Veränderte Gewohnheiten
ungewohnte Lebensmittel
Gewichtsverlust
Appetitlosigkeit
Blut im StuhlWie sieht das Blut aus?
Wie genau ist es beschaffen?

Je nachdem, wie diese Fragen beantwortet werden, wird der Arzt bestimmte Ursachen in Betracht ziehen und den Patienten dann entsprechend gründlich daraufhin untersuchen.

Wenn Blut im Stuhl vorliegt, weiß er schon einmal, dass dieses aus dem Verdauungstrakt stammt.

Die Farbe ist ein weiterer Anhaltspunkt, um festzustellen, woher genau das Blut kommt.

Sind es nur die harmlosen, aber mitunter sehr schmerzhaften Hämorrhoiden, die mit hellrotem Blut auf dem Stuhl einhergehen?

Oder ist der Stuhl vielleicht schwarz gefärbt?

Manchmal ist das Blut auch für den Laien nicht unmittelbar sichtbar, sondern wird erst bei einer Stuhluntersuchung oder einem Papierstreifentest gefunden.

Zusätzliche Informationen kann der Arzt zum Beispiel im Rahmen folgender Untersuchungen gewinnen:

  • Abtasten des Bauchraums und Abhören mit dem Stethoskop,
  • Abtasten des Enddarms (rektal),
  • Analyse von Blut und Stuhl im Labor,
  • Magenspiegelung (Gastroskopie),
  • Darmspiegelung (Koloskopie),
  • Enddarmspiegelung (Rektosigmoidoskopie).

Blut im Stuhl – Routineuntersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs

Ab einem Alter von 50 Jahren kann jeder Versicherte in Deutschland einmal pro Jahr seinen Stuhl kostenfrei vom Arzt untersuchen lassen.

Bei diesem sogenannten immunologischen Stuhltest werden auch kleinste Blutmengen im Stuhl nachgewiesen, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind.

Ab einem Alter von 55 Jahren kann man außerdem auch eine Darmspiegelung durchführen lassen.

Die Darmspiegelung ist eine risikoarme und sehr sinnvolle medizinische Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs.

Ist das Ergebnis unauffällig, kann man die Untersuchung nach zehn Jahren noch einmal in Anspruch nehmen.

Die Kosten für diese Untersuchungen werden von der Krankenversicherung übernommen. Wer sich mit einer Darmspiegelung aus welchen Gründen auch immer nicht anfreunden kann, kann ab 55 alle zwei Jahre einen Stuhltest machen.

Mögliche Erkrankungen bei Blut im Stuhl

Blut im Stuhl
Je nachdem, wie das Blut im Stuhl beschaffen ist, können sich diverse Erkrankungen dahinter verbergen.

Man kann verschiedene Arten von Blut im Stuhl unterscheiden, einige davon sogar als Laie.

Hier ein grober Überblick:

ErkrankungBeschaffenheit des StuhlsMögliche Ursachen
HämatochezieDas Blut im oder auf Stuhl ist hellrot, frisch und auch für den Laien sichtbarBlutungen in den unteren Abschnitten des Darms (untere gastrointestinale Blutung),
vergrößerte Hämorrhoiden,
kleine Schleimhautrisse am After,
starke Blutungen in den oberen Bereichen des Magen-Darm-Trakts (obere gastrointestinale Blutung)
Teerstuhl (Meläna)Der Stuhl verfärbt sich dunkel bis schwarz, glänzt und ist klebrigBlutung in den oberen Abschnitten des Verdauungstrakts,
selten: Blutungen den unteren Abschnitten des Darms
Roter BlutstuhlHelles Blut ist im oder auf Stuhl sichtbarBlutungen in den unteren Abschnitten des Darms
auch: Blutungen in den oberen Abschnitten des Verdauungstrakts tritt, wenn Darminhalt den Darm sehr schnell passiert, beispielsweise bei leerem Magen
Okkultes BlutBlut im oder auf dem Stuhl ist für den Laien nicht mit bloßem Auge erkennbar, sondern nur mit speziellen medizinischen Testverfahren (lateinisch „occultus“ = verborgen)

Neben den in der Liste genannten Krankheitsbildern gibt es noch eine ganze Reihe möglicher Veränderungen und Erkrankungen, die zu Blut im Stuhl führen können wie

  • Blutkrankheiten,
  • Darmkrebs (Kolonkarzinom)
  • Darmdivertikel (Ausstülpungen der Darmwand)
  • Darmpolypen (gutartige Neubildungen der Darmwand)
  • Durchfall,
  • Gefäßentzündungen (Vaskulitiden),
  • Gefäßmissbildungen im Darm (Angiodysplasien)
  • Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)
  • Magengeschwür (Ulcus ventriculi),
  • Magen-Darm-Infektion durch Bakterien oder Parasitenbefall,
  • Verstopfung,
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie),
  • Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni).

Blut im Stuhl – sind es vielleicht doch nur die Hämorrhoiden?

Wie eingangs schon festgestellt, muss bei Blut im Stuhl nicht unbedingt eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen.

Insbesondere wenn es sich um helles, frisches Blut handelt, sind ganz oft die Hämorrhoiden im Spiel.

Experten schätzen, dass die Hälfte aller über 50-Jährigen davon betroffen ist und Männer etwas häufiger als Frauen.

Die Hämorrhoiden selbst sind nicht das Problem, denn die hat jeder. Hämorrhoiden sind letztlich einfach nur gut durchblutete kleine Gewebepolster am After.

Zusammen mit den Schließmuskeln sorgen sie dafür, dass der Darmausgang dicht gemacht werden kann. Und dazu füllen sie sich mit Blut.

Die Hämorrhoiden sorgen also letztlich dafür dass wir den Stuhl willentlich zurückzuhalten können (Darmkontinenz).

Probleme verursachen Hämorrhoiden nur dann, wenn sie vergrößert sind.

Dann können sie sich in Form von Schmerzen, Jucken oder eben Blutungen bemerkbar machen.

Das passiert dann, wenn die Hämorrhoiden zu stark beansprucht werden, zum Beispiel indem immer wieder durch allzu starkes Pressen massiver Druck auf sie ausgeübt wird.

Dann kann das angestaute Blut irgendwann nicht mehr richtig abfließen. Die Adern erweitern sich, das Gewebe bleibt geschwollen und leiert aus.

Die Hämorrhoiden stülpen sich dann gewissermaßen nach außen aus und können bei Druck anfangen zu bluten.

Das kann einfach auf den ganz normalen Alterungsprozess, aber auch auf Veranlagung zurückzuführen sein, denn eine vererbte Schwäche der Venenwände begünstigt das Auswölben.

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