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Darmverschluss – Anzeichen frühzeitig erkennen und zügig behandeln!

Ein Darmverschluss kann tödlich sein, wenn er unbehandelt bleibt. Bei dieser sehr schwerwiegenden Erkrankung ist die Passage der Inhalte durch den Darm ganz oder teilweise unterbrochen.

Jede Blockade kann lebensbedrohlich sein, weil es dadurch zu einem Bruch der Darmwand oder zu einem Organversagen kommen kann.

Deswegen müssen Betroffene bei Verdacht auf Darmverschluss sofort ins Krankenhaus eingewiesen und unter Umständen auch operiert werden.

Es kann also durchaus lebensrettend sein, wenn man die Vorzeichen für einen Darmverschluss so frühzeitig wie möglich erkennt.

Eine schnelle Diagnose und Behandlung ist entscheidend für den Erfolg. Wir haben in diesem Beitrag die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammen gestellt und informieren über die Ursachen, die Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Darmverschluss.

Was passiert bei einem Darmverschluss?

Darmverschluss
Die Nahrungsbestandteile müssen auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt den fast fünf Meter langen Darm durchqueren.

Wenn dieser gesund ist, ist der Darminhalt praktisch ständig in Bewegung. Bei einem Darmverschluss kommt es jedoch zu Blockaden.

Dann können Bereiche im Dünndarm oder im Dickdarm teilweise oder vollständig blockiert sein.

Der Weitertransport von Flüssigkeiten und verdauten Lebensmitteln wird dadurch verhindert, die Verdauung funtioniert nicht mehr einwandfrei.

Zusammen mit Magensäure und Gasen bildet der angestaute Nahrungsbrei ein Hindernis. Dieses lässt den Druck im Darm nach und nach so stark ansteigen, dass die Darmwand schließlich reißen kann.

So können Inhalte aus dem Darm wie schädliche Substanzen und Bakterien bei einem Darmverschluss in die Bauchhöhle gelangen.

Es kommt zu einer lebensbedrohliche Situation, denn die Schadstoffe können zu einem Schockzustand führen und ein Multi-Organversagen verursachen.

Ähnliches kann auch ein unvollständiger Darmverschluss bewirken, wenn die Rückgewinnung von Flüssigkeit aus dem Speisebrei nicht mehr funktioniert. Sie enthält lebensnotwendige Elektrolyte und Eiweiße, die dem Körper dann nicht mehr zur Verfügung stehen.

Darmverschluss – die Ursachen

Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Ursachen für einen Darmverschluss (siehe auch Klassifikation der Krankheiten nach ICD-10 K 56).

Vielfach kann eine solche Komplikation nicht verhindert werden.

Es kann zum Beispiel auch zum Darmverschluss trotz Stuhlgang kommen. Das ist meist dann der Fall, wenn der Darm nur teilweise blockiert ist.

Mit dem Ileus ist in der Regel ein vollständiger Verschluss gemeint, der auf mechanischem Weg eintritt.

Daneben gibt es auch die Lähmung. Dabei ist der Darmverschluss die Folge einer Funktionsstörung.

Man unterscheidet daher auch verschiedene Formen des Darmverschlusses:

Darmverschluss – die Unterscheidungs-Kriterien
UrsachenMechanisch (von außen oder innen)
Funktionell, z. B. durch Lähmung
DarmabschnittDünndarm
Dickdarm
LebensalterNeugeborene und Säuglinge
Kinder
Alle anderen Altersgruppen
SymptomeIleus
Subileus (Unvollständiger Darmverschluss, Vorstufe des Ileus: Darm ist eingeengt, aber nicht verschlossen)

Darmverschluss – die Symptome

Wenn plötzlich ein krampfartiger Bauchschmerz auftritt, der mit Völlegefühl und einem Brechreiz verbunden ist und wenn dann auch noch der Stuhlgang ausbleibt, dann könnten dies erste Anzeichen für einen Darmverschluss sein.

Diese Situation kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

Deswegen sollte man folgende Beschwerden immer ernst nehmen, denn sie sind für einen Darmverschluss typisch:

Je nachdem, in welchem Bereich des Darms es zu Blockaden kommt und wie lange diese bereits bestehen, können die Symptome etwas unterschiedlich ausfallen.

  • Erbrechen kann zum Beispiel ein frühes Anzeichen für einen Dünndarmverschluss sein. Das Symptom kann aber auch bei einer Blockade des Dickdarms auftreten, wenn der Verschluss über einen längeren Zeitraum andauert.
  • Ist der Darm nur teilweise blockiert, kann dies zu Durchfall führen.
  • Bei einem vollständigen Darmverschluss können Gase und Stuhl den Darm gar nicht mehr passieren.

Bei Darmverschluss sofort zum Arzt, wenn…

Suchen in jedem Fall immer einen Arzt auf, wenn Symptome vorliegen, die für einen Darmverschluss sprechen.

Das gilt insbesondere dann, wenn Sie erst vor kurzem am Bauch operiert wurden.

Wenn der Darm infolge des hohen Drucks reißt, kann ein Darmverschluss auch zu schweren Infektionen und Entzündungen der Bauchhöhle (Bauchfellentzündung oder Peritonitis) führen.

Dann treten meist auch noch Fieber und zunehmend starke Bauchschmerzen zu den anderen Symptomen hinzu.

Versuchen Sie auf keinen Fall, Kranheiten wie den Darmverschluss zu Hause zu behandeln.

Es handelt sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, eine Operation ist zwingend erforderlich!

Darmverschluss – Diagnose und Behandlung

Darmverschluss Diagnose Behandlung
Um einen Darmverschluss zu diagnostizieren tastet der behandelnde Arzt zunächst den Bauch ab.

Durch das Stethoskop kann er möglicherweise Töne hören, die durch ein Hindernis ausgelöst werden.

Außerdem wird meist

  • Blut abgenommen und ein Blutbild gemacht,
  • Leber- und Nierenfunktion überprüft,
  • eine Computertomographie (CT-Scan) oder
  • eine Koloskopie (Darmspiegelung) durchgeführt.

Die meisten Fälle von Darmverschluss sind heute gut behandelbar.

Die Behandlung hängt davon ab, wo der Verschluss sitzt und wie gravierend die Blockade ist.

Wenn der Darm nur teilweise blockiert ist, kann der Darmverschluss oft ganz ohne Operation behoben werden. Dann wird zunächst nach der Ursache gesucht und eine entsprechende Therapie in die Wege geleitet.

Hier ist vor allem Bettruhe angesagt und meist darf man auch eine Zeit lang nichts essen, sondern nur klare Flüssigkeiten zu sich nehmen.

Gegebenenfalls werden geeignete Arzneien verordnet. Diese Medikamente wirken zwar nicht gegen den Darmverschluss selbst, lindern aber gegebenenfalls Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Schmerzen oder regen die Darmbewegung an.

Auch Antibiotika werden mitunter bei einem Darmverschluss verabreicht, um Infektionen durch Bakterien zu behandeln.

Bei einer vollständigen Blockade muss der Darmverschluss in der Regel durch eine OP behoben werden. Dem Patienten wird in aller Regel eine Sonde in den oberen Dünndarm gelegt. Mittels dieser Sonde werden Gase und Flüssigkeit aus dem Darm ausgeleitet. So wird zunächst die Blähung des Bauches reduziert. Außerdem wird er dadurch gleichzeitig mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgt, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Kann ich mit Ernährung einem Darmverschluss vorbeugen?

Indirekt ja und zwar, indem man dafür sorgt, dass der Darm insgesamt gesund bleibt. Wenn dies nämlich der Fall ist, dann können die Inhalte zügig durch den Darm transportiert werden.

Der Körper kann die enthaltenen Nährstoffe und die Flüssigkeit effizient verwerten und die Abfallstoffe entsorgen.

Eine reibungslose Funktion des Verdauungssystems wirkt generell vorbeugend gegen Darmkrankheiten und somit auch gegen Darmverschluss oder Darmkrebs.

Eine Ernährung, die den Darm gesund hält, besteht vor allem aus

  • sehr viel frischem Obst und Gemüse,
  • ballaststoffreichen Lebensmitteln,
  • Probiotika und Präbiotika und
  • einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr.

Außerdem sollte man sich regelmäßig bewegen und schwer verdauliche Speisen meiden.

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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.