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Kaliummangel (Hypokaliämie) – mehr als eine Bagatelle

Leiden Sie öfters unter Kreislaufproblemen, Schwindel oder Muskelkrämpfe? Eventuell könnte ein Kaliummangel dahinter stecken.

Denn Kalium ist ein essentieller Mineralstoff, der den Flüssigkeitshaushalt und die Impulsweiterleitung an Nerven- und Muskelzellen regelt.

Normalerweise reguliert der Körper seinen Kaliumspiegel von selbst, ein Kaliummangel ist eher selten. Unter gewissen Umständen kann der Elektrolythaushalt jedoch aus der Balance geraten und fatale Funktionsstörungen verursachen.

Wir wollen Sie über die Bedeutung von Kalium aufklären und Sie dabei unterstützen, einen Mangel rechtzeitig zu erkennen.

Gegen Ende dieses Beitrages gehen wir auch auf das Thema Nahrungsergänzungsmittel ein.

Kalium für Fitness und Wohlbefinden

was ist Kalium
Kalium ist ein Elektrolyt, das sich hauptsächlich innerhalb der Zellen befindet. Es reguliert verschiedenste lebenserhaltende Funktionen, wie:

  • Steuerung des Wasserhaushaltes in den Zellen
  • Signalweiterleitung zwischen einzelnen Nervenzellen bzw. zwischen Nervenzellen und Muskelzellen, Regulation des Herzschlages/des Blutdrucks [Studie Blutdrucksenkung]
  • Proteinsynthese
  • Aktivierung von Enzymen
  • Energiegewinnung aus Kohlenhydraten (Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse, Insulintransport zu den Zellen)
  • Verdauung
  • Regulation des Säuren-Basen-Haushaltes (pH-Wert) über renale Säureausscheidung
  • Regulation des Zellwachstums
  • Verbesserung der Gefäßweitung [Studie zur Gefäßweitung]

Wenn es an Kalium mangelt

Gegenwärtig wird davon ausgegangen, dass gesunde Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung ausreichend Kalium zu sich nehmen. [DEGS1 – Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland]

Unter gewissen Umständen kann ein Mangel dennoch auftreten. Der moderate Kaliummangel zeigt sich durch unspezifische Symptome, wie z.B.

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Konzentrationsprobleme
  • Nervosität
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Urinmenge
  • Übelkeit
  • Blähungen, Verstopfung, Magendruck, Völlegefühl
  • Kreislaufprobleme
  • Kraftlosigkeit, Muskelkrämpfe
  • trockene Haut, Akne
  • Haarausfall
  • Wundheilungsstörungen
  • Übersäuerung
  • Verlust von Knochenmasse [Studie zum Knochenabbau]
  • Nierensteine [Studie zu Nierensteinen]

Achtung: Lebensgefahr!

Ein akuter/starker Kaliummangel dagegen kann fatale Folgen haben und zeigt sich durch:

  • Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen bis hin zum Organversagen
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma
  • Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) bis hin zum Herzstillstand [Studie zu Bluthochdruck]
  • Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme)
  • Reflexverlust
  • gesteigertes Diabetes-Risiko [Studie zu Diabetes], metabolisches Syndrom
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Ileus (Darmlähmung)
  • Schlaganfall [Studie zu Schlaganfall]

Eine akute Hypokaliämie ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofort mit intravenösem Kaliumchlorid und engmaschiger Überwachung behandelt werden muss

Wie kommt es zu einem Kaliummangel?

Kaliummangel entsteht, wenn zu wenig Kalium aufgenommen oder zu viel ausgeschieden wird.

Das passiert z.B. durch:

  • anhaltenden Durchfall oder Erbrechen
  • erhöhte Harnbildung (Diurese)
  • starkes Schwitzen
  • Stress
  • starker Alkoholkonsum [Studie zu Alkoholkonsum]
  • mangelnde Flüssigkeitszufuhr
  • hoher Salzkonsum
  • einseitige Ernährung, Diäten, Bulimie, Anorexie [Studie zu Anorexie]
  • hoher Koffein-, Lakritz- oder Cola-Konsum [Studie zu Cola-Konsum]
  • ausgiebigen Sport
  • fortgeschrittenes Alter

Auch nach Operationen kann der Kalium-Spiegel sinken, da stressbedingt Glukokortikoide ausgeschüttet werden, die die Nieren zur Kaliumausscheidung anregen.

Da Kalium zusammen mit Natrium das Elektrolyt-Gleichgewicht bestimmt, führen auch größere Mengen Natrium zu Kaliumverlust.

Je mehr Kochsalz wir also konsumieren, desto mehr steigt auch die Gefahr eines Kaliummangels.

Bestimmte Erkrankungen können ebenfalls einen Kaliummangel begünstigen. Dazu gehören:

  • Cushing Syndrom (Überschuss an Cortisol)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Gastoenteritis, Darmfisteln, Zöliakie
  • Leber- und Nierenkrankheiten
  • Hormonstörungen
  • Störungen im Säure-Basen-Haushalt (Alkalose)
  • Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) [Studie zu Conn-Syndrom]
  • Diabetes mellitus

Und zuletzt können auch einige Medikamente für einen Kaliummangel verantwortlich sein, wie:

So lässt sich der Kaliumspiegel messen

Da eine Abweichungen von den Kalium-Normwerten schwerwiegende Folgen haben kann, wird Kalium im Allgemeinen bei den Routine-Blutuntersuchung mitbestimmt.

Die Normwerte liegen dabei folgendermaßen:

AlterNormwert im Blutserum [mmol/l]
0 – 7 Lebenstage3,2 – 5,5
8 – 31 Lebenstage3,4 – 6,0
1 – 6 Monate3,5 – 5,6
6 Monate – 1 Jahr3,5 – 6,1
> 1 Jahr3,5 – 6,1
Erwachsene3,5 – 5,2

Werte zwischen 3,0 und 3,5 mmol/l kennzeichnen eine leichte, bei Werten unter 3,0 mmol/l spricht man von einer mittelschweren bis schweren Hypokaliämie.

Verfälschte Blutwerte

Diffundiert Kalium verstärkt in die Zellen, ist weniger im Blut nachweisbar.

Das passiert z.B. bei:

  • hohen pH-Werten des Blutes (Alkalose)
  • einer Vitamin-B-Therapie bei Anämie
  • Insulintherapie bei Diabetes

Auch viele weiße Blutkörperchen im Blut können das Ergebnis verfälschen, da Leukozyten das Kalium aufnehmen.

Kalium im Urin

Eine Urinuntersuchung kann darüber Aufschluss geben, auf welchem Wege der Körper den Mineralstoff verliert.

Liegt der Kaliumgehalt im Urin z.B. > 20 mmol/l, scheiden die Nieren zu viel Kalium aus. Bei Werten Wie lässt sich Kaliummangel beheben bzw. ausgleichen?

Kaliummangel vermeiden
Wenn der Arzt einen Kaliummangel festgestellt hat, wird er in erster Linie nach der Ursache forschen, denn der Mangel kann zugleich Ursache und Folge einer Erkrankung sein.

Bei ersterem lässt sich Kalium gut durch eine Ernährungsumstellung und/oder ergänzende Mittel substituieren.

Kaliumreiche Lebensmittel

Ein Erwachsener braucht täglich zwischen zwei und vier Gramm Kalium [5; 6].

Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit der Reduktion von Stress, Alkohol-/Kaffee-/Salzkonsum und ausreichender Flüssigkeitszufuhr kann einen Kaliummangel ausgleichen.

Kaliumreiche Lebensmittel sind:

  • Vollkornprodukte
  • Trockenobst
  • frisches Gemüse, wie Avocados, Kale, Kohlgemüse, grüne Gemüse, Karotten, Kürbis, Sellerie, Pilze, Rote Beete
  • Bananen (s.a Machen Bananen dick?), Aprikosen, Himbeeren, Rhababer
  • Kartoffeln
  • (ungesalzene) Nüsse
  • Kerne, Samen
  • Hülsenfrüchte
  • Fleisch, Fisch, Geflügel
  • Milch
  • Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen oder Kräutertees (1,5 – 2 l/Tag)

Tipp: Kochsalz erhöht die Kaliumausscheidung. Ersetzen Sie beim Würzen von Gerichten Salz durch frische Kräuter.

Gemüse sollte nur gedämpft werden, da sich Kalium schnell auswäscht.

Tipp: Kochen Sie Kartoffeln und Hülsenfrüchte lange aus. Kalium tritt ins Kochwasser über, das als Grundlage für Suppe und Soßen verwendet werden kann.

Nahrungsergänzungsmittel

Kalium-Tabletten, -Brausetabletten, -Kapseln oder -Pulver gibt es im freien Handel oder online zu kaufen. Besonders geeignet ist Kaliumcitrat, das einen besonders guten Einfluss auf die Knochensubstanz aufweist [Studie].

Wichtig ist, sich bei der Einnahme immer genauestens an die Anweisungen des behandelnden Arztes zu halten – viel hilft hier nicht viel!

Achtung! Ein Kaliumüberschuss ist ebenfalls sehr gefährlich. Darum Kalium-Präparate niemals ohne ärztliche Kontrolle einnehmen.

Bei Amazon gibt es z.B.:

Unser Fazit:

Ein achtsames Leben und eine bewusste Ernährung ist mehr als ein dahergesprochenes Mantra. Es hilft uns, unseren Körper im Gleichgewicht zu halten und vielleicht sogar schwerwiegenden Krankheiten vorzubeugen.

Am Beispiel von Kalium kann man ablesen, dass sich vielleicht einige Volkskrankheiten und chemisch-synthetische Medikamente vermeiden ließen, wenn wir unseren Körper nicht über alle Grenzen strapazieren und stattdessen mehr mit gesunden, frischen Nahrungsmitteln verwöhnen würden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Kalium bei Bluthochdruck, da sich damit systolischer und diastolischer Wert senken lassen.

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Wer schreibt hier?

Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und HeilpraktikerinGesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.