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Trennkost – 5 Gründe, warum sie leider gar nicht funktionieren kann

Abnehmen ohne zu hungern, ist das möglich?
Schnell abnehmenNicht geeignet
Gesund abnehmenNicht geeignet
AlltagstauglichkeitNicht alltagstauglich
DisziplinViel Disziplin benötigt
KostenSehr günstig
JoJo-GefahrSehr hoch

Bei der Trennkost dürfen Eiweiß und Kohlenhydrate nicht zusammen gegessen werden.

Die Ernährungsform wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts von William Howard Hay (1866–1940), einem amerikanischen Arzt entwickelt.

Die Trennkost geistert bis heute als Methode zur Gewichtsreduktion und sogar als Lebensform für Gesundheitsapostel durch die Welt, obwohl die Theorie dahinter vollkommen unhaltbar ist.

Die Befürworter versprechen sich davon eine Heilung, zumindest aber die Linderung von vielen Zivilisationskrankheiten und einen nachhaltigen Gewichtsverlust.

Wer sich dennoch auf das Experiment einlassen möchte, der sollte unbedingt vorab seinen Arzt konsultieren.

Trennkost – die Theorien stehen auf tönernen Füßen

die Trennkost
Hay hat sich selbst mit Hilfe der Trennkost von einer (nach eigenen Angaben) unheilbaren Krankheit geheilt.

Er war danach fest davon überzeugt, dass der Körper durch die gleichzeitige Aufnahme von Eiweiß und Kohlehydraten übersäuert.

Diese Übersäuerung (Azidose) sei die Ursache aller Zivilisationskrankheiten.

Sie wird angeblich durch die gleichzeitige Aufnahme von Eiweiß und Kohlenhydraten verursacht.

Man kann sie also nur heilen bzw. ihr Folgen lindern, indem man eine strenge Trennkost-Diät einhält.

Diese Irrlehre hält sich hartnäckig und ungeachtet aller neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse bis heute.

Wenn Eiweiß und Kohlehydrate getrennt vom Körper aufgenommen werden, sollen demnach die Verdauungsprozesse störungsfrei ablaufen.

Das sei deswegen so, weil dann die beteiligten Enzyme ihre Wirkung optimal entfalten können.

Außerdem soll die Trennkost den Säure-Basen-Haushalt im Körper ausgleichen, ähnlich wie beim Basenfasten.

Man kann die Trennkost zeitlich begrenzt durchführen, aber auch als langfristige Ernährungsumstellung beibehalten.

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Die Einteilung der Lebensmittel bei der Trennkost ist kompliziert und unlogisch

Der Trennkost-Speiseplan nach Hays ist noch ziemlich überschaubar und einfach:

MahlzeitenLebensmittelBeispiel
FrühstückKohlenhydrateMüsli
3 – 4 Stunden Pause
MittagessenEiweißSauerkraut mit Würstchen und Püree
3 – 4 Stunden Pause
AbendessenKohlenhydrateGrüner Reissalat

Bei der Zusammenstellung der einzelnen Mahlzeiten wird es dann allerdings schnell ziemlich unübersichtlich – und vor allem sehr unlogisch.

Hay teilt die Lebensmittel in 3 Gruppen ein:

  • säurebildende Lebensmittel (eiweißreich),
  • basenbildende Lebensmittel (kohlenhydratreich) und
  • neutrale Lebensmittel.

Die optimale Ernährung nach der Trennkost sieht so aus:

LebensmittelBeispieleAnteil in Prozent
säurebildendMilch und Milchprodukte (mit einem Fettanteil unter 50 %), Eier, Fleisch, Fisch, Käse, Sojaprodukte wie Tofu, die meisten Früchte und Nüsse20
basenbildendProdukte aus Weißmehl wie Brot und Kuchen, Kartoffeln, Reis, Süßungsmittel (Zucker, Honig, Ahornsirup) und Bananen, Viele Obstsorten, Gemüse, Vollkorngetreide, Mandeln80
neutralGemüse, Salate, Avocados, Heidelbeeren, Melonen, Butter, kaltgepresste Öle (z.B. Kürbiskernöl), einzelne Milchprodukte (mit mindestens 60 % Fett), Erdnüsse und PilzeBeliebig kombinierbar

Die Mahlzeiten kannst Du mit Hilfe spezieller Tabellen nach Deinem eigenen Geschmack zusammenstellen.

Zahlreiche Rezepte gibt es zum Beispiel auf Pinterest.

Eine ausführliche Tabelle zu den einzelnen Lebensmitteln findest Du im Buch „Richtig einkaufen Trennkost: Über 600 Lebensmittel richtig getrennt – perfekt kombiniert“.

Die Einteilung nach säurebildenden, basenbildenden oder neutralen Lebensmitteln ist ziemlich willkürlich.

Sie kann von Tabelle zu Tabelle unter Umständen erheblich abweichen.

Etliche Nahrungsmittel werden falsch bzw. unlogisch zu einer Gruppe zugeordnet: Nach der reinen Lehre darf bei der Trennkost praktisch alles gegessen werden.

Es wird nur von einigen wenigen Lebensmitteln abgeraten, z. B. von Hülsenfrüchten. Sie enthalten nämlich beides – Eiweiß und Kohlenhydrate und sind daher ungeeignet.

Das trifft allerdings auch auf viele Lebensmittel zu, die man bei der Trennkost essen darf. Zum Beispiel auf Kartoffeln. Auch die enthalten sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß. Das gilt auch für Käse und Quark, ganz unabhängig vom Fettgehalt.

Die Menge der aufgenommenen Nahrung und die Kalorienzufuhr wird im Unterschied zu vielen anderen Diäten nicht gemessen.

Wenn Du aber wirklich Gewicht verlieren möchtest, solltest Du trotzdem auf eine negative Kalorien-Bilanz achten.

Tipp: Berechne dazu Deinen tatsächlichen Bedarf und stelle Deinen Tages- bzw. Wochenplan dann so zusammen, dass Du insgesamt weniger Kalorien zu Dir nimmst, als Du verbrauchst.

Die Trennkost ist wissenschaftlich unhaltbar

Es gibt keine Studien, die die Wirksamkeit der Trennkost belegen.

Das ist schon darauf zurück zu führen, dass praktisch alle Lebensmittel sowohl Eiweiß als auch Kohlehydrate enthalten und eine gleichzeitige Verdauung problemlos möglich ist.

Die geforderte Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten ist also gar nicht umsetzbar.

Im Übrigen kann der menschliche Körper den Säure-Basen-Haushalt sehr gut alleine regulieren.

Es besteht also nicht die geringste Gefahr zu „übersäuern“. Man kann es im Grunde so auf den Punkt bringen:

„Eine basenüberschüssige Kost bringt keine nachweisbaren gesundheitlichen Vorteile.“

Es gibt durchaus Menschen, die mit der Trennkost positive Erfahrungen gemacht haben und die der Überzeugung sind, dass sich durch die Trennkost ihre Gesundheit verbessert hat.

Sie berichten, dass sich dabei vor allem die Funktion von Magen und Darm verbessert hat.

Einige berichten auch von einer Gewichtsabnahme.

Diese Phänomene kennt die Wissenschaft jedoch auch von Vegetariern nach der Umstellung auf pflanzliche Kost.

Sie erklärt sich – wie bei der Trennkost – hauptsächlich durch den hohen Anteil an Gemüse und Obst.

Das kann durchaus zu einer Gewichtsreduktion führen, weil pflanzliche Kost reich an Ballaststoffen und insbesondere Gemüse arm an Kalorien ist.

Das bewirkt eine gute und langanhaltende Sättigung bei geringerer Kalorienzufuhr.

Eine vollwertige Ernährung ist jedoch auf Dauer nicht möglich, da die Lebensmittelauswahl nicht ausgewogen ist.

Trennkost birgt Risiken und Nebenwirkungen!

Trennkost Risiken
Es zu gesundheitlichen Problemen durch die Trennkost kommen, weil sie bei längerer Anwendung zu Mangelerscheinungen führt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt:

„Die Lebensmittelauswahl sichert keine ausreichende Nährstoffversorgung, wenn nur 20 bis 25 Prozent der Nahrung aus säurebildenden Lebensmitteln wie Getreideprodukte, Fleisch und Fisch bestehen.“

Getreide kommt bei der Trennkost zu kurz.

Dadurch entsteht unter Umständen ein Mangel an essentiellen Nährstoffen (B-Vitamine, Folsäure, Magnesium, Eisen und Selen).

Auf dem Speiseplan steht auch zu wenig

  • Käse (Calcium),
  • Seefisch (Jod, Omega-3-Fettsäuren) und
  • Fleisch (Eisen).

Zu einer Übersäuerung kann es nur bei Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel bei Diabetes mellitus kommen.

Diese darf aber unter keinen Umständen selbst behandelt werden, sondern nur von einem Arzt.

Trennkost: Aufwändig, nicht effizient und einfach willkürlich

Die Trennkost ist relativ aufwändig, weil man quasi vor jeder Mahlzeit die Lebensmittel-Tabelle konsultieren muss.

Eine logische Erklärung für die Einteilung gibt es meistens nicht.

Wer berufstätig ist oder eine Familie mit durchfüttern muss, hat zudem ein Problem bei der Auswahl der Speisen.

Die Lebensmittel selbst sind überall erhältlich und nicht teurer als bei einer herkömmlichen Ernährung.

Allerdings gibt es auch einige massive Kritikpunkte, zum Beispiel die möglichen Mangelerscheinungen.

Die Trennkost nach Hay ist daher aus unserer Sicht weder unbedenklich noch empfehlenswert und beim Abnehmen auch nicht besonders effizient.

Hier werden Ernährungssünden mit ideologisch verbrämten Weisheiten bekämpft.

Von Sport ist gar nicht erst die Rede.

Fazit

Auf Dauer hilft nur eine Änderung der Lebensgewohnheiten:

Eine vielseitige Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Salat, wenig (mageres) Fleisch und Zuckerhaltiges, kaum Fertigprodukte und vor allem viel, viel Bewegung.

Damit kann man zwar nur langsam, aber sehr effizient abnehmen, das Gewicht halten und seiner Gesundheit etwas Gutes tun – ganz ohne Trennkost.

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