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Verdauungsprobleme – Ursachenforschung und Tipps für die Selbsthilfe

Verdauungsprobleme machen sich beispielsweise durch Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Gasbildung oder Magenschmerzen bemerkbar.

Bei leichteren Beschwerden reicht es oft schon, die Lebensgewohnheiten ein wenig zu verändern.

Manchmal können die Beschwerden im Verdauungstrakt aber so schlimm sein, dass sie den Alltag zu einem einzigen Spießrutenlauf machen.

Die Betroffenen sind ständig in Alarmbereitschaft. Sie achten immer darauf, dass eine Toilette in Reichweite ist und schränken sich dabei sogar in ihren Freizeit-Aktivitäten ein.

Doch was steckt hinter den Verdauungsproblemen? Wir unterstützen Sie bei der Suche nach den Ursachen und geben ganz praktische Tipps für den Alltag.

Was genau sind eigentlich Verdauungsprobleme?

Verdauungsprobleme
Bevor wir uns mit den Verdauungsproblemen beschäftigen, sollten wir zunächst einmal einen Blick auf das Verdauungssystem werfen. Das erstreckt sich vom Mund bis hin zum Darmausgang (Rektum).

Es versorgt den Körper mit essentiellen Nährstoffe. Dazu verwertet es die Nahrung, die wir zu uns nehmen und beseitigt schließlich die Abfälle, die dabei entstehen.

Verdauungsprobleme können in jedem Bereich des Systems auftreten. Sie können harmlos sein, aber mitunter auch zu ernsthaften Erkrankungen führen. Insbesondere dann, wenn sie unbehandelt bleiben.

Die häufigsten Verdauungsprobleme – Ursachen und Behandlung

Verdauungsprobleme Behandlung
Folgende Faktoren können für Verdauungsprobleme verantwortlich sein:

  • Bakterien in Lebensmitteln,
  • Infektionen,
  • Stress,
  • bestimmte Medikamente oder
  • chronischen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn etc.

Die Hormonumstellung in der Frühschwangerschaft führt bei vielen Frauen ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfungen und Blähungen.

Das legt sich jedoch meist im weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Ein Arztbesuch ist in aller Regel nur dann notwendig, wenn die Beschwerden länger als drei Tage andauern.

Auch nach einer Darmspiegelung kommt es für gewöhnlich kurzfristig zu Verdauungsproblemen. Diese beruhigen sich allerdings nach ein paar Tagen Erholung schnell wieder. Beachten Sie hier am Besten die Empfehlungen Ihres behandelnden Arztes.

Am häufigsten kommen folgende Verdauungsprobleme vor:

Chronische Verstopfung

Chronische Verstopfung gehört mit zu den häufigsten Verdauungsproblemen. Sie tritt dann auf, wenn sich der Darminhalt nicht mehr bewegen und den unteren Teil des Verdauungstraktes nicht passieren kann.

Das ist meist mit Schmerzen im Bereich des Bauches und mit Blähungen verbunden. Der Stuhlgang ist schmerzhaft oder bleibt ganz aus.

Hier hilft es oft schon, ausreichend Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. In schweren Fällen ist die Einnahme von Medikamenten erforderlich.

Lebensmittelunverträglichkeiten

Ein Beispiel für eine Nahrungsmittelintoleranz ist Zöliakie. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die beim Verzehr von Gluten (ein Protein in Weizen, Gerste und Roggen) Verdauungsprobleme verursacht.

Betroffene Menschen müssen eine glutenfreie Diät einhalten, um Symptome und Schäden am Dünndarm zu minimieren. Zur Diagnose einer Unverträglichkeit wird meistens ein Ernährungstagebuch herangezogen (siehe unten).

Der Unterschied zwischen Nahrungsmittelintoleranz und Nahrungsmittelallergie Bei der Unverträglichkeit ist nur die Verdauung gestört. Bestimmte Lebensmittel können nicht oder nur unzureichend verarbeitet werden. Bei der Allergie können auch andere Organe betroffen sein wie zum Beispiel die Atemwege bei der Nesselsucht.

Die typischen Symptome einer Lebensmittelintoleranz sind

  • Blähungen,
  • Krämpfe,
  • Durchfall,
  • Kopfschmerzen,
  • Sodbrennen,
  • starke Gasbildung im Darm,
  • Erbrechen.

Sodbrennen und Reflux

Jeder fünfte Deutsche leidet unter Sodbrennen bzw. der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD).

Konkret bedeutet dies, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und dort zu Schmerzen und Brennen führt. Auf Dauer kann das die Speiseröhre schädigen.

Auch hier ist gegebenenfalls eine Verordnung von Medikamenten durch den Arzt erforderlich.

Zu den klassischen Symptomen zählen

  • Sodbrennen,
  • trockener Husten,
  • saurer Geschmack im Mund,
  • Halsentzündung,
  • Schluckbeschwerden.

Chronische Darmerkrankungen

Diese entzündlichen Erkrankungen des Darms können verschiedene Bereiche des Verdauungstraktes betreffen: Bei Morbus Crohn kann der gesamte Magen-Darm-Trakt in Mitleidenschaft gezogen sein, Colitis ulcerosa betrifft meist nur Mastdarm und Dickdarm.

Beide können Verdauungsprobleme verursachen wie

  • Appetitlosigkeit,
  • Bauchschmerzen,
  • Durchfall,
  • Gewichtsabnahme,
  • Müdigkeit,
  • Nachtschweiß,
  • Probleme beim Stuhlgang,
  • rektale Blutungen.

Wenn ein solcher Verdacht besteht und insbesondere dann, wenn es zu Blutungen kommt, sollte man so schnell wie möglich einen Arzt konsultieren, damit die Erkrankung frühzeitig behandelt werden kann.

Dadurch kann man eventuell Folgeschäden im Verdauungstrakt verhindern.

Was hilft bei Verdauungsproblemen? Tipps für den Alltag

Die richtige Ernährung für den Darm

Eine vielseitige und vollwertige Ernährung mit vielen Ballaststoffen nach den nach den 10 Regeln der DGE sorgt für eine gesunde Darmflora.

Das hilft langfristig, Verdauungsprobleme zu vermeiden. Siehe dazu auch Probiotische Lebensmittel – so füttern Sie die gesunden Bakterien.

Der Magen und das gesamte Verdauungssystem kann sich beruhigen und regenerieren.

Wenn man nicht an Ballaststoffe gewöhnt ist, sollte die zugeführte Menge nur langsam gesteigert werden, um Blähungen, allzu starke Gasbildung und Durchfall zu vermeiden.

Man sollte den Darm zudem entlasten, indem man anstelle einiger weniger großer Mahlzeiten mehrere kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag zu verteilt zu sich nimmt.

Genug trinken!

viel trinken beugt Verdauungsprobleme vor
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für eine gute Darmfunktion unerlässlich.

Flüssigkeit sorgt zudem dafür, dass der Stuhl angenehm weich wird.

Allerdings sollten Sie Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke meiden, wenn diese Verdauungsprobleme verursachen.

Besonders bei Durchfall ist es wichtig, den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen, indem man viel Wasser oder noch besser isotonische Getränke trinkt. Und natürlich muss die Flüssigkeitsaufnahme auch dem Wetter und den Aktivitäten angepasst werden.

Ernährungs-Tagebuch führen

Bei regelmäßigen und hartnäckigen Beschwerden kann es eine Weile dauern, bis die richtige Therapie gefunden ist bzw. anschlägt. In diesem Fall sollte man besonders darauf achten, was genau die Verdauungsstörungen auslöst.

Das können von Mensch zu Mensch ganz unterschiedliche Ursachen sein, zum Beispiel

  • ganz bestimmte Lebensmittel wie zum Beispiel Milchprodukte,
  • Getränke wie Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke,
  • Essgewohnheiten,
  • bestimmte Ereignisse und Situationen (z. B. Menstruation),
  • spezielle Medikamenten.

Führen Sie das Ernährungs-Tagebuch über einen Zeitraum von mindestens vier bis sechs Wochen und halten Sie darin folgende Informationen fest:

  • die konsumierten Lebensmittel,
  • Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel,
  • wichtige Ereignisse und
  • Ihre Verdauungsprobleme.

Achten Sie dabei auch auf die Größe der Portionen, die Häufigkeit, mit der Sie essen und die Essgeschwindigkeit.

Mit der Zeit können Sie feststellen, ob es eine Verbindung zwischen den Beschwerden und Ihren Gewohnheiten gibt und diese gegebenenfalls verändern, indem Sie zum Beispiel entsprechende Stoffe meiden oder kritische Situationen vorher planen.

In unserem Beitrag Magenprobleme – mögliche Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden finden Sie eine Ernährungstagebuch-Vorlage.

Vorbeugende Maßnahmen

Vermeiden Sie bakterielle Infektionen, indem Sie Ihre Hände nach jedem Besuch der Toilette und vor dem Essen oder Kochen gründlich mit Seife und warmem Wasser waschen.

Informieren Sie sich über Lebensmittelrückrufe, zum Beispiel auf Lebensmittelwarnung.de und reinige sie vor dem Verzehr gründlich. Außerdem sollten empfindliche Lebensmittel wie Fleisch und Eier immer vollständig durch gegart und nie roh verzehrt werden.

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Wer schreibt hier?

Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.