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Verdauung

Fettstuhl – meistens hakt es bei der Verdauung

HäufigkeitHäufig
HandlungsbedarfSehr gering
ErnährungsbedingtSehr wahrscheinlich
KrankheitsbedingtUnwahrscheinlich
Lebensmittel, die Ursache sein könnten
  • künstliche Fette
  • ätherische Öle
  • Kokos- und Palmkernöl
  • Krankheiten, die Ursache sein könnten
  • Morbus Crohn,
  • Gallen- oder Lebererkrankungen,
  • Mukoviszidose.
  • Fettstuhl liegt dann vor, wenn der Stuhl besonders viel Fett enthält. Er bekommt dadurch auch sein typisches glänzendes Aussehen.

    Fettstuhl kann mitunter einfach so und ohne erkennbaren Grund auftreten. Meist besteht aber ein direkter Zusammenhang zwischen Fettstuhl und Ernährung.

    Dann liegt es meist daran, dass die Fette aus der Nahrung im Darm nicht optimal aufgenommen und verwertet werden können.

    Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn das Fett spaltende Enzym Lipase nicht in ausreichender Menge vorhanden ist.

    Aber natürlich kann Fettstuhl auch viele andere Ursachen haben.

    Er kann infolge von Magen-Darm-Erkrankungen auftreten, aber auch eine Reaktion auf die Einnahme von Medikamenten sein.

    Einige Präparate gegen Übergewicht hemmen die Resorption von Fetten im Darm und können so zu Fettstuhl führen.

    Zuverlässig diagnostizieren kann das selbstverständlich nur eine Stuhluntersuchung beim behandelnden Arzt.

    Bevor wir die Ursachen für den Fettstuhl genauer unter die Lupe nehmen, wollen wir zunächst einmal einen Blick auf die Fettverdauung werfen.

    Wir haben uns die Frage gestellt: Was passiert eigentlich mit dem Fett, das wir mit der Ernährung aufnehmen, im Körper?

    Vom Nahrungsfett bis zum Stuhlgang – die Fettverdauung

    Fettstuhl
    Das Verdauungssystem ist für unsere Gesundheit von zentraler Bedeutung: Es zerlegt die Nahrung so, dass die enthaltenen Nährstoffe vom Körper optimal verwertet werden können.

    Er muss auch die Fette zuerst einmal mittels Enzymen aufspalten, damit er sie nutzen kann. Daran sind verschiedene Organe wie Magen, Darm, Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse beteiligt.

    Die Verdauung beginnt schon im Mund, denn dort wird die Nahrung mit den Zähnen zerkleinert.

    Gleichzeitig wird das Enzym „Zungengrund-Lipase“ freigesetzt und mit dem Speichel dem Speisebrei beigemischt. Dieser Brei wird durch die Speiseröhre in den Magen und von da in den Dünndarm befördert und dort nach und nach weiterverarbeitet.

    Im Zwölffingerdarm, dem ersten Abschnitt des Dünndarms, wird der Nahrungsbrei mit Verdauungssäften aus Leber und Bauchspeicheldrüse angereichert: Die Säfte der Bauchspeicheldrüse dienen der Aufspaltung und Verwertung sämtlicher Nährstoffe.

    Der Gallensaft hilft bei der Verwertung von Fetten. Er wird in der Leber produziert, in der Gallenblase gespeichert und von dort in den Darm abgesondert.

    Der Gallensaft sorgt dafür, dass das Fett in kleinere, leichter verdauliche Bestandteile zerlegt wird, damit es vom Körper besser aufgenommen werden kann.

    Sämtliche Stoffe, die der Körper verwerten kann, gelangen vom Dünndarm aus ins Blut. Alles andere wird weiter transportiert – in den Dickdarm. Dort wird sozusagen in einem letzten Durchgang noch das restliche Wasser, Gallensäure und Vitamine herausgefiltert. Der Rest wird als Stuhlgang ausgeschieden.

    Fettstuhl – häufige Symptome

    Fettstuhl haeufige Symptome
    Fettstuhl wird mit dem medizinischen Fachbegriff „Steatorrhö“ bezeichnet. Der Kot enthält dann eine auffällig große Menge an Fett.

    Man kann den Fettstuhl auch daran erkennen, dass er von der Konsistenz her schon recht ölig wirkt und eine graue oder blasse Farbe aufweist.

    Es kann zudem vorkommen, dass der Stuhl auf dem Wasser regelrecht schwimmt und einen sehr unangenehmen Geruch aufweist.

    Der Fettstuhl kann mit Symptomen wie Gewichtsverlust einhergehen, weil auch die Nährstoffe bzw. die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Kalorien nicht mehr in ausreichendem Maße absorbiert werden.

    Wenn zu wenig Fett vom Körper aufgenommen wird, bedeutet das auch, dass unter Umständen lebenswichtige fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) mit dem Stuhlgang verloren gehen.

    Das macht den Fettstuhl nicht ganz ungefährlich, insbesondere wenn er immer wieder oder langanhaltend auftritt, denn auch Osteoporose kann eine der Spätfolgen sein.

    Häufige Begleitsymptome sind auch

    Mögliche Ursachen des Fettstuhls

    Fettstuhl ist meist darauf zurückzuführen, dass die Fette, die mit der Nahrung aufgenommen wurden, vom Körper nicht richtig absorbiert werden.

    Die Steatorrhö muss also nicht unbedingt mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen einhergehen.

    Sie entsteht oft einfach nach dem Verzehr von Mahlzeiten, die stark fetthaltig sind oder andere schwer verdauliche Bestandteile enthalten.

    Folgende Lebensmittel können Auslöser für Fettstuhl sein:

    • künstliche Fette, aber auch ätherische Öle wie sie häufig in der Naturheilkunde Verwendung finden,
    • Kokos- und Palmkernöl,
    • Nüsse (insbesondere solche, die mit der Haut oder Schale verzehrt werden),
    • fette Fische wie die Buttermakrele (Escolar) oder Thunfisch,
    • Alkohol,
    • Vollkornprodukte.

    Fettstuhl kann aber durchaus auch eine Folge- oder Begleiterscheinung ernsthafter Erkrankungen sein.

    Das ist zum Beispiel bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie (Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten) der Fall, aber auch bei Krankheiten wie

    • Morbus Crohn, Reizdarm, Pankreatitis etc. (entzündliche Prozess im Verdauungstrakt beeinträchtigen die Fettverdauung),
    • Gallen- oder Lebererkrankungen (Gallensaft ist nicht in ausreichender Menge vorhanden),
    • Mukoviszidose (Lipase wird nicht in ausreichender Menge produziert).

    Außerdem ist Fettstuhl bei verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts ein typisches Symptom. Er kann zum Beispiel auch bei Infektionen oder Diabetes und nach diversen Operationen auftreten.

    Fettstuhl – Diagnose und Behandlung

    Fettstuhl Diagnose und Behandlung
    Eine ärztliche Behandlung ist meist nur bei schwerem und anhaltenden Fettstuhl notwendig.

    Der Arzt wird dann weitere Symptome abfragen und in der Regel auch einen Stuhltest durchführen.

    Dabei kann der Fettgehalt des Stuhls bestimmt werden, indem der Patient angehalten wird, über einen vorgegebenen Zeitraum hinweg eine bestimmte Menge an Fett zu verzehren.

    Der Arzt wird dann je nach Ursache des Fettstuhls eine Behandlung empfehlen, die in der Regel ambulant erfolgen kann.

    Er kann zum Beispiel die Einhaltung einer Diät verordnen oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen, damit das Defizit an fettlöslichen Vitaminen ausgeglichen wird.

    Liegen andere Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen vor, können diese meist durch eine kurzfristige Medikamentengabe gelindert werden. In seltenen Fällen kann eine Operation oder ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

    Fettstuhl – Vorbeugen durch gesunde Ernährung

    Steatorrhoe Vorbeugen
    Fettstuhl kann oft schon mit einfachen Maßnahmen erfolgreich vorbeugen, indem man dafür sorgt, dass

    • genügend Flüssigkeit aufgenommen wird (1 ½ – 2 Liter am Tag, bei Hitze auch mehr),
    • fettreiche und schwer verdauliche Nahrungsmittel reduziert werden,
    • Rauchen und Alkoholkonsum eingestellt oder zumindest reduziert werden.

    Tipp: Wer also seinen Schweinebraten oder Pasta mit einer üppigen Sahnesoße liebt, der muss nicht vollständig darauf verzichten, um dem Fettstuhl vorzubeugen. Er sollte seine Lieblingsspeisen aber zumindest nicht all zu häufig und wenn, dann nur in relativ kleinen Portionen verzehren.

    Außerdem können einige Hausmittel die Produktion von Verdauungssäften anregen. Diese Gewürze und Kräuter machen die Mahlzeiten bekömmlicher:

    • Anis,
    • Ingwer,
    • Kurkuma (Gelbwurz),
    • Kümmel,
    • Pfefferminze,
    • Rosmarin.
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    Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


    Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.