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Verdauung

Grauer Stuhlgang – farbloser Kot kann ein Warnsignal sein!

Grauer Stuhlgang – ganz gleich, ob er nun mit oder ohne Durchfall daher kommt – ist auf jeden Fall erst einmal beunruhigend.

Gesunden Stuhl verbinden wir nämlich für gewöhnlich mit einer satten braunen Farbe (mehr dazu auf Stuhlgang – ist die Farbe noch gesund?).

Die kann sich bestenfalls dann einmal verändern, wenn wir besonders viel Grünzeug, Rote Beete oder ähnlich farbintensive Lebensmittel gegessen haben.

Leichte Veränderungen der Stuhlfarbe, sei es rote, gelbe, grüne oder schwarze sind also ganz normal.

Wenn die Farbe aber fast vollständig fehlt, wie das bei grauem Stuhlgang der Fall ist, kann das aber durchaus auch ein Grund zur Sorge sein.

Deswegen sollte man spätestens dann, wenn der Stuhl länger als zwei Tage farblos oder weißlich-grau bleibt, einen Arzt konsultieren.

Grauer Stuhlgang – eine Frage der Ernährung?

grauer Stuhlgang
Der Stuhlgang des Menschen ändert seine Farbe mit der Ernährung. Das ist ganz normal.

Wenn alle Organe optimal funktionieren, hat der Stuhl demnach eine bräunliche oder grünliche Farbe.

Er ist umso heller, je mehr wir trinken und umso grünlicher, je mehr Chlorophylhaltige Lebensmittel wir verzehrt haben (Spirulina, Kale, Chlorella, Brennesselsaft…).

Und natürlich kann er durch die Farbe bestimmter Nahrungsmittel oder ihrer Bestandteile auch einmal grau, rot oder gelb erscheinen.

Um den Stuhlgang grau oder weiß einzufärben müsste man allerdings schon sehr große Mengen Kartoffeln oder Reis konsumieren.

Eine weitere Möglichkeit der Reaktion auf bestimmte Lebensmittel wäre grauer Stuhl, eventuell auch mit Durchfall, bei Glutenunverträglichkeit: Ist der Kot zudem glänzend und schleimig kann es unter Umständen daran liegen, dass Gluten vom Körper nicht oder nur unzureichend verarbeitet wird.

Das ist auch dann der Fall, wenn der Vorgang der Verdauung aus bestimmten Gründen wie einem Infekt o. ä. zu schnell erfolgt.

Wenn das Wohlbefinden ansonsten gut ist, ist es am besten, die Entwicklung dann für ein bis zwei Tage zu beobachten und sich währenddessen von ausgewogener Mischkost zu ernähren.

Bestehen die Auffälligkeiten im Hinblick auf den grauen Stuhlgang dann immer noch, ist es besser, sich ärztlichen Rat zu holen.

Mediziner sehen im grauen Stuhl häufig ein mögliches Alarmzeichen.

Sie bezeichnen die doch eher ungewöhnliche Stuhlfarbe in der Regel als „Tonfarben“ oder einfach blass.

Grauer Stuhlgang – die Galle macht die Farbe

Wenn dem Kot die Farbe fehlt, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass die Leber nicht genug Gallensalze an den Stuhl abgibt.

Es könnte daher eine Erkrankung der Galle, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse vorliegen.

Denn die gesunde, bräunliche Tönung verdankt der Kot vor allem dem Gallensaft.

Der enthält Bilirubin, einen gelb-rötlichen Farbstoff, der auch dem Urin seine typische Farbe verleiht.

Er wird aus dem Blutfarbstoff Hämoglobin gewonnen, der von der Leber aus dem Blut aufgenommen wird. Dort wird er dann mit diversen Stoffen angereichert und über Galle und Darm wieder ausgeschieden.

Im Dünndarm ist der Gallensaft bei der Verdauung der Nahrung behilflich.

Die für gesunden Stuhlgang so typische braune Farbe nimmt das Bilirubin erst im Darm an, wo es zu Sterkobilin umgewandelt wird.

Grauer Stuhlgang weist demnach auf einen Mangel an natürlicher Farbe im Stuhl hin. Das könnte auch sehr ernste Ursachen haben.

So können zum Beispiel verschiedene Erkrankungen wie Hepatitis verhindern, dass Galle in den Körper gelangt.

Das kann daran liegen, dass Blockaden auf dem Weg dorthin vorhanden wie Gallensteine, ein Tumor oder Hindernisse durch eine angeborene Gallengangsatresie.

Grauer Stuhl und Erkrankungen der Galle oder Leber

ErkrankungZusammenhang mit dem grauen Stuhlgang
GallensteineGallensteine sind verhärtete Ablagerungen in der Gallenblase. Sie können den Gallenfluss blockieren.

Mitunter gelingt es, die Gallensteine im Rahmen der ärztlichen Behandlung durch Medikamente aufzulösen.

Manchmal müssen sie jedoch auch operiert werden, insbesondere dann, wenn sie sehr groß sind.

LeberzirrhoseGrauer Stuhl kann auch auf eine Leberzirrhose hinweisen.

Die Zirrhose ist eine Entzündung oder Reizung der Gallenkanäle in der Leber.

Durch die Entzündung wird der Fluss der Galle in den Darm blockiert.

Die genaue Ursache ist unbekannt.

Es gibt keine Heilung für Gallenzirrhose.

Die Krankheit kann unter Umständen tödlich verlaufen.

Der Arzt kann nur helfen, die allgemeinen Symptome zu lindern und Komplikationen nach Möglichkeit zu verhindern.

Tumore und ZystenSowohl gutartige als auch bösartige (krebsartige) Tumore im Gallensystem können den Gallenfluss stören und zu Entzündungen der Leber führen.

Tumore können eventuell chirurgisch entfernt werden.

Bei krebsartigen Tumoren wird gegebenenfalls eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt, um die Krebszellen zu zerstören.

Auch Zysten können für Blockaden verantwortlich sein. Sie können ganz ohne Behandlung wieder verschwinden oder operativ entfernt werden.

Grauer Stuhl durch Hepatitis

UrsacheErläuterung
Medikamente – die Drogen-induzierte HepatitisBestimmte Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen), die Antibabypille, einige Antibiotika und anabole Steroide können Drogen-induzierte Hepatitis verursachen, die mit Schwellungen oder Entzündungen der Leber einher geht.

Die Symptomatik sollte sich jedoch innerhalb weniger Wochen wieder legen, wenn die Medikamente abgesetzt werden.

Dann sollte auch der Stuhl wieder eine natürliche braune Farbe annehmen.

VirushepatitisAuch hier wird die Hepatitis von Schwellungen oder Entzündungen der Leber begleitet.

Die Auslöser sind jedoch Viren wie die Hepatitis A, B oder C-Viren. Insbesondere Hepatitis C führt sehr häufig zu Lebererkrankungen.

Die Viren können im Rahmen der üblichen Diagnose-Verfahren in der ärztlichen Praxis festgestellt werden. Je nachdem, welcher Virus der Verursacher ist, wird der Arzt einen individuellen Behandlungsplan entwickeln.

Alkoholische HepatitisSchwellungen und/oder Entzündungen der Leber können auch durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht werden (siehe auch Macht Alkohol dick?).

Die Alkoholische Hepatitis kann zu Lebererkrankungen oder Leberversagen führen.

Hier führt im Rahmen der medizinischen Behandlung kein Weg daran vorbei, den Alkoholkonsum vollständig einzustellen.

Grauer Stuhlgang – die Diagnose

grauer Stuhlgang Diagnose
Wenn Sie mit dem Beschwerdebild grauer Stuhlgang (mit oder ohne Durchfall) in die Praxis kommen, wird der Arzt zunächst einige Fragen stellen, zum Beispiel zu

  • Ihren Gewohnheiten im Hinblick auf Essen und Stuhlgang,
  • den begleitenden Symptomen (Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen etc.)
  • Medikamenten, die eingenommen wurden,
  • Ihrem Alkoholkonsum etc.

Zudem wird er einige Untersuchungen durchführen, um den Befund zu konkretisieren:

  • Bluttests,
  • Ultraschall-Untersuchung der Bauch-Region,
  • Computertomographie (CT),
  • Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP und MR-Cholangiopankreatikographie): eine nichtinvasive Methode zur Darstellung des Gallengangsystems und der Hauptausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) mittels Magnetresonanztomographie.
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