Startseite » Verdauung » Schleimiger Stuhlgang – wie viel Schleim ist normal?
Verdauung

Schleimiger Stuhlgang – wie viel Schleim ist normal?

Schleimiger Stuhlgang ist zunächst einmal kein Grund zur Sorge, denn ein bisschen Schleim findet sich immer im Stuhl.

Der Schleim ist zähflüssig und gelartig – eben ein bisschen wie Gelee. Er umgibt den Kot wie ein Film, damit er feucht und geschmeidig durch das Verdauungssystem bis zum Ausgang gleiten kann.

Bedenklich wird es erst dann, wenn der Stuhl große Mengen an Schleim enthält und das womöglich regelmäßig.

Und wenn der schleimige Stuhlgang dann auch noch Blutspuren aufweist, mit anderen auffälligen Veränderungen oder Symptomen wie Durchfall einhergeht, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Schleimiger Stuhlgang – Definition und Variationen

schleimiger Stuhlgang
Wenn wir von Schleim (Mukus) im Zusammenhang mit dem Stuhlgang sprechen meinen wir eine gelartige Flüssigkeit, die unsere Körper in großen Mengen selbst produziert: Er stellt etwa einen bis eineinhalb Liter Schleim pro Tag her.

Schleim ist eine Mischung aus Wasser, Salzen und dem Protein Muzin. Dieses wird von Zellen unseres Verdauungs- und Atmungssystems abgesondert und besitzt die Eigenschaft, Feuchtigkeit zu binden.

Schleim hat im Körper wichtige Funktionen:

  • Schleim ist sozusagen die „Schmiere“ im Verdauungs- und Atmungsapparat. Er sorgt wie das Öl auf der Fahrradkette dafür, dass die Transportwege im Körper nicht austrocknen und dass alles glatt und reibungslos befördert werden kann.
  • Er hat außerdem eine Schutzfunktion: Der Schleim bildet eine schützende Schicht um die empfindlichen Zellen in den Wänden von Magen und Darm. So wird zum Beispiel im Magen eine extrem konzentrierte Salzsäure hergestellt und der Schleim schützt die Magenwand vor dieser Säure.
  • Gleichzeitig sind in dem Schleim ganz bestimmte Stoffe enthalten wie Proteine, Antikörper und Enzyme. Auch sie nützen unserem Körper, zum Beispiel indem sie eindringende Organismen und Infektionen abwehren.

Deswegen ist es auch vollkommen normal, wenn man Schleim im Stuhl hat. Meistens fällt uns diese Tatsache noch nicht einmal auf.

Das ist in der Regel erst dann der Fall,

  • wenn die Menge an Schleim im Stuhlgang eine bestimmte Größenordnung überschreitet oder
  • wenn der schleimige Stuhlgang auffällig Merkmale aufweist, die von der Norm abweichen.

So ist der Schleim normalerweise in gesundem Zustand klar, so dass er leicht übersehen wird. Er kann aber auch weißlich oder gelb erscheinen, besonders klebrig oder gar blutig sein.

Schleimiger Stuhlgang – welche Ursachen stecken dahinter?

Zunächst einmal kann schleimiger Stuhlgang ganz einfach auf die Ernährung zurückzuführen sein: Wer plötzlich große Mengen Fett oder Kohlenhydrate verzehrt, sollte sich nicht wundern, wenn der Körper auf die ungewohnte Nahrung reagiert.

Die Auffälligkeiten beim Stuhlgang legen sich für gewöhnlich innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder, nachdem man zu der gewohnten Ernährung zurückgekehrt ist.

Schleimiger Stuhlgang tritt aber auch häufig bei Darminfektionen auf und kann dann auch mit Durchfall verbunden sein: Bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen können dazu führen, dass das Verdauungssystem mehr Schleim als notwendig produziert. Das führt zu einer erhöhten Menge an Schleim im Stuhl.

Solche Infektionen können zum Beispiel durch Lebensmittel entstehen, die mit Salmonellen infiziert sind. Meist werden Infektionen auch von Symptomen wie Erbrechen, Blähungen oder Bauchschmerzen begleitet.

Schleimiger Stuhlgang in Verbindung mit Blut im Stuhl oder Schleim sollte in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden, insbesondere wenn Bauchschmerzen hinzukommen.

Dann kann eine der nachfolgenden Erkrankungen vorliegen:

  • Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa,
  • Krebs,
  • Laktoseintoleranz,
  • Reizdarmsyndrom.

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der das gesamte Verdauungssystem betroffen ist.

Es entstehen Entzündungsherde, die sich meist um das Ileum, einen Teil des Dünndarms, herum konzentrieren. Häufig sind außerdem Symptome wie Durchfall, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Blut im Stuhl anzutreffen.

Colitis ulcerosa ist ebenfalls eine entzündliche Erkrankungen des Darms. Hier ist meist der Dickdarm betroffen und es kommt zu schleimigen Stuhlgang in Verbindung mit Durchfall und Bauchschmerzen.

Bei Laktoseintoleranz ist der Stuhlgang nach dem Konsum von Milchprodukten oft sehr weich, wässrig und schleimig.

Der Körper produziert nicht genug Laktase, ein Enzym, das Laktose (den in der Milch enthaltenen Zucker) abbaut. Laktoseintoleranz kann auch zu einer Verfärbung des Stuhls führen.

Eine der häufigsten Ursachen für schleimigen Stuhlgang ist das Reizdarmsyndrom. Hier sind neben Durchfall auch Blähungen und Bauchkrämpfe typische Begleiterscheinungen.

Für die Erkrankung gibt es noch keine Heilung und die konkreten Ursache sind noch nicht ausreichend erforscht. Das Reizdarmsyndrom begleitet die Betroffenen meist ein Leben lang. Man kann aber die Symptome heute schon sehr gut behandeln und lindern.

Wann sollte ich bei schleimigem Stuhlgang einen Arzt aufsuchen?

schleimiger Stuhlgang wann zum Arzt
Generell kann man sagen, dass ein Arztbesuch in jedem Falle dann anzuraten ist, wenn das Verdauungssystem signifikant mehr Schleim als gewöhnlich produziert und der Schleim im Stuhlgang die übliche Menge deutlich überschreitet.

Außerdem ist eine medizinische Untersuchung immer dann empfehlenswert, wenn andere auffällige Symptome in Verbindung mit dem schleimigen Stuhlgang auftreten wie zum Beispiel:

  • allgemeines Gefühl von Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit
  • Auffällige Färbung des Stuhls oder Urins
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Eiter, Schleim, Blut im Stuhl
  • Dehydration
  • Durchfall
  • extrem schlechter Geruch des Stuhls
  • Fieber
  • Juckreiz
  • Gewichtsverlust
  • Krämpfe
  • Orientierungslosigkeit
  • Rückenschmerzen
  • schnelle Herzfrequenz
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schüttelfrost
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen)

Schleimiger Stuhlgang – Diagnose und Therapie

Der Arzt wird vorab einige wichtige Fragen mit dem Patienten klären wie zum Beispiel, seit wann der Schleim im Stuhl beobachtet wird und ob weitere spezifische Symptome vorliegen.

Sodann werden in der Regel Untersuchungen des Blutes und des Stuhls vorgenommen.

Gegebenenfalls werden auch radiologische Tests wie Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt, um der Ursache auf den Grund zu kommen.

Je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, wird der Arzt darauf basierend eine geeignete Therapie auf die Ursachen des schleimigen Stuhlgangs mit dem Betroffenen abstimmen.

Wenn er eine Austrocknung vermutet, wird er geeignete Maßnahmen zur Rehydration ergreifen.

Bei Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und dem Reizdarmsyndrom sind in der Regel verschreibungspflichtige Medikamente erforderlich.

Bei anderen Erkrankungen kann schon eine Veränderungen des Lebensstils helfen, die Beschwerden zu lindern.

Generell ist es dabei wichtig, vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen und für eine ausgewogene Ernährung zu sorgen.

Lebensmittel, die reich an Ballaststoffen und Probiotika sind, können dazu beitragen, die Darmflora wieder zu regenerieren.

Auf alles, was den Magen oder Darm reizen könnte wie würzige, scharfe oder fette Speisen, Kaffee, Alkohol etc. sollte man zunächst verzichten.

Hat der Artikel dir gefallen? Gib hier deine Stimme ab:
Schleimiger Stuhlgang – wie viel Schleim ist normal?
5 aus 1 Stimmen

Kommentar schreiben

Klicke hier, um einen Kommentar zu schreiben

Seit Jahren bekannt

meinbauch bauch tipps bekannt aus

Folge Uns auf Facebook