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Weißer Stuhlgang – wenn die Farbe fehlt ist es immer ein Alarmsignal!

Weißer Stuhlgang ist alles andere als normal. Hier ist ein wenig Sorge durchaus berechtigt und angebracht.

Wenn der Stuhl weißlich, silbern, beige, zu hell, zu blass oder von einer Farbe wie Lehm oder Ton erscheint, dann fehlt ihm eindeutig der natürliche Farbton.

Ursache dafür ist praktisch immer ein Mangel an Gallensaft.

Weißer Stuhlgang kann also auf ernsthafte gesundheitliche Probleme hindeuten.

Die Weißfärbung muss zwar nicht immer gleich etwas Schlimmes bedeuten, man sollte aber dennoch bei weißem Stuhl die Ursachen in jedem Fall umgehend medizinisch abklären lassen.

In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Informationen zum Thema „weißer Stuhlgang“ zusammengestellt. Den Gang zum Arzt kann er jedoch keinesfalls ersetzen.

Warum ist der Stuhlgang weiß?

weisser Stuhlgang
Der Begriff „Galle“ bezeichnet zum einen das Organ selbst, zum anderen aber auch den Verdauungssaft, der von der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert wird.

Die Gallenflüssigkeit wird dem Speisebrei während des Verdauungsvorgangs im Dünndarm zugefügt. Die Galle hilft dem Körper bei der Verdauung von Fetten.

Galle hat ursprünglich eine eher grünliche Farbe. Wenn sie durch den Darm fließt, verändert sich die Farbe durch Bakterien und Enzyme allmählich von grün nach gelb.

Die gelbe Farbe entsteht durch das gelb-rötliche Bilirubin, einem Farbstoff, der beim Entsorgen alter roter Blutzellen entsteht. Er verleiht auch dem Urin seine typische Färbung.

Im Darm wird Bilirubin dann zu Sterkobilin umgewandelt. Dadurch erhält der Kot schließlich seine charakteristisches Braun. Jene Farbe also, die wir mit einem gesunden Stuhlgang verbinden.

Weißer Stuhlgang entsteht dann, wenn die Leber keinen Gallensaft produziert oder die Flüssigkeit aus irgendeinem Grund nicht aus der Leber entweichen kann.

Darm-Leber-Kreislauf: Das Zirkulieren der Gallensäure und anderer Substanzen zwischen Darm, Leber und Gallenblase wird im Medizinjargon als „enterohepatischer Kreislauf“ bezeichnet.

Mögliche Ursachen für den weißen Stuhlgang

Die Ursachen für den weißen Stuhlgang können vielfältig sein.

Sie müssen in jedem Fall von einem Mediziner geklärt werden, weil sie auch ernsterer Natur sein können.

Wenn zu wenig oder keine Galle in den Verdauungsbrei fließt kann dies daran liegen, dass Probleme beim Transport auftreten.

Es ist zum Beispiel möglich, dass der Verdauungssaft durch Quetschungen oder andere Blockaden in der Röhre, durch die er normalerweise in den Dünndarm gelangt, gehindert wird.

Tumore oder Gallensteine können den Fluss behindern oder ganz blockieren.

Gallensteine entstehen, wenn in der Gallenblase zu viel Cholesterin oder Bilirubin vorhanden ist. Die Gallenblase kann dann die Gallenflüssigkeit nicht oder nicht mehr vollständig entleeren.

Wenn die Steine größer werden, können sie den Gallengang blockieren und den Gallenfluss in den Dünndarm beeinträchtigen.

Des weiteren können Erkrankungen der Leber wie Hepatitis und Zirrhose zu weißem Stuhlgang führen.

Möglicherweise liegt auch eine Verstopfung der Leberwege durch Zysten oder Entzündungen vor.

Bei Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt es ebenfalls zu Blockaden und infolgedessen zu weißem Stuhlgang, denn der Hauptgallengang verläuft durch den Pankreaskopf, der an den Zwölffingerdarm grenzt.

Denkbar ist auch eine angeborene Fehlbildung des Gallensystems.

Bei bestimmten Darmerkrankungen ist die Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen aus der Nahrung erschwert.

Es kommt infolgedessen zu entzündlichen Prozessen im Verdauungssystem. Diese sind häufig mit weißlichen oder blassen, fettigen und meist auch ziemlich umfangreichen Stühlen verbunden.

Der Kot schwimmt in der Regel oben auf dem Wasser und riecht außerdem extrem schlecht.

Das könnte ein Zeichen für eine der nachfolgend aufgelisteten Erkrankungen sein:

  • Laktoseintoleranz,
  • Morbus Crohn,
  • Mukoviszidose,
  • Zöliakie (Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten).

Sonderfall: Silberner Stuhlgang

Weißer Stuhlgang kann mitunter auch silbern erscheinen. Der Kot sieht dann aus, also ob er mit einem Guss oder einer Glasur aus silberner Farbe überzogen wäre.

Die Farbe entsteht durch die Kombination von weißem Stuhlgang und Blut.

Mit anderen Worten: Es muss eine Blutung irgendwo im Darmtrakt vorliegen.

In diesem Fall sollten Sie ebenfalls umgehend einen Arzt aufsuchen!

Manchmal ist weißer Stuhlgang ganz harmlos

Einige wenige Dinge können weißen Stuhlgang verursachen, der vollkommen harmlos und kein Anlass zur Sorge ist.

Dazu gehört zum Beispiel Barium, eine weiße Substanz, die für Röntgenaufnahmen des Verdauungstraktes verwendet wird. Barium bewirkt eine Weißfärbung des Stuhls.

Das gilt in gleicher Weise für Antibiotika und Magnesium sowie Medikamente, die Aluminiumhydroxid oder Kaolin enthalten.

Das der weiße Stuhl harmlos sein kann, bedeutet aber keinesfalls, dass man bedenkenlos darüber hinweggehen darf.

In den meisten Fällen ist er ein Zeichen für ein echtes gesundheitliches Problem.

Deswegen sollte man lieber einmal zu oft den Arzt konsultieren.

Weißer Stuhlgang – wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

weisser Stuhlgang wann zum Arzt
Der Arzt wird zunächst einmal nachhaken, ob der Stuhlgang wirklich weiß oder nur etwas heller ist als sonst.

Auch leichte Durchfallerkrankungen können nämlich zu einem helleren Stuhlgang führen.

Dann gelangt durch die schnelle Darmpassage nur ein geringer Anteil an Gallenfarbstoffen in den Kot.

Der ist aber eben nicht regelrecht weiß, sondern nur etwas blasser als sonst.

Der Arzt wird außerdem verschiedene Punkte zu den Lebensgewohnheiten abfragen.

Er wird zum Beispiel klären, ob und welche Medikamente eingenommen werden und ob möglicherweise ein erhöhter Alkoholkonsum besteht.

Hat er berechtigte Gründe zur Annahme, dass eine Lebererkrankung vorliegen könnte, wird er verschiedene Untersuchungen durchführen:

  • Die Blutentnahme dienen zum einen der Feststellung der Leberwerte und zum anderen gegebenenfalls dem Nachweis von Hepatitis-Viren.
  • Anhand von Stuhluntersuchungen können bakterielle Darmerkrankung oder eine Pankreatitis nachgewiesen werden.
  • Zusätzlich können dann auch noch Röntgenuntersuchungen, eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Darmspiegelung zum Einsatz kommen.

Häufiger Stuhlgang – Checkliste zur Eingrenzung der Symptomatik

Häufigkeit

  • Weniger als 3 Mal pro Woche
  • 1 bis 2 Mal täglich
  • 3 Mal täglich oder öfter

Konsistenz

Farbe

  • Grau
  • Blass
  • Lehmfarben
  • Silber
  • Braun

Begleitsymptome

  • allgemeines Gefühl von Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Eiter, Schleim, Blut im Stuhl
  • Dehydration
  • Dunkelfärbung des Urins
  • extrem schlechter Geruch des Stuhls
  • Fieber
  • Juckreiz
  • Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen)
  • Gewichtsverlust
  • Krämpfe
  • Orientierungslosigkeit
  • Rückenschmerzen
  • schnelle Herzfrequenz
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schüttelfrost
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen)
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