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Gelber Stuhlgang – harmlos oder kritisch? Im Zweifelsfall immer zum Arzt!

Gelber Stuhlgang ist eher die Ausnahme als die Regel. Wenn er aber dann doch einmal vorkommt muss das nicht gleich ein Grund zur Sorge sein.

Es ist völlig normal, dass der Stuhlgang immer wieder einmal seine Farbe verändert.

Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Ernährung so ist wie sie sein sollte: abwechslungsreich und vielfältig.

Und wenn sie viele frische organische Bestandteile enthält wie Obst und Gemüse. Diese Speisen beeinflussen auf ganz natürliche Weise den Stuhlgang und seine Farbe.

Aber gelber Stuhl kann, vor allem auch in Verbindung mit Durchfall, auf ernstzunehmende gesundheitliche Probleme hinweisen.

Deswegen sollte man ihm durchaus Beachtung schenken.

Wir erläutern in diesem Beitrag, welche Ursachen gelber Stuhlgang haben kann und was zu tun ist, wenn die auffällige Verfärbung mit anderen Symptomen einhergeht.

Warum ist gesunder Stuhlgang braun?

gelber Stuhlgang
Gesunder Stuhlgang besteht zu über 70 Prozent aus Wasser.

Der Rest ist eine bunte Mischung ziemlich unappetitlicher Dinge wie

  • lebenden und abgestorbenen Bakterien,
  • unverdauten Lebensmittelbestandteilen,
  • Abfallprodukten aus dem Körper wie Zellen, Schleimhäuten etc. und
  • Verdauungssäften.

Wenn der Stuhlgang von einem unangenehmen Geruch begleitet wird, ist dieser auf die Verdauung von Proteinen zurückzuführen.

Die Konsistenz von gesundem Stuhl ist glatt und weich, so dass er ohne Anstrengung ausgeschieden werden kann.

Die Farbe des Stuhlgangs ist normalerweise braun. Sie kann je nach Zusammensetzung von dunkelbraun bis hellbraun alle Schattierungen des Spektrums aufweisen.

Die Farbe entsteht vor allem durch den Farbstoff Bilirubin. Dieser wird in der Leber produziert und dann in der Gallenblase gespeichert.

Von dort aus wird er dann dem Speisebrei im Verdauungstrakt beigemischt und gelangt so in den Darm. Bilirubin ist von Natur aus gelblich-rot.

Er verleiht auch dem Urin seine typische Farbe. Im Darm wird Bilirubin zu Sterkobilin umgewandelt. Dort verleiht er dem Kot die charakteristische braune Farbe, die wir mit einem gesunden Stuhlgang verbinden.

Wird der Darminhalt aber stark mit Wasser verdünnt, wie das bei (wässrigem) Durchfall vorkommt, verblasst auch die Farbe. Deswegen nimmt der Stuhlgang bei Durchfall oft eine gelbliche Tönung an.

Gelber Stuhlgang und Ernährung

Kuerbisse machen den Stuhl gelb
Eine ganze Reihe von Dingen kann Zusammensetzung, Farbe und Konsistenz des Stuhlgangs beeinflussen.

Dazu gehört zuallererst die Ernährung, aber auch Medikamente wie Antibiotika, Nahrungsergänzungsmittel oder Krankheiten wie Verdauungsprobleme oder Infektionen.

Zu den Lebensmitteln, die den Stuhl gelb färben, zählen Kürbis, Karotten oder Süßkartoffeln. Auch der Verzehr von Eiern oder Milchprodukten in großen Mengen kann eine Gelbfärbung bewirken.

Natürlich können auch die in den Lebensmitteln verarbeitete Farbstoffe den Stuhlgang gelb einfärben.

Des weiteren kann das in bestimmten Nahrungsmitteln wie Brot enthaltene Gluten für die Farbe verantwortlich sein.

Auch Diäten mit einem hohem Fettgehalt (zum Beispiel die Diät ohne Kohlenhydrate) lassen den Kot gelblich aussehen lässt (Fettstuhl), denn dabei wird Fett oft unverdaut wieder ausgeschieden.

Und schließlich kann zum Beispiel auch das durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführte Beta-Carotin das Erscheinungsbild des Stuhlgangs prägen.

Was ist eigentlich Fettstuhl?
Die Verwertung der Fette erfolgt normalerweise im hintersten Abschnitt des Dünndarms. Dort sorgen Verdauungssäfte aus der Galle für die Fettverdauung. Sie enthalten Säuren, die das Fett in handliche Teilchen portionieren.

Anschließend spalten Enzyme (Lipase) das Fett auf und bereiten es für die Aufnahme durch den Körper vor. Wenn nicht genug Gallensaft oder Lipase vorhanden ist, um das Fett zu binden und zu verwerten, wird es einfach wieder ausgeschieden.

Der Stuhlgang ist dann gelblich, glibberig bis gallertartig und riecht übel.

Gelber Stuhl als Warnsignal für gesundheitliche Probleme

Gelber Stuhl ist meist kein Anlass zur Sorge, aber mitunter changieren die Farben so, dass man keine eindeutige Aussage machen kann.

Nachdem heller Stuhl immer auch ein Hinweis auf schwerwiegende Störungen der Leber, der Galle oder der Bauchspeicheldrüse sein kann, sollte man bei einem dahingehenden Verdacht die Ursachen gründlich abklären lassen.

Generell kann gelber Stuhlgang unter anderem auf folgende Erkrankungen hinweisen:

ErkrankungZusammenhang
Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) oder andere Infekte des Magen-Darm-TraktesSie verursachen meist Durchfall-Symptome, die den Stuhlgang gelb erscheinen lassen. Als Infektion wird das am weißlichen Schleim erkennbar, der aus abgestorbenen weißen Blutzellen besteht.
Erkrankungen der Leber und der GallenblaseBei Leberzirrhose und Hepatitis werden Gallensalze reduziert oder vollständig eliminiert. Sie helfen dem Körper normalerweise bei der Verdauung und bei der Aufnahme von Nährstoffen. Auch Alkohol oder Viren können eine Hepatitis herbeiführen und zu einer verminderten Produktion der Galle führen. Liegen Gallensteine oder so genannter „Schlamm“ in der Gallenblase vor, dann gelangt weniger Gallensaft in den Darm als gewöhnlich. Das kann Schmerzen verursachen und für eine Gelbfärbung des Stuhlgangs verantwortlich sein.
Erkrankungen der BauchspeicheldrüseEntzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Mukoviszidose können für gelben Stuhlgang verantwortlich sein. Die Bauchspeicheldrüse kann dann nicht genügend Enzyme liefern, die der Darm für den Verdauungsvorgang benötigt. Deswegen wird unverdautes Fett ausgeschieden und das verleiht dem Stuhl ein gelbes, fettiges Aussehen.
TumoreGeschwüre an der Galle verursachen keine Schmerzen. Bei Gelbsucht ist daher immer medizinische Klärung vonnöten.
Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)Das Protein Gluten ist unter anderem ein Bestandteil von Weizen, Roggen und Gerste. Dieses wird von vielen Menschen nicht vertragen. Ihr körpereigenes Immunsystem reagiert darauf, indem es das Gewebe des Dünndarms regelrecht angreift und somit schädigt. Er kann dann die Nährstoffe, die der Körper braucht, nicht aufnehmen. Zöliakie ist vermutlich genetisch bedingt und kann nicht geheilt werden. Man kann nur vollständig auf Gluten verzichten.
StressStarke körperliche Belastungen und auch Angst können dafür sorgen, dass der Verdauungsprozess beschleunigt verläuft. Es kommt zu Durchfall und gelbem Stuhlgang. Auch hier gelangen unter Umständen nicht genug von den benötigten Nährstoffen in den Körper.

Wann sollte man bei Gelber Stuhlgang den Arzt konsultieren?

gelber Stuhlgang muss ich zum Arzt
Geht gelber Stuhlgang mit folgenden Symptomen einher, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Verdauungsprobleme:

  • Durchfall,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Gasbildung,
  • stark übelriechender Stuhl,
  • Schwellungen und Blähungen,
  • Krämpfe oder Bauchschmerzen.

Die Ursache sollte man spätestens dann klären lassen, wenn sie sehr stark sind oder länger als zwei bis drei Tage anhalten.

Es kann sich dabei immer auch um eine ernstzunehmende Infektion handeln.

Können ernährungsbedingte Gründe ausgeschlossen werden, sollte man auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn eines der folgende Symptome auftritt:

  • Appetitlosigkeit,
  • Atembeschwerden,
  • Bewusstseinstrübungen,
  • Eiter oder Blut im Stuhl,
  • Fieber,
  • Gewichtsverlust,
  • grippale Symptome,
  • Müdigkeit,
  • Nachtschweiß,
  • Ohnmacht,
  • Verwirrung.

Gelber Stuhl – die Behandlung

Wie bei den meisten Verfärbungen (wie rot oder schwarz) gilt auch bei gelbem Stuhlgang: Eine Behandlung ist nicht notwendig, wenn die gelbe Farbe zweifelsfrei auf bestimmte Lebensmittel, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel zurückzuführen ist.

Fühlt sich der Betroffene ansonsten wohl und treten keine weiteren Symptome hinzu, dann kann man es sozusagen aussitzen: Der Stuhlgang wird wenige Stunden oder Tage, nachdem der Verursacher weggelassen wurde, wieder eine natürliche Braunfärbung annehmen.

Wenn allerdings auch nur der geringste Anlass zum Zweifel besteht, sollten die Ursachen medizinisch untersucht werden.

Der Arzt wird die Therapie dann auf die zugrunde liegende Erkrankung abstimmen.

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