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Harter Stuhlgang – die Ernährung ist das A und O

Harter Stuhlgang an sich ist ja schon eine unangenehme Plage. Meist kommt aber er nicht allein, sondern geht auch noch mit Verstopfung einher.

Dann ist die so genannte „Transitzeit“ verzögert, also die Zeitspanne, welche die Stuhlpassage bis zum Ausgang benötigt.

Das bedeutet konkret: Der Stuhl bleibt zu lange im Darm. Dabei wird ihm nach und nach immer mehr Wasser entzogen. Er wird also auch immer härter.

Dass die Betroffenen dann oft auch noch zu wenig trinken und nicht genug Ballaststoffe mit der Nahrung aufnehmen, macht die Sache keineswegs leichter.

Und natürlich können sich hinter einem harten Stuhlgang auch ernsthafte Erkrankungen verbergen.

Entzündliche Prozesse im Darm zum Beispiel oder gar ein Tumor.

In diesem Beitrag erläutern wir, wie harter Stuhlgang entsteht, wann man zum Arzt gehen sollte und wie natürliche Heilmethoden wie zum Beispiel eine gesunde und vollwertige Ernährung Verdauungsprobleme lindern können.

Normaler Stuhl – harter Stuhl – Verstopfung

Normaler Stuhl ist weich. Er verursacht beim Verlassen des Körpers (Defäkation) keine Probleme.

Harter Stuhlgang dagegen ist meist sehr trocken. Er zerfällt in Einzelteile, die so genannten „Köttel“.

Das Ausscheiden ist mühselig, benötigt viel Zeit und erfolgt häufig nur unter starkem Pressen. Harter Stuhlgang ist nicht dasselbe wie Verstopfung (Obstipation).

Verstopfung bezeichnet im Medizin-Jargon lediglich die Tatsache, dass eine Stuhlentleerung selten erfolgt.

Bedauerlicherweise gehen Verstopfung und harter Stuhlgang aber oft Hand in Hand.

Wichtige Anhaltspunkte für einen gesunden Stuhlgang liefert in der Diagnose die „Bristol-Stuhlformen-Skala“.

Sie gibt eine Übersicht über sieben verschiedene Arten, darunter den harten Stuhlgang (Typ 1).

Die Typen 1 und 2 weisen auf eine Verstopfung hin, die Typen 5 bis 7 auf Durchfall.

Gesund sind demnach vor allem Typ 3 und 4, denn sie besitzen den optimalen Wassergehalt.

Alle anderen sollte man mit dem Arzt abklären, wenn sie gehäuft auftreten.

Ursachen für harten Stuhlgang – wann zum Arzt?

harter Stuhlgang
Mögliche Ursachen für harten Stuhl können sein:

  • Stuhlgang bei einsetzendem Stuhldrang wird immer wieder aufgeschoben, zum Beispiel aus beruflichen Gründen,
  • Bewegungsmangel,
  • zu wenig Flüssigkeit,
  • zu wenig Ballaststoffe und daher zu langsame Darmbewegungen (Peristaltik),
  • Medikamente, insbesondere Opiate,
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose),
  • neurogene Störungen (Parkinson, MS etc.),
  • entzündliche Prozesse im Darm (Reizdarm, Morbus Crohn, Divertikulitis etc.), Darmverengung, durch Polypen oder ähnliches, Erkrankungen des Enddarms oder der Analregion.

Es können also harmlose Gründe wie Fehlernährung und zu wenig Trinken verantwortlich sein, aber auch ernsthafte Erkrankungen.

Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

  • die Lebensqualität ist stark eingeschränkt,
  • nach einer Ernährungsumstellung keine Besserung eintritt,
  • das Alter jenseits der 50 liegt,
  • es kommt zu Blut im Stuhl,
  • Gewichtsverlust oder
  • Fieber und Nachtschweiß.

Harter Stuhlgang – diese 8 Ernährungsregeln helfen

Massnahmen gegen harten Stuhlgang
Harter Stuhlgang ist häufig Folge einer ungesunden Lebensweise.

Da kann es oft einfach schon hilfreich sein, einen Gang zurück zu schalten, also den Stress zu reduzieren, mehr Bewegung und Entspannung in den Alltag einzubauen.

Regelmäßige Tagesabläufe und ausreichend Schlaf sind hilfreich.

Zudem kann man bei hartem Stuhl selbst im Hinblick auf die Ernährung einiges dazu tun, die Beschwerden zu lindern und die Darmgesundheit zu fördern.

Vieles davon ist im Grunde sogar sehr einfach zu beherzigen:

  • Die verzehrten Lebensmittel sollten von hoher Qualität sein.
  • Sie sollten genug Ballaststoffe und gesunde Bakterien beinhalten sowie
  • möglichst frei von Giften sein.
  • Wir sollten uns Zeit nehmen für die einzelnen Mahlzeiten und
  • unserem Körper einen gleichmäßigen Rhythmus gönnen.
  • Auch regelmäßiges gründliches Kauen kann bei hartem Stuhlgang eine Verbesserung bewirken.
  • Nach der Mahlzeit sollten wir uns bewegen und dann
  • unserem Verdauungstrakt genug Zeit bist zur nächsten Mahlzeit geben, um die Speisen in Ruhe zu verdauen.

Es gibt einige Lebensmittel, die den Stuhl härter machen können wie zum Beispiel

Hier empfiehlt sich gegebenenfalls vorübergehend ein Verzicht, so lange die Beschwerden bestehen. Außerdem gibt es eine Reihe von Empfehlungen, die Linderung bringen können:

Bei hartem Stuhlgang Vollwertkost und probiotische Lebensmittel

Natürlich ist auch die Zusammensetzung der Nahrung bei einem hartem Stuhlgang von großer Bedeutung.

Empfohlen wird meist eine vollwertige Ernährung mit überwiegend unverarbeiteten Lebensmitteln nach den 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Außerdem sollte man bei hartem Stuhlgang immer ausreichend trinken und insgesamt mindestens eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen.

Auch der regelmäßige Verzehr von probiotischen Lebensmitteln ist hilfreich.

Dabei sind die natürlichen den so genannten „Probiotika“, also Industrie-Produkten, denen Bakterienstämme zugesetzt werden, vorzuziehen.

Sie enthalten natürliche Mikroorganismen, die den körpereigenen optimal entsprechen.

Hier einige Beispiele, die bei hartem Stuhlgang regelmäßig auf den Speiseplan gehören:

  • Jogurt,
  • Kefir,
  • Sauerkraut,
  • Sauerteig und
  • saure Gurken.

Ballaststoffe wirken bei hartem Stuhlgang Wunder

Die Transitzeit verkürzt sich mit dem Volumen und dem Gewicht des Stuhls.

Auf beide Größen kann man bei hartem Stuhlgang Einfluss nehmen, indem man mehr Ballaststoffe konsumiert.

Sie sorgen bei hartem Stuhlgang für mehr Bewegung im Darm.

Je mehr nämlich davon im Dickdarm ankommen, desto mehr Stuhl entsteht und desto schneller und leichter wird er dann auch wieder hinaus befördert.

Dabei sind Produkte aus Vollkorngetreide am effektivsten:

Ballaststoffe gegen harten Stuhlgang
Quelle: Dr. Anne Katharina Zschocke: Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit: Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung, S. 116

Interessant ist an dieser Übersicht vor allem auch die Tatsache, dass Guar, ein Ballaststoff, der aus dem Kernmehl der Guarbohne gewonnen und bei uns als verdauungsförderndes Mittel gehandelt wird, dabei am Schlechtesten abschneidet.

Weizen- oder Dinkelkleie ist da jederzeit vorzuziehen.

Grundsätzlich enthält jede Pflanze Ballaststoffe. Sie stammen entweder von den Pflanzenfasern, von Schleimstoffen oder von den Nährstoffspeichern einer Pflanze – den Samen und Körnern.

Ballaststoffe sind normalerweise fast immer Kohlenhydrate.

Stärke zählt allerdings meist nicht dazu, weil sie durch ein Enzym gespalten und im Dünndarm resorbiert (Resorption: Aufnahme von Stoffen) wird.

Als Ballaststoffe gilt nur die nicht resorbierte, also „resistente“ Stärke.

Das heißt: sie ist durch menschliche Verdauungsenzyme nicht abbaubar bzw. verdaulich.

Der Anteil resistenter Stärke kann sich mit der Verarbeitung von Lebensmitteln ändern.

Und mit diesem Anteil der schwankt auch der Ballaststoffgehalt:

Kartoffel in verschiedenen ZubereitungsformenVerdaulichkeit
RohUnverdaulich
Frisch gekochtGut verdaulich
Gekocht nach dem AbkühlenWeniger gut verdaulich: 12 Prozent resistente Stärke

Neben Stärke gehören Zellulose, Hemizellulose und Pektin zu den wichtigsten Ballaststoffen:

BallaststoffeEnthalten in
ZelluloseGetreide, Obst, alle Gemüsesorten
HemizelluloseGetreide, Kleie, Hülsenfrüchte
PektinObstschalen, insbesondere von Äpfeln und Quitten, diverse Gemüsesorten

Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, 30 g Ballaststoffe am Tag zu verzehren. Wenn man den Verzehr nicht gewöhnt ist, kann es sein, dass das Verdauungssystem zunächst empfindlich reagiert, deswegen sollte man die Menge nur allmählich etwas steigern.

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