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Divertikulitis – die tückische Darmkrankheit erkennen und behandeln

Divertikulitis ist eine Form der Colitis – eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung des Darms. Genau genommen sind dabei die kleinen Ausstülpungen in der Schleimhaut der Darmwand infiziert.

Diese Ausstülpungen sehen aus wie Bläschen oder kleine Säckchen und werden Divertikel genannt. Deswegen spricht man auch von der Divertikelkrankheit.

Sie kann mit Beschwerden wie zum Beispiel Schmerzen im Bauchbereich einhergehen. Das muss aber nicht der Fall sein.

Es gibt viele Patienten, die gar nicht merken, dass sie unter einer Divertikulitis leiden. Das macht die Erkrankung unter Umständen auch sehr tückisch.

Die Divertikulitis kann nämlich durchaus sehr schwerwiegend sein.

Und sie kann eine Operation erforderlich machen, wenn sie nicht umgehend diagnostiziert und behandelt wird.

Wir geben in diesem Beitrag einen Überblick über die möglichen Symptome der Divertikulitis, die Diagnose und die Behandlungsmethoden.

Divertikulose und Divertikulitis – der kleine Unterschied

Divertikulitis
Divertikel können sich überall im Verdauungstrakt bilden – auch in der Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus). Sie werden dann als Ösophagusdivertikel bezeichnet. Wir befassen uns hier jedoch ausschließlich mit den Divertikeln der Darmwand.

Treten diese gehäuft auf, spricht man von Divertikulose, einer Vorstufe der Divertikulitis. Die Divertikulose ist noch relativ harmlos. Aber in etwa fünf Prozent aller Fälle entwickelt sich daraus eine Divertikulitis.

Diese kann das gesamte Spektrum von einer leichten Erkrankung bis hin zu einer wirklich gravierenden Krankheit abdecken:

Oft handelt es sich lediglich um einen gutartigen kleinen Abszess in einer oder mehreren Ausstülpungen. Es kann aber auch eine schwere Infektion entstehen, bei der die Darmwand massiv geschädigt wird.

Divertikel entstehen am häufigsten im Bereich des Dickdarms auf der linken Bauch-Seite.

Meist ist der so genannte Sigma-Darm betroffen, ein Abschnitt des Dickdarms. Man spricht dann auch von Sigma-Divertikel.

Es kann zwar oft auch im Bereich des Dünndarms zur Bildung von Divertikeln kommen. Diese verursachen jedoch nur sehr selten größere Beschwerden.

Divertikulitis – Ursache unbekannt

Divertikulitis Ursachen
Man weiß heute nur so viel: Divertikel entstehen, wenn die innere, weiche Schicht des Darmgewebes die äußere, etwas festere Schicht durchdringt und Ausstülpungen bildet.

Die äußere Schicht besteht aus Muskeln und Divertikel bilden sich am häufigsten dort, wo die Muskulatur des Darms am schwächsten ist, nämlich im Sigma-Darm.

Warum sie entstehen, ist allerdings nicht bekannt. Aber es gibt wohl einige Risiko-Faktoren, die die Bildung von Divertikeln begünstigen wie

  • Alter,
  • Bewegungsmangel,
  • die Einnahme bestimmter Medikamente wie Ibuprofen,
  • Rauchen,
  • Übergewicht,
  • zu viel tierisches Fett,
  • zu wenig Ballaststoffe.

Man weiß auch noch nicht so genau, warum sich die Divertikel entzünden. Es wird vermutet, dass ein erhöhter Druck im Dickdarm zu winzigen Verletzungen in der Haut eines Divertikels führen kann.

Dieser kann zum Beispiel durch Verstopfung oder andere Verdauungsprobleme verursacht werden kann. Man nimmt an, dass es an den verletzten Stellen durch Bakterien oder andere Erreger zu Infektionen kommen kann.

Divertikulitis – die Symptome

Wenn die Divertikulitis sich bemerkbar macht, dann meist mit folgenden Symptomen:

  • Anschwellen des Bauches,
  • Appetitverlust,
  • auffällige Änderungen der Stuhlgewohnheiten,
  • Blähungen,
  • Durchfall,
  • Erbrechen,
  • Fieber
  • flüssiger Stuhl,
  • häufiges Wasserlassen,
  • hellrotes Blut im Stuhl,
  • rektale Blutungen,
  • Schüttelfrost,
  • (starke) Bauchschmerzen bis hin zu Krämpfen, vor allem auf der linken Seite des Bauches (die jedoch meist nachlassen, wenn die Darmbewegungen geringer werden),
  • Übelkeit,
  • Verstopfung.

Wenn hohes Fieber oder Blutungen auftreten, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch dann, wenn mehrere der genannten Symptome zusammenkommen und nach zwei bis drei Tagen nicht abklingen.

Bei einer Divertikulitis können gravierende Komplikationen auftreten wie zum Beispiel ein Darmverschluss.

Es kann auch zu Komplikationen kommen, die umgehend eine Operation notwendig machen:

Divertikulitis – OP ist erforderlich, wenn…Komplikationen – Erläuterung
…sich Abszesse an infizierten Divertikeln bilden.Bei Schädigungen der Darmwand kann sich daraus eine potentiell tödliche Infektion wie die so genannte Bauchfellentzündung (Peritonitis) entwickeln.
…es zu einer Narbenbildung kommtDiese kann eine Verengung oder sogar Verstopfung des Darms bewirken.
…Fisteln entstehen.Kranke Divertikel können so angrenzende Organe infizieren.
…starke Blutungen auftreten.Eine Bluttransfusion kann erforderlich werden.

Divertikulitis – Diagnose und Behandlung

Divertikulitis Untersuchung
Wenn der behandelnde Arzt vermutet, dass es sich um eine Divertikulitis handelt, wird er über eine ausführliche Anamnese hinausgehend alle Risikofaktoren abfragen.

Er tastet den Bauch ab, um Schwellungen oder empfindliche Stellen zu prüfen.

Der Arzt wird außerdem eine rektale Untersuchung durchführen oder veranlassen, um zu ergründen, ob es zu Blutungen kommt.

Das kann man zum Beispiel im Rahmen eines Bluttests herausfinden. Dieser gibt auch Aufschluss darüber, ob eine Infektion vorliegt.

Mit Hilfe dieser Tests kann er zweifelsfrei eine Diagnose abgeben, ob Divertikel vorhanden sind und ob sie entzündet sind.

Man unterscheidet dabei auch zwischen der akuten und der chronischen Divertikulitis:

  • Die akute Divertikulitis zeigt sich in Form einer oder auch mehrerer schwerer Entzündungen, die nach mit der Therapie vollkommen verschwinden.
  • Bei der chronischen Divertikulitis dagegen können die Infektionen zwar abklingen, sie heilen aber nie vollständig aus.

Bei einer Divertikulitis-Infektion kann eine Therapie mit Antibiotikum und gegebenenfalls zusätzlich mit leichten Schmerzmitteln zu Hause erfolgen.

Von stärkeren Schmerzmitteln wird abgeraten, weil sie den Druck im Dickdarm erhöhen können.

Meist klingen die Symptome der Divertikulitis bei dieser Behandlung sehr schnell, also innerhalb von zwei bis drei Tagen ab.

Die Ernährung: Gibt es eine Divertikulitis-Diät?

Lange Zeit haben Ärzte Patienten mit Divertikulose davon abgeraten, Nüsse, Samen oder ähnliche Dinge zu verzehren. Darunter fielen auch Nahrungsmittel mit ganz kleinen Samen wie Tomaten und Erdbeeren.

Sie glaubten nämlich, dass die kleinen Kerne die Öffnungen der Divertikel verstopfen und so zu einer Divertikulitis führen könnten. Diese Theorie wurde allerdings nie bewiesen. Deswegen ist man heute von solchen Empfehlungen abgekommen.

Bei schweren Formen der Divertikulitis wird der Arzt zu einer Diät raten, die vor allem auf flüssigen Lebensmitteln und Schonkost basiert:

  • Babybrei,
  • Brühe,
  • Eis,
  • Fruchtsäfte mit wenig Säure,
  • Wasser,
  • Zwieback.

Wenn sich die Divertikulitis beruhigt, kann zu eher ballaststoffarmen Lebensmitteln übergegangen werden:

  • Eier,
  • Fisch,
  • Fleisch,
  • Geflügel,
  • Milchprodukte
  • Weißbrot.

Nach dem Abklingen der Entzündung werden nach und nach wieder ballaststoffreiche Lebensmittel auf den Speiseplan gesetzt, damit der Stuhl geschmeidiger und umfangreicher wird.

Man sollte außerdem sehr viel trinken, damit der Stuhl weicher wird und so leichter und mit weniger Druck den Dickdarm passieren kann. Empfohlen werden jetzt vor allem Obst, Gemüse (keine blähenden Sorten wie Kohl etc.)und Vollkornprodukte. Ergänzend wird oft auch zu Kleie, Leinsamen oder Probiotika geraten. Das sollte man jedoch mit dem Arzt absprechen.

Etliche Studien belegen, dass eine Ernährung mit ballaststoffreichen Lebensmittel dauerhaft dazu beitragen kann, die Divertikel-Symptome zu kontrollieren.

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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und HeilpraktikerinGesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.