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Bauchschmerzen

Unterbauchschmerzen sind nicht immer harmlos

Unterbauchschmerzen sind zunächst einmal nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Ignorieren sollte man sie dennoch nicht.

Die Ursachen für die Schmerzen können zwar ganz harmlos sein. Oft sind nur Blähungen oder Menstruationsbeschwerden dafür verantwortlich.

Allerdings können Unterleibsschmerzen auch Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein.

Das ist zum Beispiel bei allen entzündlichen Prozessen im Bauchraum der Fall. Bei kleineren Problemen sind die Bauchschmerzen oft schnell wieder vorbei.

Sie können aber mitunter auch länger anhalten oder sogar chronisch werden. Dann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Das gilt auch in einigen anderen Fällen, beispielsweise wenn plötzlich starke Schmerzen im unteren Bauch auftreten.

Wir liefern in diesem Beitrag viele Hinterinformationen zum Thema Unterbauchschmerzen und klären darüber auf, was im Zweifelsfall zu tun ist.

Was genau sind eigentlich Unterbauchschmerzen?

Unterbauchschmerzen
Unterbauchschmerzen sind Schmerzen unterhalb des Bauchnabels. Liegen sie darüber, spricht man von Oberbauchschmerzen.

Da sich die Betroffenen meist schwer tun, den Ort der Schmerzen genau zu benennen, werden auch Beckenschmerzen oft als Unterbauchschmerzen beschrieben.

Dass es oft Schwierigkeiten bei der Lokalisierung des Orts kommt, liegt auch daran, dass die Schmerzen meistens in andere Regionen ausstrahlen.

Bauchschmerzen – was meint der Arzt mit „rechts“ und „links“?
„Spüren Sie die Schmerzen rechts oder links im Bauch?“ Diese klassische Frage des Arztes zielt immer auf eine Antwort aus der Sicht des Patienten ab. „Links“ ist also die eigene linke Körperseite und „rechts“ eben da, wo sich der eigene rechte Arm und das eigene rechte Bein befinden.

Im Bereich des unteren Bauchs befinden sich verschiedene Organe wie Darm, Blase, Nieren, Prostata, Gebärmutter und Eierstöcke. Sie alle können für die Beschwerden verantwortlich sein.

Auf spezielle Frauen- oder Männerleiden, die mit Beschwerden im Unterbauch einhergehen, gehen wir in diesem Beitrag nicht näher ein.

Wenn es also bei Frauen zu Schmerzen im Unterleib kommt, bei denen es sich nicht um typische Menstruationsbeschwerden handelt, sollte auf jeden Fall ein Gynäkologe konsultiert werden.

Männer sollten sich umgehend an einen Urologen wenden, wenn sie den Verdacht haben, dass die Geschlechtsorgane betroffen sein könnten.

Welche Ursachen können für Unterbauchschmerzen verantwortlich sein?

Unterbauchschmerzen können in Verbindung mit Blähungen auftreten. Dann sind sie meist durch das Schlucken von Luft, den Verzehr fettreicher Lebensmittel oder Stress verursacht.

Es gibt aber auch andere mögliche Ursachen für Unterbauchschmerzen wie

  • Appendizitis (Blinddarmentzündung, besonders bei Schmerzen im rechten unteren Bauch),
  • entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Divertikulitis (Erkrankung des Dickdarmes, bei der sich in Ausstülpungen der Schleimhaut Entzündungen bilden),
  • Erkrankungen der Nieren, des Nierenbeckens, der Harnleiter, Harnblase oder Harnröhre,
  • gastroösophageale Refluxkrankheit (Erkrankung, die durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre entsteht),
  • Infektionen, zum Beispiel durch Noroviren, Rotaviren, Koli-Bakterien, Salmonellen etc.
  • Ileus (Darmverschluss),
  • Krebserkrankungen, Polypen und Tumore,
  • Lebensmittel-Allergien oder Unverträglichkeiten (Laktose, Fruktose, Sorbit oder Gluten),
  • Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis),
  • Menstruationsbeschwerden (siehe dazu Frauenmanteltee),
  • Nebenwirkungen von Medikamenten,
  • Sodbrennen,
  • Reizdarmsyndrom,
  • Verstopfung.

Unverträglichkeiten – wenn Lebensmittel Bauchschmerzen bereiten

Wenn der Verdacht in Richtung Nahrungsmittelunverträglichkeit geht, kann es sinnvoll sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, in dem auch die aufgetretenen Symptomen aufgezeichnet werden. Anhand der Einträge kann man Zusammenhänge zwischen den Beschwerden und den Ernährungsgewohnheiten besser analysieren.

Ein Raster könnte ungefähr so aussehen:

DatumUhrzeitMengeGetränk/LebensmittelBeschwerdenDauer
01.09.187.001 TasseKaffee (schwarz)
1 ScheibeToastbrot mit Butter und Honig
10.001 TasseKaffee (schwarz)
1 BecherJogurt
13.301 TellerSpaghetti BologneseLeichte Bauchschmerzen20 Minuten

Wann sollte ich mit Unterbauchschmerzen zum Arzt gehen?

Unterbauchschmerzen wann zum Arzt
Unterbauchschmerzen können auf ernsthafte Erkrankungen hindeuten. Deswegen sollte man immer dann sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Unterbauchschmerzen in Verbindung mit folgenden Symptomen auftreten:

  • Appetitlosigkeit,
  • Blut im Stuhl oder im Erbrochenen,
  • Durchfall,
  • (hohes) Fieber,
  • Herzrasen, erhöhter Puls,
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
  • plötzliche Verschlechterung der Schmerzen bis hin zu Koliken,
  • teerartiger Stuhl,
  • Übelkeit (mit/ohne Erbrechen),
  • unklarer Gewichtsverlust,
  • Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (neu aufgetretene und anhaltende Verstopfung oder auch Durchfälle),
  • vermehrter Harndrang,
  • Völlegefühl.

Auch dann, wenn die Beschwerden zwar nicht so gravierend sind, aber anhaltend (länger als ein bis zwei Tage) oder wenn sie das Allgemeinbefinden zu stark beeinträchtigen, sollte man einen Arzttermin vereinbaren.

Eine gründliche Untersuchung ist auch bei Erkrankten zu empfehlen, die älter als 50 Jahre sind und bei denen noch nie eine Darmspiegelung durchgeführt wurde.

Unterbauchschmerzen – Diagnose und Behandlung

Der Arzt wird vorab versuchen, im Rahmen eines Gesprächs die Symptome näher zu bestimmen, um die Ursachen für die Unterbauchschmerzen gründlich abzuklären. Er will unter anderem wissen, wann sie zum ersten Mal aufgetreten sind und wie stark sie sind.

Der Arzt wird dann den Bauch abtasten und den Magen-Darm-Trakt durch Abhören mit dem Stethoskop untersuchen. So kann er bereits erste Schlüsse auf eine mögliche Erkrankung ziehen.

Wenn die Symptome unklar sind, wird er bei der Diagnose außerdem ein Blutbild und einen Stuhltest durchführen.

Auch eine Magen- oder Bauchspiegelung (Gastroskopie oder Lapraskopie) in Verbindung mit einer Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie) gehört zu den Standard-Untersuchungen.

Gegebenenfalls kommen auch Computertomografie (CT), Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder eine Darmspiegelung in Betracht.

Die Therapie wird, je nachdem, wodurch die Unterbauchschmerzen ausgelöst wurden, ganz unterschiedlich ausfallen. Bei einigen Erkrankungen wie der Blinddarmentzündung ist möglicherweise eine Operation erforderlich. Andere können mit Hilfe einer Magensonde oder Medikamenten-Gabe behandelt werden.

Unterbauchschmerzen – Selbsthilfe und Sofortmaßnahmen für zu Hause

Wenn die Unterbauchschmerzen auf Verdauungsprobleme oder die Menstruation zurückzuführen sind, dann verschwinden sie innerhalb relativ kurzer Zeit von ganz alleine wieder.

Man kann aber dennoch einiges dafür tun, um die akuten Beschwerden zu lindern:

  • Einer Verstopfung kann man oft schon durch eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme entgegenwirken.
  • Es kann hilfreich sein, die Ballaststoffaufnahme zu erhöhen, indem man mehr Obst, Gemüse und Vollkornprodukte konsumiert.
  • Man sollte Genussmittel wie Nikotin, Kaffee und Alkohol zumindest für einige Tage meiden.
  • Sodbrennen oder saurer Reflux können mit Kamillentee oder rezeptfreien Medikamenten behandelt werden.
  • Bauchschmerzen lassen nach, wenn milde Schmerzmittel wie zum Beispiel Ibuprofen eingenommen werden.

Ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel kann hilfreich sein, damit der Magen-Darm-Trakt nicht weiter gereizt wird:

  • Fertigprodukte,
  • fettreiche, üppige, scharfe oder stark gewürzte Lebensmittel,
  • Hülsenfrüchte wie Linsen Bohnen,
  • Kaugummi,
  • kohlensäurehaltige Getränke,
  • Kohlgemüse,
  • Lebensmittel mit hohem Zuckeranteil, Süßigkeiten,
  • Milchprodukte,
  • Rüben.
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