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Hellbrauner Stuhlgang – alles in Ordnung mit Leber und Galle?

Hellbrauner Stuhlgang kann ganz harmlos sein. Bei Durchfall zum Beispiel ist der Kot immer etwas heller. Einfach deswegen, weil er dünnflüssiger ist.

Oft ist hellbrauner Stuhlgang aber auch ein Hinweis darauf, dass etwas mit Galle oder Leber nicht ganz stimmt.

Denn wenn das Verdauungssystem intakt und voll funktionsfähig ist, ist die Stuhlfarbe normalerweise etwas dunkler: Gesunder Kot ist satt braun, ungefähr so wie ein Schokoriegel aus Milchschokolade.

Und generell kann man sagen:

Wenn sich die Stuhlfarbe verändert, obwohl die Gewohnheiten ansonsten gleich geblieben sind, kann das immer auf eine Erkrankung hindeuten.

Deswegen sollte man im Zweifelsfall lieber einen Spezialisten aufsuchen.

Stuhlgang und Gesundheitszustand

hellbrauner Stuhlgang
Stuhlgang – ob nun hellbraun, schwarz oder weiß – ist erst einmal nichts weiter als das Endprodukt der Verdauung.

Er kann viele verschiedene Formen und Farben haben. Anhand dieser Eigenschaften kann man einige Aussagen über den Gesundheitszustand eines Menschen machen.

Wenn man den Kot dann noch etwas genauer unter die Lupe nimmt, zum Beispiel im Rahmen einer Stuhlprobe, kann man sogar einzelne Bakterien-Kulturen benennen, die den Darm besiedeln.

Auch diese Kleinstlebewesen haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit.

Die Beschaffenheit des Stuhlgangs wird vor allem von der Nahrung bestimmt, die wir unserem Körper Tag für Tag zuführen.

Denn das, was hinten raus kommt, ist ja nichts anderes als der durch Bakterien zersetzte, konzentrierte und unverdauliche Rest des Nahrungsbreis.

Der Rest, also immerhin etwa 75 Prozent, ist Wasser.

Gesunder Stuhl hat eine satte braune Farbe

Den gesunden braunen Farbton erhält der Stuhl durch die Galle, genauer gesagt durch die Pigmente darin.

Die Galle ist ein Verdauungssaft. Er wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gespeichert und von dort in den Darm abgesondert und dient der Fettverdauung.

Der Gallensaft sorgt dafür, dass das Fett in kleinere, leichter verdauliche Bestandteile zerlegt wird, damit es vom Körper besser aufgenommen werden kann.

Warum verfärbt sich der Stuhlgang hellbraun?

Wenn der Stuhlgang nicht satt braun wie Schokolade ist, sondern eher hellbraun, dann kann das ein Zeichen dafür sein, dass

  • er entweder wegen einer Durchfallerkrankung stark mit Wasser verdünnt ist
  • oder nicht genug Galle in den Dünndarm gelangt.

Ohne ausreichend große Mengen an Galle können die Fette in der Nahrung nicht richtig verdaut werden, weil der Körper das Fett nicht in seine Bestandteile spalten kann.

Es kommt nicht nur zu Problemen bei der Verdauung von Fett, sondern auch von Protein und Kohlenhydraten.

Denn normalerweise werden alle Nahrungsteile im Verdauungssystem mit einer Schicht aus Fett versehen. Dieser Fettfilm sorgt dafür, dass die körpereigenen Verdauungsenzyme die Nahrung optimal erschließen können.

Die Inhaltsstoffe werden dann verdaut und dorthin befördert, wo sie benötigt werden. Wenn diese Fetthülle fehlt, gelingt die Nahrungsverwertung nur suboptimal.

Das kann zu Symptomen wie Verstopfung oder Durchfall führen, die denen des Reizdarmsyndroms ähneln.

Die Beschwerden treten meist nach nach dem Essen auf.

Sonderfall: Hellbrauner Stuhlgang mit gelben Verfärbungen

Hellbrauner Stuhlgang hat manchmal auch gelbe Schattierungen.

Wenn er dann auch noch einen sehr unangenehmen Geruch hat und fettig erscheint, deutet das auf unverdautes Fett im Stuhl hin.

Es kann sein, dass eine Fett-Unverträglichkeit vorliegt.

Dann besteht in der Regel ein Defizit an Lipasen. Das sind jene Enzyme, die Fette verdauen und sie dort verfügbar machen, wo sie im Körper benötigt werden.

Eine schlechte Fettverdauung kann wiederum andere körperliche Beschwerden nach sich ziehen wie

  • Hormonstörungen,
  • trockene Haut und
  • eine gestörte Immunabwehr.

Auch der Körper von Menschen mit Zöliakie kann Fett nicht optimal verwerten. Diese Störung wird durch den Verzehr von Gluten verursacht.

Da auch einige andere schwerwiegende Erkrankungen mit hellbraunen bis gelbem Stuhlgang einhergehen können, sollte hier immer ein Arzt konsultiert werden.

Harmlose Ursachen bei hellbraunem Stuhlgang

Natürlich muss es sich nicht immer gleich um dramatische Ursachen handeln. Es kann auch ganz simple Gründe für Farbveränderungen geben. Die Ernährung zum Beispiel.

Zu den Lebensmitteln, die den Stuhl hellbraun bis leicht gelblich färben können, zählen

Das Problem tritt jedoch meist erst dann auf, wenn die Produkte in wirklich großen Mengen verzehrt wurden.

Des weiteren können in den Lebensmitteln verarbeitete Farbstoffe den Stuhlgang einfärben.

Auch Diäten mit einem hohem Fettgehalt (Beispiel: die Paleo-Diät) lassen den Kot heller aussehen lässt (Fettstuhl), weil das Fett dabei oft einfach unverdaut wieder ausgeschieden wird.

Daneben sind folgende Ursachen möglich:

  • Medikamente wie Antibiotika,
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium oder Beta-Carotin,
  • Krankheiten wie Verdauungsprobleme oder Infektionen.

Hellbrauner Stuhlgang – Leber und Galle checken lassen!

Hellbrauner Stuhlgang kann auch ein Alarmsignal dafür sein, dass der so genannte enterohepatische Kreislauf, also der Kreislauf zwischen Galle, Leber und Darm nicht optimal funktioniert.

Dann wird keine oder nicht genug Gallenflüssigkeit produziert oder weitergeleitet.

Das kann daran liegen, dass es auf den Transportwegen von und zu den einzelnen Organen zu Blockaden kommt. Diese sind meist auf Verstopfungen durch Gallensteine oder Schlamm zurückzuführen.

Es kann sich aber auch um Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder einen Tumor handeln.

Solche Hindernisse können den Fluss der Galle durch die dafür vorgesehenen Kanäle behindern oder vollständig blockieren.

Oft beginnt das Problem sogar noch früher, nämlich im Magen. Es kann vorkommen, dass dort nicht genügend Magensäure produziert wird. Die Menge an Säure, die aus dem Magen kommt, entscheidet aber wiederum darüber, wie viel Verdauungssaft aus der Galle abgesondert wird.

Hellbrauner Stuhlgang – wann zum Arzt?

hellbrauner Stuhlgang wann zum Arzt

Wenn der Stuhlgang über einen Zeitraum von mehr als zwei Tagen hellbraun gefärbt ist, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Auch wenn das vielleicht noch kein Grund zur Besorgnis ist, kann man durch frühzeitige Vorsorge in manchen Fällen vielleicht verhindern, dass ernsthafte gesundheitliche Probleme auftreten.

Hellbrauner Stuhlgang – Checkliste zur Eingrenzung der Symptomatik

Häufigkeit

  • Weniger als 3 Mal pro Woche
  • 1 bis 2 Mal täglich
  • 3 Mal täglich oder öfter

Konsistenz

  • Verstopfung
  • Hart, fest
  • Normal
  • Weich, flüssig
  • Durchfall

Farbe

  • Hellbraun
  • Hellbraun, eher gelblich

Mögliche Begleitsymptome

  • allgemeines Gefühl von Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Eiter, Schleim, Blut im Stuhl
  • Dehydration
  • Dunkelfärbung des Urins
  • extrem schlechter Geruch des Stuhls
  • Fieber
  • Juckreiz
  • Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen)
  • Gewichtsverlust
  • Krämpfe
  • Orientierungslosigkeit
  • Rückenschmerzen
  • schnelle Herzfrequenz
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schüttelfrost
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen)

Diagnostik und Therapie bei hellbraunem Stuhlgang

Der Arzt wird eine gründliche Anamnese vornehmen und dann je nachdem, was er als Ursache vermutet, gegebenenfalls noch verschiedene Untersuchungen durchführen wie

  • Blutentnahme zur Feststellung der Leberwerte bzw. zum Nachweis von Hepatitis-Viren,
  • Stuhluntersuchungen zum Nachweis bakterieller Darmerkrankungen bzw. einer Pankreatitis,
  • Röntgenuntersuchungen,
  • Magnetresonanztomographie (MRT) und/oder
  • Darmspiegelung.

Bei der Behandlung kommt es natürlich in erster Linie darauf an, welche Ursachen für den hellbraunen Stuhlgang verantwortlich sind.

Bei regelrechten Blockaden in den Transportwegen des Leber-Darm-Systems sind Operationen meist unumgänglich.

Patienten mit Gallensteinen oder Gallenschlamm kann dagegen oft schon durch eine Ernährungsumstellung in Kombination mit speziellen Medikamenten bzw. Nahrungsergänzungsmitteln geholfen werden.

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