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Darmkrämpfe – ein gesunder Lebensstil kann das Leiden lindern

Darmkrämpfe sind sehr unangenehm und treten viel häufiger auf, als man vielleicht annehmen möchte. Die meisten Menschen hatten schon einmal ein böses Krampfen im Darm.

Sie klagen dann über akute und starke Schmerzen in der Bauchregion.

Darmkrämpfe sind jedoch oft für die Betroffenen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch sehr belastend.

Personen, die häufiger darunter leiden, ziehen sich manchmal sogar von ihren Mitmenschen mehr und mehr zurück. Sie meiden ihr soziales Umfeld, weil sie nie so genau wissen, wann die nächste Attacke kommt und sie ganz plötzlich auf die Toilette rennen müssen.

Häufig steckt das Reizdarmsyndrom (RDS) dahinter. Weil das so oft der Fall ist, werden Darmkrämpfe mitunter auch einfach mit dem RDS gleichgesetzt.

Korrekt ist das jedoch nicht, denn nicht alle Menschen mit RDS haben auch Darmkrämpfe und es gibt außerdem etliche andere Krankheiten, die dafür verantwortlich sein können.

Darmkrämpfe kommen selten allein

Darmkraempfe
Darmkrämpfe treten häufig in Verbindung mit anderen Symptomen auf.

Sie können zum Beispiel mit Veränderungen beim Stuhlgang einhergehen: Sind die Längsmuskeln im Darm für die Krämpfe verantwortlich, können Darmkrämpfe Durchfall auslösen.

Krampfen die Ringmuskeln, kommt es in der Regel zu Darmkrämpfen ohne Durchfall, bei denen sogar Verstopfung auftreten kann.

Bei Menschen mit Reizdarmsyndrom neigen entweder zu Durchfall oder zu Verstopfung (mehr dazu hier).

Es ist aber auch häufig so, dass sich beide Symptome abwechseln.

Darmkrämpfe treten häufig mit diesen Beschwerden zusammen auf:

Darmkrämpfe – Symptome und ggf. Erläuterungen
SchmerzMeist im Unterbauch, besonders auf der linken Seite
Gasbildung, BlähungenMitunter anhaltend, manchmal sogar täglich
Schleim (Mucus)Häufig bei RDS
Veränderungen beim StuhlgangDurchfall oder Verstopfung bzw. Wechsel zwischen beiden
Sodbrennen 
Kopfschmerzen 
Starker Harndrang 
Spontanes Bedürfnis nach Darmentleerung 
RückenschmerzenDarmkrämpfe und Rückenschmerzen zusammen können auf RDS, aber auch auf viele andere Erkrankungen hinweisen

Darmkrämpfe – wann sollte ich zum Arzt gehen?

Darmkraempfe wann zum Arzt
Viele Menschen haben gelegentlich einen Krampf im Bauch. Das muss nicht unbedingt ein Grund zur Sorge sein.

Darmkrämpfe sind zum Beispiel bei Schwangeren, insbesondere in der Frühschwangerschaft, deutlich häufiger. Mitunter treten die Darmkrämpfe morgens auf, manchmal auch nachts.

Aber auch dann, wenn man eine Schwangerschaft ausschließen kann, können sich die Beschwerden zu jeder Tageszeit bemerkbar machen.

Am häufigsten sind Darmkrämpfe nach dem Essen. In diesem Fall sind sie meist unmittelbar auf das Essen zurückzuführen.

Vielleicht wurden schwer verdauliche Speisen verzehrt oder zu schnell hinuntergeschlungen. Es kann eine ganz einfache Erklärung für die Darmkrämpfe geben.

Aber natürlich ist es immer am besten, alles einmal gründlich durchchecken zu lassen, damit man wirklich ausschließen kann, dass es etwas ernstes ist.

Einen Arzt aufsuchen solltest Du, wenn Du

  • öfter Darmkrämpfe hast,
  • die Bauchschmerzen vielleicht sogar schon chronisch sind oder
  • zusätzlich weitere Symptome auftreten.

Darmkrämpfe – die Ursachen

Der Darm ist für die Entsorgung der Abfallprodukte zuständig.

Die Muskeln in diesem Bereich kontrahieren normalerweise, um den Stuhl weiter in Richtung Enddarm zu transportieren. Das spüren wir meistens gar nicht.

Darmkrämpfe entstehen, wenn sich diese Muskeln plötzlich und unkoordiniert zusammenziehen. Das verursacht auch andere Symptome wie zum Beispiel den spontanen Drang nach einer dringenden Darmentleerung.

Was genau der Auslöser dafür ist, kann man bis heute nicht so genau sagen. Man weiß aber, dass Angst und Stress das Verdauungssystem beeinträchtigen. Auch körperliche Aktivitäten, Ernährung und Medikamente können die Funktion des Darms beeinflussen und zu Veränderungen der Motilität (nicht bewusst gesteuerte Bewegungen des Darms) führen.

Darmkrämpfe – mögliche Ursachen
ReizdarmsyndromMeist mit starkem Durchfall oder mit Verstopfung verbunden, manchmal wechseln sich diese Symptome ab.
Colitis ulcerosaErkrankung des Dickdarms, kann Entzündungen und Geschwüre im Verdauungstrakt verursachen. Neben Krämpfen treten häufig Blutungen (s.a. Okkultes Blut im Stuhlgang) und Durchfall auf.
Morbus CrohnDurchfall, der so stark sein kann, dass ein Mangel an bestimmten Nährstoffen entsteht.
BlähungenMeist ausgelöst durch starke Gasbildung.
Erweiterter DarmIst ein Teil des Verdauungstraktes erweitert, wird Druck auf die Darmwände ausgeübt, was zu Verstopfung und Krämpfen führen kann.
Darmblockaden, DarmverschlussEine teilweise oder vollständige Blockierung von Dünn- oder Dickdarm kann die Passage des verdauten Nahrungsbreis stören oder ganz verhindern. Durch den Druck, der dabei entsteht, kann der Darm reißen.
Bakterielle GastroenteritisBakterien können eine Infektion im Darm verursachen, zum Beispiel bei einer Lebensmittelvergiftung (s.a. Magen-Darm-Grippe).
EndometrioseDabei handelt es sich um Wucherungen Gebärmutterschleimhaut, die auch den Darm in Mitleidenschaft ziehen und dann zu Krämpfen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung führen können.

Behandlung von Darmkrämpfen – was wirklich hilft

Durchfall, Schmerzen oder andere Begleitsymptome von Darmkrämpfen können durch Medikamente gelindert werden.

Eine vollständige Heilung gibt es jedoch nicht. Man kann die Krämpfe auch nicht dauerhaft abschalten.

Deswegen kann auch eine medizinische Behandlung der Darmkrämpfe nur akute Beschwerden reduzieren und Komplikationen verhindern.

Doch auch gegen Darmkrämpfe ist ein Kraut gewachsen. Einige Hausmittel haben sich bei der Linderung von Darmkrämpfen in Form einer Teezubereitung als besonders wirksam erwiesen.

Dazu gehören

Werden bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen, dann hilft auf Dauer nur ein Verzicht, zum Beispiel auf Milch, scharfe Speisen oder zu viel rotes Fleisch.

Eine sehr bewährte Methode besteht auch darin, den Anteil an Pflanzenfasern und Ballaststoffen in der Ernährung allmählich zu erhöhen.

Sie geben dem verdauten Nahrungsbrei im Darm mehr Volumen, so dass der Darm leichter und schneller entleert werden kann.

Die meisten Deutschen essen ohnehin viel zu wenig Ballaststoffe, obwohl die Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt, dass man mindestens 30 g pro Tag verzehren sollte.

Sie sind vor allem in Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse enthalten.

Produkte aus Vollkorngetreide sind dabei am effektivsten:

Ballaststoffe und Stuhlgewicht

Quelle: Dr. Anne Katharina Zschocke: Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit: Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung, S. 116

Häufig ist bei Darmkrämpfen auch eine langfristige Änderung des Lebensstils empfehlenswert.

Dazu gehört die Reduktion bzw. der vollständige Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin.

Zudem kann sich regelmäßige Bewegung beruhigend auf den Darm auswirken.

Man weiß heute aus der Forschung, dass Ängste und Stress die Symptome verstärken können: Es sind oft besonders jene Menschen, die sehr viel Stress in ihrem Leben haben, die an Darmkrämpfen leiden.

Und man kann eindeutig feststellen, dass die Symptome nachlassen, wenn der Stress reduziert wird.

Auch hier hilft Bewegung sehr effizient.

Studien zeigen, dass dadurch Endorphine stimuliert werden, die Schmerzen und Ängste hemmen, ganz egal ob diese körperliche Verletzungen oder Stress entstehen. Schon ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen kann die Produktion von Endorphinen steigern.

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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.