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Gastritis – eine Entzündung der Magenschleimhaut wird oft nicht erkannt

Gastritis ist im Grunde die übergreifende Bezeichnung für eine ganze Gruppe von Erkrankungen. Sie alle haben eines gemeinsam: die Entzündung der Magenschleimhaut.

Der Begriff wird oft einfach global für alle möglichen Probleme in der Bauchgegend verwendet. Das ist jedoch nicht korrekt.

Die „echte“ Gastritis betrifft wirklich nur die innere Wand des Magens – seine Schutzschicht sozusagen.

Das tückische daran ist: die Erkrankung wird oft erst einmal gar nicht bemerkt. Sie kann also schon größere Schäden angerichtet haben, ohne dass der Betroffene Schmerzen oder andere Symptome verspürt.

Auf Dauer kann eine Entzündung der Magenschleimhaut sogar die Bildung von Geschwüren und die Entstehung von Magenkrebs begünstigen.

Doch glücklicherweise ist das selten der Fall. Die Gastritis hinterlässt meist keine bleibenden Schäden.

Und generell kann man sagen:

je früher sie behandelt wird, desto besser stehen die Heilungschancen.

Deswegen sollte man bei anhaltenden Magenbeschwerden besser den Fachmann konsultieren. Wann ein Arztbesuch angeraten ist und welche Verfahren bei der Diagnose angewendet werden, erörtern wir in diesem Beitrag.

Außerdem befassen wir uns mit den Ursachen und Symptomen der Gastritis und den Behandlungsmethoden.

Gastritis – die Facetten der Magenschleimhautentzündung

Gastritis
Ist die Magenschleimhaut ganz oder teilweise entzündet, sprechen Mediziner von einer Gastritis.

Die Entzündung wird oft durch den Helicobacter pylori ausgelöst – ein Bakterium, das auch für viele Magengeschwüre verantwortlich ist.

Allerdings kann auch zu viel Alkohol oder die Einnahme bestimmter Schmerzmittel eine Magenschleimhautentzündung bewirken.

Zunächst einmal wird zwischen der akuten und der chronischen Gastritis unterschieden.

In welchem Stadium die Gastritis ist, das bestimmen Ärzte anhand der Histopathologie, einer Untersuchung von Gewebeproben der Magenschleimhaut.

Auch der Zeitraum, über den die Symptome bestehen gibt Auskunft darüber, ob sie akut ist oder chronisch.

Zusätzlich wird bei der akuten Gastritis außerdem eine Unterscheidung zwischen „erosiv“ und „nicht-erosiv“ getroffen.

Damit beschreiben Mediziner den Zustand der Schleimhautzellen im Magen, also die Frage, ob und wie weitgehend diese bereits geschädigt sind.

Was passiert eigentlich bei einer Gastritis im Magen?

In den Drüsen der Magenschleimhaut werden Magensäure und andere wichtige Substanzen produziert.

Magensäure dient der Verwertung der Nahrung und dem Schutz vor Infektionen. Sie ist so konzentriert, dass sie den Magen schädigen kann.

Deswegen sondert die Magenschleimhaut einen Schleim ab, um sich selbst zu schützen. Wenn die Magenschleimhaut entzündet ist, geht ein Teil der Schutzfunktion verloren.

Der Magen wird geschädigt. Die Schäden sind bei einer akuten Entzündung meist noch nicht irreversibel.

Bei chronischer Gastritis zieht sich das alles jedoch über einen längeren Zeitraum hin:

Infolgedessen werden größere Bereiche der Magenschleimhaut nachhaltig geschädigt.

Die Gastritis wird außerdem je nachdem, welche Ursachen ihr zugrunde liegen, in bestimmte Typen unterteilt:

Gastritis TypUrsachen und Symptome
Typ ABei Typ A der Magenentzündung handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Der Körper bildet Abwehrstoffe gegen so genannte Belegzellen, also Zellen in der Magenschleimhaut. Diese werden dadurch dezimiert. Es kommt zu einer verringerten Säurebildung. Infolgedessen steigert der Körper die Ausschüttung des Hormons Gastrin, das die Produktion von Säure anregt. Die Folgen: Die Schleimhaut wird weiter geschädigt, es wird zu wenig Vitamin B 12 im Darm aufgenommen, was wiederum Folgeerkrankungen durch Vitamin-B-12-Mangel, Tumorbildung etc. nach sich ziehen kann. Die Ursachen sind nicht bekannt.
Typ BDie überwiegende Mehrheit der chronischen Magenschleimhautentzündungen ist durch eine Helicobacter-pylori-Infektion verursacht. Sehr selten sind auch andere Erreger für die Typ-B-Gastritis verantwortlich. Die Typ-B-Magenentzündung wird auch „Antrumgastritis“ genannt, weil sie fast immer den Bereich am Magenausgang (Antrum) betrifft.
Typ CIn 30 Prozent aller Fälle sind reizende Stoffe wie zum Beispiel Medikamente Auslöser der Gastritis. Sie wird demzufolge auch als „chemisch-toxische“ Gastritis bezeichnet. Sie kann auch durch den Rückfluss von Gallensaft verursacht werden.

Daneben kann es verschiedene andere Gründe für das Entstehen einer Gastritis geben wie Morbus Crohn etc. Auch Alkohol kann die Schleimhaut reizen und schädigen.

Ein weiterer wesentlicher Faktor, der zur Entstehung von Gastritis beiträgt, ist Stress.

Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko für Gastritis, weil die Magenschleimhaut dünner wird. In der Regel handelt es sich um eine Gastritis vom Typ B oder C.

Wann sollte ich mit Gastritis–Symptomen zum Arzt gehen?

Gastritis wann zum Arzt
Sowohl für die akute als auch chronische Gastritis gilt: Viele Menschen, die daran leiden, verspüren keine Beschwerden.

Bei anderen treten bestimmte klassische Symptome auf wie

Verdauungsstörungen, Sodbrennen oder Magenschmerzen plagen praktisch jeden Menschen irgendwann einmal im Leben.

Solche Beschwerden sind meist kein Grund zur Sorge und gehen in aller Regel schnell wieder vorbei.

Einen Arzt sollte man immer dann aufsuchen, wenn die Symptome einer Gastritis eine Woche oder länger anhalten.

Das gilt insbesondere dann, wenn man regelmäßig frei verkäuflichen Medikamente wie Aspirin oder andere Schmerzmitteln einnimmt.

Auch dann, wenn es zu Auffälligkeiten beim Stuhlgang kommt oder wenn sich Blut im Stuhl oder im Erbrochenen zeigt, sollte man umgehend einen Arzt konsultieren.

Gastritis – Diagnose und Therapie

Diagnostiziert wird eine Gastritis meist anhand der Symptome.

Der Arzt fragt die Krankengeschichte des Patienten im Rahmen der Anamnese ab.

Dabei kommt zum Beispiel auch die Einnahme von Medikamenten und der Alkoholkonsum zur Sprache. Außerdem wird abgeklärt, ob eine Helicobacter pylori Infektion vorliegt.

Entzündliche Veränderungen der Schleimhaut können mit Hilfe folgender Verfahren festgestellt werden:

  • Atemtest,
  • Blutuntersuchung,
  • Biopsie, die im Rahmen der Endoskopie durchgeführt wird,
  • immunologische Tests,
  • radiologische Studien,
  • Stuhlprobe.

Je nachdem, welche Ursache vorliegt, wird auch die Behandlung entsprechend angepasst.

Wenn die Gastritis zum Beispiel durch Alkohol oder Medikamente ausgelöst wurde, hilft es oft schon, auf diese Stoffe zu verzichten.

Bei einer akuten Gastritis regenerieren praktisch alle Betroffenen vollständig und ohne Komplikationen.

Bei einer chronischen Gastritis sind Komplikationen möglich wie

  • Geschwüre,
  • Magenkrebs,
  • Nierenprobleme,
  • Darmverschluss etc.

Behandlung von Gastritis zu Hause – die Ernährung

empfohlene Ernaehrung bei Gastritis
Man sollte während einer Gastritis auf alles verzichten, was den Magen-Darm-Trakt zusätzlich reizen und die Symptome verschlimmern kann.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Genussmittel wie Nikotin, Alkohol und Kaffee,
  • kohlensäurehaltige Getränke,
  • Fruchtsäfte, die viel Säure enthalten (Grapefruit, Orange, Ananas etc.),
  • fettreiche und stark gewürzte Speisen,
  • Fertigprodukte,
  • Süßigkeiten.

Eine regelrechte „Gastritis-Diät“ gibt es nicht, weil Empfehlungen in puncto Ernährung je nach Ursachen und persönlichen Umständen nur individuell gegeben werden können.

Man kann jedoch generell festhalten, dass man bei einer Gastritis, die durch den Helicobacter pylori verursacht wurde, den Übeltäter durch eine ballaststoffreiche Ernährung und bestimmte Lebensmittel meist sehr gut in den Griff bekommt.

Empfehlenswert sind beispielsweise

  • Beeren,
  • Brokkoli,
  • Grünkohl,
  • Hülsenfrüchte,
  • Ingwer und Knoblauch,
  • Lebensmittel mit hohem Anteil an Probiotika wie Joghurt und Kefir,
  • mageres Fleisch, wie Huhn, Pute oder Fisch,
  • Petersilie,
  • Sellerie,
  • Sojaprodukte,
  • Thymian,
  • Vollkornprodukte,
  • Zwiebeln.
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Phillipp Doetsch ist Personal Trainer und ausgebildeter Ernährungsberater. Seit vielen Jahren trainiert er erfolgreich zahlreiche Klienten in Berlin und ist stets bestrebt, das Beste aus sich und den Menschen in seiner Umgebung heraus zu holen. Nebenbei schreibt er für den Evergreen Verlag, um sein Wissen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.


Christine Kammerer ist studierte Politologin, Gesundheitsjournalistin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist außerdem ausgebildete Seminarleiterin für Entspannungsverfahren und Trainerin für Kraft- und Fitnesssport mit DOSB-Lizenz für Sport in der Rehabilitation.